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Formel-1-Reglement: Keine Einigung in Sicht

„So kann es nicht weitergehen“, drückte Ferrari-Präsident Luca Montezemolo am Monza-Wochenende die Stimmungslage in den Formel-1-Teams aus.

„So kann es nicht weitergehen.“ Mit diesem einfachen Satz drückte Ferrari-Präsident Luca Montezemolo am vergangenen Rennwochenende in Monza die Stimmungslage in der „Königsklasse des Motorsports“ aus. „Die Ära der Ein-Mann-Show ist vorbei. Die Formel 1 muss sich ändern und ihre Regeln überdenken.“

Und genau diesen Prozess treibt Max Mosley, seines Zeichens Präsident des Motorsportweltverbandes FIA, seit geraumer Zeit voran. Seit dem 6. September liegen den zehn Formel-1-Teams deswegen drei Regelpakete vor, aus welchen sie nun eines für die kommenden Jahre heraussuchen müssen.

Doch Niki Lauda gibt zu bedenken: „In der Formel 1 denkt jeder nur an sich - und genau das ist das Problem.“ Ein Problem, welches B.A.R-Teamchef David Richards schon vor Wochen ausgemacht hatte: „Es wirft zurzeit ein schlechtes und trauriges Bild auf die Formel 1, dass die Teamchefs dazu tendieren, ihre eigenen Interessen vor das Wohl der Formel 1 als Ganzes zu setzen.“

Max Mosley sieht die Begründung hierfür in der Situation der Teambosse: „Die Teamchefs sind alle über 50, Multimillionäre und schauen keine Formel 1 im Fernsehen“, so Mosley im Interview mit Heinz Prüller. „Unsere Kunden, also die Formel-1-Fans, sind unter 50, keine Multimillionäre und schauen Formel 1 im TV.“ Und nun folgt jener Nachsatz, den Mosley zwar locker ausspricht, den er bislang aber nie auch nur ansatzweise bedachte: „Vielleicht sollte man die TV-Stationen und Zuschauer zusammenholen und sie fragen: Wie wollt ihr in Zukunft die Formel 1?“

Und schon sind wir bei der großen Frage: Wollen die Fans wirklich 2,4 Liter V8-Motoren? Interessieren sie sich wirklich für die Zylinderanzahl? Oder wollen sie einfach nur spannende Rennen sehen? Max Mosley hält jedenfalls an seiner V8-Initiative ebenso fest wie einst am Parc Fermé.

„Es ist erfreulich, dass bezüglich der Pakete Aerodynamik und Reifen offensichtlich breite Akzeptanz herrscht. Nach Ansicht der Fachleute wird die von der FIA geforderte Erhöhung der Rundenzeiten auf jeden Fall damit schon erreicht“, gibt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen jedoch zu bedenken, dass eine solche neue Motoren-Formel aus Sicherheitsgründen nicht notwendig sei. „Wir favorisieren die Beibehaltung des 3-Liter-V10-Motors in Verbindung mit einer gesteigerten Motorenlaufleistung, die von allen Herstellern bereits akzeptiert ist.“

Noch extremer drückt sich Honda-Chef Otmar Szafnauer aus: „Sollten diese Regeln kommen, steigen wir aus.“ Eine Drohung die Mosley nicht besonders stört. „Wenn wir alle beim Wort nehmen und die restriktiven Motoren einführen, dann werden vielleicht zwei Hersteller gehen“, so Mosley. „Die Hersteller kommen und gehen aus den unterschiedlichsten Gründen, aber sie haben immer genügend technischen Freiraum, um ihr Dasein zu rechtfertigen.“

Ein herber Schlag wäre jedoch der Ausstieg der Scuderia Ferrari. „Es ist undenkbar, dass von allen Einnahmen der Formel 1 zusammengenommen - Fernsehrechte, Werbung und Ticketverkauf - nur 47 Prozent der TV-Einnahmen an die Teams fließen. Das ist inakzeptabel“, ärgerte sich Montezemolo in Monza. „Entweder das wird geändert oder jeder Konstrukteur wird seine Konsequenzen daraus ziehen. Und wer dies verstehen muss, der versteht es. Die Situation derzeit ist lächerlich. Das Spielzeug ist kaputt.“

Es sieht also so aus, als ob auch in Zukunft noch weiter gestritten werden wird, bevor es vielleicht doch irgendwann einmal zu einer einvernehmlichen Lösung auf Regel- sowie kommerzieller Ebene kommen wird.

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