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Kontroverse um Ferrari-Reifenwärmer

Anstatt der vorgeschriebenen Heizdecken wärmt Ferrari die Reifen neuerdings in einer Metallbox auf. Die Konkurrenz sieht einen Regelbruch, die FIA nicht.

Eines wusste man schon sehr früh in dieser Saison: Der Ferrari F2005 hat ein Problem, die Reifen für eine schnelle Qualifying-Runde auf Temperatur zu bringen. Das mag am Reifen liegen, aber auch am Fahrzeug selbst. Der F2005 ist der erste Wagen, für den der Rory-Byrne-Nachfolger Aldo Costa verantwortlich zeichnet.

Rory Byrne hatte somit Kapazitäten frei - er kümmerte sich also um die Quali-Schwäche des F2005. Herausgekommen ist dabei unter anderem ein neuer Reifenwärmer. Anstatt der üblichen Heizdecken wird bei den Roten seit dem Monaco-GP das schwarze Gold in Metallboxen aufgewärmt. Diese Boxen sorgen jedoch für Aufregung bei der Konkurrenz, wie Autosport offenbart.

Ferrari-Rennleiter Jean Todt sagt: "Rory ist ein echter Racer. Er tut alles, was legal ist, um uns einen Vorteil zu verschaffen." Die Metallbox bietet den Vorteil, dass dabei nicht nur der Reifen, sondern auch die Felge mit aufgeheizt wird. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Hitze länger im Reifen bleiben soll. Genau dieser Vorteil ist der Konkurrenz ein Dorn im Auge.

Im Regelwerk steht unter Artikel 75F: "Die einzig erlaubten Vorrichtungen für das Aufwärmen von Reifen sind Heizdecken mit elektrischen Heizelementen." In den Metallboxen der Scuderia werden die gleichen Heizelemente wie in den Heizdecken verwendet, der FIA-Delegierte Charlie Whiting hat die Metallboxen inspiziert und sie für legal erklärt. Eine FIA-nahe Quelle erklärt: "Es handelt sich nicht um einen Ofen, sondern um eine Metallbox. Es ist das gleiche wie eine Heizdecke und es entspricht den Regeln."

Ein Top-Ingenieur eines der Konkurrenzteams sieht das naturgemäß anders: "Wenn Ferrari die Erlaubnis erhält, dieses System zu verwenden, ist das sehr seltsam. Denn es steht klar im Reglement, dass nur Heizdecken verwendet werden dürfen - und keine Metallbox."

Da das Ferrari-System den Reifen in einem größeren Umfang aufwärmt, sollen die Teams in Erwägung ziehen, auch eine Metallbox zu bauen. Womit dann also bald schon nur noch Metallboxen anstatt von Heizdecken in den Boxen der Königsklasse stehen werden.

FIA-Kritiker könnten sich jetzt fragen: Seit wann ist eine Metallbox eine Heizdecke? Und sie könnten an das USA-Wochenende zurückdenken und auch daran, wie wichtig der FIA dort das Einhalten des eigenen Regelwerks war.

Wie dem auch sei - eines ist jedenfalls sicher: Die Formel 1, die gerade erst das Fiasko vom letzten Wochenende verdaut, kann eine weitere Regeldiskussion nur wenig gebrauchen.

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