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Formel 1: Analyse

Fisichella: "Das Auto war unberechenbar"

Giancarlo Fisichella blickt zurück auf seine Ferrari-Einsätze und spricht darüber, warum er in fünf Grands Prix keinen einzigen WM-Punkt geholt hat.

In Spa-Francorchamps verblüffte Giancarlo Fisichella im Force India die gesamte Formel 1, wenige Tage später erfüllte sich für den Italiener ein lange gehegter Wunsch: Der 36jährige wurde bei Ferrari zum Ersatzmann von Felipe Massa bestellt und bestritt die restlichen Saison für das Team aus Maranello. Richtig glücklich war Fisichella mit dem F60 aber nie – das KERS machte Probleme.

"Natürlich war mein Ferrari-Intermezzo nicht wirklich positiv. Aber es war der Traum meines Lebens. Der wurde jetzt wahr", sagt Fisichella rückblickend gegenüber Auto Bild motorsport. "Unglücklicherweise hatte ich nicht genug Zeit, Vertrauen ins Auto zu gewinnen", meint der künftige Test- und Ersatzfahrer von Ferrari. "Das KERS erfordert einen ganz anderen Fahrstil."

KERS als Hemmschuh für Fisichella

"Ich bin seit 15 Jahren so gefahren wie bei Force India und habe es einfach nicht geschafft, meinen Fahrstil an den F60 anzupassen", erläutert Fisichella. "Ich war immer sehr aggressiv beim Runterschalten. Sobald ich aufs Bremspedal trat, habe ich runtergeschaltet. Mit dem KERS war das anders. Da hast du gebremst, musstest mit dem Runterschalten aber warten, bis du in die Kurve eingebogen bist."

"Das war für mich einfach unmöglich. Deshalb kämpfte ich immer mit blockierenden Hinterräder. Das Auto war unberechenbar. Nichtsdestotrotz war es eine fantastische Erfahrung", so Fisichella, der just in Monza sein Debüt für Ferrari geben durfte – für einen italienischen Ferrari-Piloten ein nicht zu überbietendes Erlebnis.

"Es war einer der schönsten Momente in meinem Leben", sagt Fisichella. "Ich war so nervös, so aufgeregt. Immerhin kam ich mit dem zweiten Platz aus Spa-Franchorchamps im Gepäck nach Monza. Zwei Tage später hatte ich den Vertrag mit Ferrari unterschrieben. Und eine Woche später fuhr ich im italienischen Monza einen Ferrari. Unglaublich", sprudelt es aus dem Routinier heraus.

Fisichella rechnet mit erfolgreichem Ferrari-Jahr

Seine Zeit beim Team von Vijay Mallya möchte Fisichella aber nicht missen: "Ich bin sehr stolz auf die Arbeit, die ich bei Force India geleistet habe", erklärt der Römer. "Zusammen mit dem Team habe ich das Auto perfekt weiterentwickelt. Der zweite Platz und die Pole Position in Spa waren einfach fantastisch! Ich habe aber keinen Moment gezögert, als Ferrari mich angerufen hat", gesteht Fisichella.

Ähnlich dürfte es auch Fernando Alonso ergangen sein, der 2010 zum Team stößt und ab der kommenden Saison neben Felipe Massa ins Ferrari-Lenkrad greift. Fisichella traut seinem alten und neuen Stallgefährten gleich eine Menge zu: "Fernando ist ein fantastischer Fahrer: schnell, konstant, sehr fokussiert. Deshalb wird er meiner Meinung nach 2010 auch wieder um die WM kämpfen."

"Das Auto muss natürlich gut sein, aber das wird es", ist sich Fisichella sicher. "Es wird leicht für Fernando sein, sich im Team zurecht zu finden. Er spricht fantastisch italienisch und ist ein netter Junge. Er wird bei Ferrari keine Probleme haben wie bei McLaren. Er hat alles, um erfolgreich zu sein", meint der Italiener. "Aber auch Felipe ist stark. Es wird eine gute Saison für Ferrari."

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