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Flügelaffäre II: Honda schrieb Brief an die FIA

Honda-Technikdirektor Geoff Willis hegt einen fürchterlichen Verdacht: Der Heckflügel des Ferrari soll sich immer noch illegal im Fahrtwind verbiegen...

Nachdem die betroffenen Teams beim Grand Prix von Australien geänderte Flügelelemente eingesetzt hatten, schienen die Diskussionen um flexible Front- und Heckflügel beendet. Doch die enormen Topspeeds, mit denen Ferrari in Imola die Konkurrenz überraschte, scheinen nun zu einem Wiederaufflammen der Debatten zu führen.

"Ich glaube, dass ich genug Videomaterial habe, um zu beweisen, dass sich ihr Heckflügel immer noch verbiegt", berichtete Hondas Technischer Direktor Geoff Willis in der Autosprint.

"Ich habe bereits an Charlie Whiting (Technischer Delegierter der FIA; Anm. d. Red.) geschrieben, denn die Geschwindigkeit der Ferrari am Ende eines jeden Sektors ist unglaublich." Damit scheint die Diskussion eine Neuauflage zu finden.

Affäre schien bereits beendet

Nachdem in Malaysia zunächst Ferrari, später dann auch andere Teams beschuldigt wurden, flexible Flügel einzusetzen, forderte der Automobilweltverband FIA die entsprechenden Rennställe auf, ihr Flügelwerk bis zum nächsten Rennen in Australien entsprechend zu modifizieren. Die Teams kamen dem nach, womit die Vorwürfe verstummten.

In der vergangenen Woche befasste sich noch die Technische Arbeitsgruppe der FIA mit der Thematik, beschloss jedoch, dass die Regeln diesbezüglich in diesem Jahr nicht mehr geändert werden sollen und keine schärferen Kontrolltests nötig wären. Allerdings einigte man sich darauf, die Regeln für 2007 in diese Richtung anzupassen.

Verdächtige Topspeedwerte

Honda-Teamchef Nick Fry bestätigte gegenüber autosport.com den Brief an die FIA und bekräftigte gleichzeitig die Beobachtungen: "Wir wollten einfach sicherstellen, dass unser Anliegen registriert wird. Michael Schumachers Auto war an einer Stelle sechs km/h schneller als das von Fernando Alonso, aber an anderer Stelle war er sechs km/h langsamer", erklärte der Brite.

Tatsächlich führten Schumacher und Teamkollege Felipe Massa die Geschwindigkeitsmessungen in Imola deutlich an, Juan-Pablo Montoya fehlten als Drittschnellstem bereits mehrere km/h. Fry: "Ich denke, dass wir alle nach den gleichen Regeln spielen sollten, und wenn Ferrari Dinge tut, die wir nicht tun dürfen, dann muss etwas getan werden."

"Es liegt an der FIA"

Daher habe man Whiting informiert: "In den vergangenen Monaten hat Charlie einen sehr guten Job gemacht, und als die Probleme mit dem Frontflügel aufkamen, hat er sofort reagiert", lobte Fry.

"Aber jetzt ist es an der FIA, sicherzustellen, dass wir alle nach den gleichen Regeln arbeiten."

Man habe die Klärung der beobachteten Unstimmigkeit mit dem Schreiben nun in die Hände des Automobilweltverbandes übergeben, meinte der Honda-Teamchef abschließend.

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