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Formula One goes „green“

Max Mosley erneuert seine Forderung nach einer ökologischeren Formel 1, der FIA-Präsident möchte diese mit einer Kostensenkung verbinden.

Anfang voriger Woche hat die FIA in Paris gemeinsam mit den Teams und Herstellern beschlossen, dass die Formel 1 in Zukunft ökologischer ausgerichtet werden soll. Dies stellt einen großen persönlichen Erfolg für FIA-Präsident Max Mosley dar, der sich in den vergangenen Jahren massiv für dieses Thema eingesetzt hat.

Natürlich erfüllt es den Briten mit einer tieferen inneren Genugtuung, dass nun alle Parteien an einem Strang ziehen und sich dazu bereiterklärt haben, seine Vorschläge in die Tat umzusetzen. "Großartige Genialität und Ideenreichtum - ganz zu schweigen von Geld - wurden eingesetzt, aber das ist in der echten Welt irrelevant. Wenn die Technologie irrelevant war, dann wurde Geld verschwendet - was zu beweisen war!"

Formel 1 soll etwas für die Serie bringen

"All das wird sich nun aber ändern", fuhr er in seiner Kolumne für F1 Racing fort. "Wir begehen eine neue Ära von neuer und hochrelevanter Formel-1-Technologie. Dadurch, dass wir die Teams dazu brachten, die Drehzahlen zu begrenzen, kann das Hauptaugenmerk nun darauf gelegt werden, mehr Leistung aus jeder Energieeinheit herauszuholen. Dies rückt die Formel-1-Motorenentwicklung in Linie mit den Versuchen der Automobilhersteller, verlorene Energie in Form von Abwärme zurückzugewinnen."

Konkret stellt sich dies Mosley so vor, dass ein System entwickelt wird, welches Wärmenergie speichert - etwa beim Bremsen - und anschließend wieder abgibt. Dies könnte in der Formel 1 beispielsweise in Form eines Boost-Buttons am Lenkrad für mehr Überholmanöver geschehen, in der Serie eher als entlastende Ergänzung zum Normalbetrieb des Motors. Auf der Hand liegender Effekt für Pkw: Der Benzinverbrauch kann spürbar gesenkt werden.

"Es gibt keinen Grund, weshalb wir Systeme nicht zulassen sollten, die Energie aus den Auspuffgasen und aus Wärme extrahieren, um damit den Energieoutput zu erhöhen", gab Mosley erklärend zu Protokoll. "Wir sollten auch Energierückgewinnung und -wiederverwertung zulassen. Ein leichtgewichtiges System zur Rückgewinnung von Energie, die beim Bremsvorgang verloren geht, ist zum Beispiel genau der Bereich, in dem Formel-1-Ingenieure gut sind."

Mosley übt Kritik an widerwilligen Teamchefs

Dass sich die Formel 1 nicht schon viel früher dazu durchgerungen hat, eine ökologischere Linie einzuschlagen, habe laut Aussage des 66jährigen nie an ihm selbst, sondern nur an den Teams gelegen. Wegen des noch bis Ende 2007 gültigen Concorde Agreements können Regeländerungen dieser Tragweite nur mit Zustimmung aller Teams beschlossen werden. Ab 2008 gilt jedoch eine einfache Mehrheitsregelung.

Mosley: "Wir bekamen nie Einstimmigkeit, weil es immer zwei oder drei Teamchefs gibt, die resolut gegen Veränderungen sind", sagte er. "Ihr Widerstand ist irritierend, aber verständlich - wir bitten sie darum, das, was sie kennen, zurückzuweisen und stattdessen radikale Ideen anzunehmen. Dabei fühlen sie sich unwohl. Die Leute, die im frühen 19. Jahrhundert in Großbritannien die neuen Maschinen zerstört haben, haben genauso gedacht..."

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