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Cosworth - der einzige Unabhängige ohne Abnehmer

Nach dem Vertragsabschluss zwischen Spyker und Ferrari steht der unabhängige Motoren-Hersteller Cosworth ohne Abnehmer da. Eine gewisse Ironie...

Michael Noir Trawniczek

Seit der offiziellen Bekanntgabe des jungen Spyker-Teams, im kommenden Jahr auf Ferrari-Motoren zu setzen, steht der kleine Motorenhersteller Cosworth ohne Abnehmer da. "Wir dachten, wir hätten den Deal mit Midland bereits in der Tasche, weil auch große Teile des nächstjährigen Autos rund um unseren Motor gebaut wurden", erklärte der Geschäftsführer von Cosworth, Bernard Ferguson, in einem Gespräch mit Autosport. Doch die neuen Team-Besitzer Spyker wollten unbedingt eine Partnerschaft mit einem Automobilhersteller eingehen, auch um auf dem Straßenmarkt gemeinsam agieren zu können.

Ferguson gibt offen zu, dass dies eine "große Enttäuschung" für die britische Motorenschmiede darstellt. Cosworth werde 2007 nicht in der Formel 1 vertreten sein, erklärte Ferguson - eine Rückkehr 2008 sei natürlich möglich. Laut Motoren-Reglement werden die Aggregate ohnehin "eingefroren" - Ferguson gibt aber auch zu bedenken: "Die Motoren werden eingefroren - aber man kann keine Menschen einfrieren." Ferguson meint damit seine Mitarbeiter - die 2007 nichts zu tun haben.

Die Ironie an diesem Fall: All die Bestrebungen der FIA, all die Regeländerungen inklusive der Haltbarkeitsregeln und der Motoren-Einfrierung hatten laut Präsident Max Mosley das Ziel, das Überleben privater Hersteller zu sichern. Ferguson: "Es liegt vielleicht eine gewisse Ironie darin, dass nach all den Maßnahmen, mit welchen Max das Überleben der Unabhängigen sichern wollte, der einzige private Motorenhersteller die Formel 1 verlassen muss."

Nur: "Mosley ist nicht jener Mann, der die Motoren kauft - das obliegt den Teams. Aber ganz ehrlich: Wir sind extrem enttäuscht, denn wir betrachten unser Produkt als den besten Motor in der Startaufstellung. Aber du kannst das beste Produkt der ganzen Welt haben - wenn du keine Kunden hast, hilft dir das nicht."

Eine Hoffnung besteht darin, dass die Motorenregeln für 2008 vorschreiben, dass jeder Hersteller nur zwei Teams mit Motoren beliefern darf - also das eigene und ein Kundenteam. Ferrari beliefert 2007 sowohl sich selbst als auch eines der Red Bull-Teams und Spyker - einer der beiden nächstjährigen Ferrari-Kunden wird dann also wieder einen Motor benötigen. Zudem wurde auch das neue Prodrive-Team, welches 2008 in die Formel 1 einsteigen will, mit Cosworth in Verbindung gebracht. Doch all das ist Zukunftsmusik - die nahe Zukunft, also 2007, sieht für Cosworth schlecht aus.

Schade: Cosworth sorgte am Saisonbeginn als Partner von Williams (nächstes Jahr mit Toyota) mit einem der stärksten und hochtourigsten Motoren des Feldes für Aufsehen - frühe Haltbarkeitsprobleme konnten bewältigt werden. Ferguson resignierend: "Wir werden nächste Woche sehen, was wir mit unseren Leben anfangen." Doch dann sagt er: "Aber man muss das Leben als eine Herausforderung ansehen, oder?"

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