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„In den Fabriken wird derzeit jeder Cent umgedreht!“

Alles andere als begeistert ist der Betriebsrat der Firma Daimler. Der McLaren-Ausstieg sei eine Chance gewesen, aus der Formel 1 auszusteigen…

Foto: Daimler

Die Bekanntgabe des 75,1-Prozent-Einstiegs beim amtierenden Weltmeisterteam Brawn ist noch keine drei Stunden her, da gibt es in Stuttgart schon erste Unstimmigkeiten über die Neuausrichtung des Formel-1-Programms von Mercedes. Der Daimler-Betriebsrat ist mit der Gründung eines eigenen Werksteams nämlich nicht einverstanden.

"Der Ausstieg bei McLaren wäre für Mercedes eine Chance gewesen, den insgesamt kostspieligen und in seiner Wirkung umstrittenen Formel-1-Zirkus zu verlassen", wird Betriebsratschef Erich Klemm von der dpa zitiert. "Wir haben kein Verständnis dafür, dass der Vorstand mit dem Ausstieg gleich wieder ein neues Formel-1-Abenteuer beginnt." Bekanntlich hatte der Betriebsrat bereits im April 2009 erstmals öffentlich einen Ausstieg aus der Königsklasse des Motorsports gefordert.

Klemm begründet seine ablehnende Haltung mit den Folgen der Wirtschaftskrise: "In den Fabriken wird derzeit jeder Cent dreimal umgedreht. Die Beschäftigten nehmen in der Krise aufgrund von Arbeitszeitverkürzung und Kurzarbeit erhebliche Einkommensverluste hin", argumentiert er. Bekanntlich sind in Deutschland 27.400 Mitarbeiter in Kurzarbeit, während für weitere 89.000 Beschäftigte verkürzte Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich gelten.

Allerdings betont Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche, dass das Formel-1-Engagement in zwei Jahren dank diverser Kostensenkungsmaßnahmen nur noch ein Viertel des früheren Budgets ausmachen wird. Zudem soll der Wechsel von McLaren, wo man 40 Prozent der Teamanteile kontrollierte, zu Brawn für eine deutlich effizientere Kostenstruktur sorgen. Dies war eines der Hauptargumente für die heute bekannt gegebene Neuausrichtung.

Als amtierender Konstrukteursweltmeister wird das Mercedes-Werksteam 2010 geschätzte 60 Millionen Euro aus dem Einnahmentopf der Formel 1 kassieren. Hinzu kommen Gelder aus mehreren Sponsorenverträgen, die demnächst abgeschlossen werden sollen, und natürlich der Gewinn aus den Motorenlieferungen an McLaren und Force India. Auch ein Abschluss mit RBR scheint nach der Trennung von McLaren nicht mehr ausgeschlossen.

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