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Formel 1: News

„Doppeldiffusor nur ein kleines Steinchen“

Alex Wurz hat als Honda-Entwicklungspilot die Entwicklung des BGP 001 aus nächster Nähe verfolgt – er verrät, was den Wagen so stark macht.

Ross Brawn und das ehemalige Honda-Team kannten im vergangenen Jahr nur ein Ziel: die Entwicklung für 2009 voranzutreiben. Dass dieses Unterfangen später auch erfolgreich sein würde, war allerdings nicht immer abzusehen. Im Winter stand der Rennstall auf Messers Schneide, ehe Brawn das Team übernahm und in Eigenregie von Erfolg zu Erfolg führte. Alexander Wurz weiß als Berater freilich um die Hintergründe Bescheid und ist nicht sehr überrascht von der Brawn-Leistung 2009.

Sowohl Button als auch Teamkollege Rubens Barrichello konnten in der ersten Saisonhälfte auf ein hervorragendes technisches Paket zurückgreifen, das zunächst Seinesgleichen suchte. Anfangs wurde der ausgezeichnete Speed des BGP 001 noch hauptsächlich dem Doppeldiffusor zugeschrieben, doch um diese technische Raffinesse ist es mittlerweile wieder etwas stiller geworden - wohl, weil die Konkurrenz in der Zwischenzeit nachgerüstet hat.

"Der Doppeldiffusor ist nur ein kleines Steinchen zum Erfolg", erläuterte Wurz gegenüber News. "Das Siegerauto macht aber aus, dass Brawn in Wirklichkeit kein neues Team, sondern ein etabliertes ist, das mit irrem Aufwand operiert hat. Wäre keine drastische Reglementänderung für diese Saison gekommen, hätte dieser Aufwand auch nicht viel genützt", stellte der österreichische Rennfahrer heraus, der vor kurzem in Le Mans triumphierte.

"So aber wurde das Auto im Windkanal in drei verschiedene Richtungen entwickelt. Zwei Wege haben sich als falsch erwiesen, so konnte das Team umswitchen", schilderte Wurz die Entstehungsgeschichte des Rennwagens, der in der Formel 1 noch immer für großes Aufsehen sorgt. Wurz hält fest: "Der Brawn ist vermutlich das teuerste Auto mit dem wahrscheinlich geringsten operativen Budget in der ganzen Startaufstellung."

Damit schafften es Button und Barrichello bis an die Spitze der beiden WM-Wertungen, verspürten aber unlängst heftigen Gegenwind von Sebastian Vettel und Mark Webber. Dieser Leistung muss auch Wurz Respekt zollen: "Ich vergebe zehn von zehn Punkten für die Dominanz von Red Bull in Silverstone", so der 35-Jährige. "Sebastian Vettel wird, wenn er sich weiter auf das Wesentliche besinnt, seinen Höhenflug fortsetzen."

Von einem veränderten Kräfteverhältnis will Wurz aber nicht reden: "Ich würde sagen, dass Brawn und Red Bull auf gleicher Augenhöhe liegen. Je nach Strecke wird einmal der eine, dann der andere gewinnen", erklärte der Österreicher und fügte im Hinblick auf den weiteren Jahresverlauf ein: "Das ist ein Garant für eine spannende Saison." Großen Anteil daran hat freilich WM-Leader Button, der zuletzt in acht Rennen sechs Siege feierte.

Wurz will seinem Brawn-Teamkollegen keinesfalls das Können absprechen, verweist aber auf die Stärke des Brawn-Pakets: "Jenson ist ein schönes Beispiel dafür, dass jeder Pilot gewinnen kann, wenn er nur im richtigen Auto sitzt. Früher war er ein perfekter Fahrer mit tollem Talent, der nicht das Auto hatte, das auch zu zeigen. Jetzt kann er beweisen, dass er ein ganz Großer ist", sagte Wurz abschließend. "Das hat das Auto aus ihm gemacht."

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