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Indianapolis-Abkommen ist noch nicht unterschrieben

Zwar konnten sich die Bosse in Indianapolis auf einen Alternativ-Vorschlag zur totalen Motor-Einfrierung einigen, doch unterschrieben ist noch nichts.

Am vergangenen Wochenende fanden in der leidigen Diskussion um das künftige Motorenreglement der Formel 1 hinter verschlossenen Türen mehrere Meetings statt, die gefruchtet haben dürften: Wie Radio Fahrerlager vermeldet, scheint es zwischen den elf Teams endlich Einigkeit zu geben - in Form des neu ausgearbeiteten Indianapolis-Abkommens.

Hinter dem Vorschlag stecken BMW, DaimlerChrysler, Honda und Toyota, die die 100-Prozent-Homologierung der FIA unbedingt vermeiden wollen und daher die Situation selbst in die Hand nehmen mussten. Die vier 'GPMA'-Hersteller arbeiteten gemeinsam eine Regelvariante aus, die zwar ein komplettes Einfrieren des Motorenblocks schon ab 2007 vorschreibt, jedoch in anderen Bereichen zumindest für ein einmaliges Update pro Jahr technologische Freiheiten lässt.

Einigung vorhanden, Unterschriften noch nicht

Das Indianapolis-Abkommen liegt damit Expertenmeinungen zufolge irgendwo zwischen jenen von Maranello und Monaco, was letzten Endes auch der ausschlaggebende Grund dafür gewesen sein dürfte, dass gestern doch ein Kompromiss erzielt werden konnte. Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone wurde angeblich damit beauftragt, die notwendigen Unterschriften einzusammeln, was noch nicht geschehen ist, aber noch diese Woche geschehen soll.

"Alle haben schon gesagt: 'Ja, ich stimme zu! Bitte schreibt es nieder und wir werden unterschreiben.' Damit sind wir gerade beschäftigt", wird Otmar Szafnauer, Vizepräsident der Honda-Motorsportabteilung, von Autosport zitiert. Eine Verschiebung wäre auch kein Problem: "Dann würde es halt Magny-Cours-Abkommen heißen. Wenn es Einstimmigkeit gibt, kann man die Regeln jederzeit ändern. Wir hoffen aber, es noch vor dem 6. Juli hinzubekommen", sagte er.

Am 6. Juli, also am kommenden Donnerstag, tagt nämlich die Formel-1-Kommission, der neben Ecclestone Vertreter des Automobilweltverbandes FIA und der Teams sowie von Rennveranstaltern und Sponsoren angehören. Sollte die Formel-1-Kommission das Indianapolis-Abkommen - sofern es dann schon von allen Teams unterschrieben ist - absegnen, wäre ein endgültiger Beschluss durch das World Council der FIA wohl nur noch reine Formsache.

Kolles pokert in der Motorendiskussion

Hundertprozentig sicher ist aber ohnehin noch nicht, dass sich die Teams diese Woche endgültig einig werden, denn Medienberichten zufolge soll MF1-Racing-Teamchef Colin Kolles hinter den Kulissen pokern, um für seinen Rennstall eine möglichst gute Position herauszuschinden. Kolles ist sich mit Cosworth für 2007 einig, und weil die Briten momentan einen der besten Motoren der Formel 1 haben, ist er natürlich an einer möglichst strikten Homologierung interessiert.

BMW, DaimlerChrysler, Honda und Mercedes wollen den kleinen Teams jedoch entgegenkommen, indem sie ihnen andere Anreize bieten, zum Beispiel eine Garantie für preisgünstige Kundentriebwerke. Spekulatives, aber denkbares Szenario: Mercedes beliefert MF1 Racing ab 2007 zu günstigen Konditionen als Kundenteam, bekommt dafür Kolles' Unterschrift und obendrein auch noch eine perfekt geeignete Lehrstelle für GP2-Nachwuchstalent Lewis Hamilton.

Ferrari und Red Bull haben noch nicht unterschrieben

Red Bull zögert noch mit der Unterschrift, weil sich die Herren in Fuschl das Abkommen erst noch genauer durch den Kopf gehen lassen wollen. Gleiches gilt für Ferrari: "Meine Leute werden sich diesen Vorschlag sehr genau ansehen. Wir sollten dem, was wir nach dem Treffen in Maranello vorgeschlagen haben, sehr nahe bleiben", erklärte Teamchef Jean Todt, der jedoch prinzipiell Interesse signalisierte: "Ferrari ist dazu bereit, solange die Kosten nicht jene von Maranello überschreiten."

Und weiter: "Wenn wir den Eindruck gewinnen, dass Indianapolis unseren Erwartungen entspricht, dann haben wir keine Probleme damit, zu unterschreiben. Wenn wir das Gefühl haben, dass einige Änderungen vorgeschlagen werden sollten, dann werden wir sie vorschlagen. Unsere Kollegen werden dem dann hoffentlich zustimmen", so der Franzose, der bestätigte, dass das Indianapolis-Abkommen etwas höhere Kosten mit sich bringen würde als der aktuell gültige, aber umstrittene FIA-Regelvorschlag.

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