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Der Stachel namens Liuzzi & die letzten Reserven

"Wenn Christian weiter so gut fährt, gibt es keinen Grund, ihn auszutauschen", sagt Red Bull-Teamchef Horner. Ein erster Teilerfolg im Kampf um den Arbeitsplatz.

"Ich werde alles geben, um nach dem dritten Grand Prix weiter im Auto zu bleiben", hat Christian Klien vor dem Sepang-Wochenende seine dringende Ambition zum Ausdruck gebracht, auch in Imola im zweiten Red Bull sitzen zu wollen. Gegen den von den Team-Verantwortlichen als Option in den Raum gestellten Cockpit-Tausch mit dem italienischen Formel 3000-Europameister und Testpiloten Vitantonio Liuzzi beim Europaauftakt in San Marino würde es nur eine Medizin geben: "Je besser meine Ergebnisse sind, desto schwieriger wird es, mich von meinem Sitz zu bekommen!"

Der Stachel der drohenden Ersatzbank, der Stachel namens Vitantonio Liuzzi scheint Christian Klien tatsächlich zu beflügeln - nach seinem wirklich beeindruckenden zweiten Platz im vierten freien Training erklärte der Hohenemser: "Ich habe mit meinen Ingenieuren ein sehr gutes Setup erarbeitet und eine fantastische Runde hingeknallt. Platz zwei hat mich aber selbst ein wenig überrascht…"

Doch abgerechnet wird am Sonntag - wichtig sind nur die beiden Qualifikationen und das Rennen selbst. Dem Idealziel seiner Mission, nämlich auch in Sepang wertvolle WM-Zähler an Land zu ziehen, kam Christian Klien in der ersten der beiden Qualifikationssitzungen einen Schritt näher: Platz 10 in der provisorischen Startaufstellung, dabei rund eine Zehntelsekunde schneller als der Nr.1-Pilot David Coulthard.

Dabei hätte Klien sogar in die Top 8 fahren können - ein Fahrfehler habe ihn vier Zehntel gekostet, gestand der 22jährige gelernte Blechschlosser. Man sieht: Klien hat Lunte gerochen - die verlorenen vier Zehntel schmerzen ihn, morgen möchte er "einige Positionen gut machen".

Diese Kampfeshaltung imponiert seinen Arbeitgebern, die guten Leistungen des Youngsters zeigen bereits Wirkung - Red Bull-Teamchef Christian Horner erklärte: "Wenn Christian weiter so gute Leistungen bringt, dann gibt es für mich keinen Grund, ihn auszutauschen."

Ein erster Teilerfolg - denn eine Zusage für das GP-Cockpit in Imola ist das noch lange nicht. Und diese wird, dem Vernehmen nach, auch nicht so schnell kommen. Red Bull Racing ließ in Sepang mehrmals verlautbaren, dass in der Frage, wer in Imola das zweite Einsatz-Cockpit erhalten wird, noch keine Entscheidung getroffen wurde und diese auch erst nach dem Grand Prix von Bahrain fallen werde.

Einstweilen kämpft Christian Klien weiter um seinen Arbeitsplatz - unter dem wahrscheinlich größten Druck seiner Karriere, obwohl er als Motorsportler ohnehin an ein gewisses Maß an Leistungsdruck gewöhnt ist. Man darf gespannt sein, was da noch kommen mag - Klien scheint unter Druck beträchtliche Reserven zu finden.

Das beeindruckt auch Patrick Friesacher: "Er macht einen Super-Job. Und das, obwohl die Situation mit Liuzzi im Rücken alles andere als leicht ist."

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