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Montezemolo: Reifenregel gefährdet die Sicherheit

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo möchte wieder Reifenwechsel erlauben - die aktuelle Regel sei gefährlich und gegen den Wettbewerb gerichtet.

Im Rahmen der in Mugello abgehaltenen Ferrari-Tage richtete Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sein Wort an die Motorsportpresse. Bei dieser Pressekonferenz waren auch Ferrari-Vizepräsident Pierro Ferrari, Fiat-Vizepräsident John Elkann und die Formel-1-Piloten der Roten zugegen; so auch Rubens Barrichello, die scheidende, langjährige "Nr.1b". Es war also an der Zeit, den zu Honda wechselnden Brasilianer gebührend zu verabschieden.

Und so sprach Montezmolo: "Ich habe ganz spezielle Erinnerungen an drei Rennen, welche für unsere Firma von großer Bedeutung waren: Deutschland 2000, als Rubens von ganz hinten starten musste und den Sieg eroberte, Monza 2002 und China 2004. Rubens war stets ein fundamentaler Teil der Ferrari-Familie. Michael war dabei stets an der Front und hat dafür gesorgt, dass wir immer ein wirkliches Team bleiben, dass auch in schlechten Zeiten zusammenhält."

Das Jahr 2005 gehört ohne Zweifel zu den von Montezemolo angesprochenen schlechten Zeiten. Der Präsident machte auch keinen Hehl daraus, dass ihm der Auftritt seines Rennstalls in diesem Jahr gar nicht gefallen hat. "Die sieglose Phase dauert nach unserem Geschmack bereits viel zu lange an...", sagte der Italiener.

Klartext sprach er auch in punkto Reifenregel: "Ich mag die Regeln nicht." Kein Wunder - die Scuderia Ferrari und ihr Reifenpartner Bridgestone haderten mit dem neuen Reifenreglement, welches Reifenwechsel im Rennen verbietet. Doch Montezemolo sieht in diesen Regeln auch eine Gefährdung der Sicherheit, er erinnert an die zahlreichen Reifenschäden, die in dieser Saison bei verschiedenen Teilnehmern auftraten: "Diese Regel ist gefährlich, das haben wir in diesem Jahr schon öfter gesehen. Im Interesse des Sports, der Sicherheit und des Respekts vor dem Publikum hoffe ich, dass jene neue Regeln, die nicht dem Geiste der Formel 1 entsprechen, verschwinden werden." Schon Montag Nachmittag wird die Formel-1-Kommission, neben anderen Themen wie beispielsweise einem neuen "Knock Out"-Qualifikationsmodus, auch über ein mögliches Comeback der Reifenwechsel, schon für 2006, beraten. Die Position von Ferrari dürfte klar sein - doch um Regeln kurzfristig ändern zu können, werden 18 von 26 Stimmen benötigt.

Am Ende der Pressekonferenz gab sich Luca di Montezemolo sportlich fair: "Ich möchte Renault, Fernando Alonso und Flavio Briatore mein Kompliment aussprechen - für ihren großartigen und verdienten Triumph." Die Scuderia Ferrari werde jedoch sicher nicht aufgeben: "Was passiert ist, haben wir schon wieder vergessen. Denn unsere DNA weist nur eines auf - die Liebe für den Wettbewerb. Wir werden kämpfen, um gemeinsam mit unseren Partnern an die Spitze zurückzukehren - in einer Formel 1, welche sich derzeit nur noch um die Reifen dreht."

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