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Max Mosley fürchtet, wieder kandidieren zu müssen

Ob „die ganze Welt“ oder „nur“ die FIA-Klubs darauf „bestehen“ könnten – Max Mosley glaubt, er müsse womöglich wieder kandidieren….

Seit wenigen Tagen ist der Konflikt zwischen Automobil-Weltverband FIA und Teamvereinigung FOTA offiziell beendet, doch wenige Stunden nach der Einigung im Regelstreit flogen schon wieder verbale Giftpfeile. FIA-Präsident Max Mosley ärgert sich in höchstem Maße darüber, wie einzelne Mitglieder der FOTA das Ergebnis der Verhandlungen verkauft haben und stellt sogar eine mögliche Wiederwahl in den Raum. Doch eigentlich will Mosley nicht mehr für das Präsidentenamt kandidieren.

"Ich denke, dafür bin ich ein bisschen zu alt", sagte Mosley gegenüber der Mail on Sunday. "Als ich begonnen habe, war ich alt genug, um der Vater der jüngeren Formel-1-Piloten zu sein - jetzt bin ich alt genug, um ihr Großvater zu sein. Obwohl ich mich selbst nicht alt fühle, muss ich unglaublich alt auf sie wirken. So gesehen müsste also unbedingt ein neuer Mann her", erläuterte der 69-Jährige seine Gedanken vor der im Oktober anstehenden Neuwahl des FIA-Vorsitzenden.

"Generell muss man sagen: Wenn du etwas 16 Jahre lang gemacht hast, so wie ich, dann ist es an der Zeit, damit aufzuhören. Man ist dann einfach verbraucht", meinte der FIA-Präsident. "Ich möchte wirklich aufhören. Sollte es allerdings einen Konflikt mit der Automobilindustrie geben, zum Beispiel durch die Teams der FOTA, dann werde ich nicht zurücktreten. Dann werde ich tun, was ich tun muss. Es liegt nicht in meiner Natur, von einem Kampf davonzulaufen."

Und eine mögliche Herausforderung liegt laut Mosley bereits vor: Den britischen Jurist stört die Art und Weise, wie die Einigung im großen Formel-1-Streit von einzelnen Mitgliedern der Teamvereinigung FOTA dargestellt wurde. "Indem er nach Italien zurückgegangen ist und den Medien erzählt hat, dass der Diktator gestürzt sei, hat di Montezemolo das so beschrieben, als ob nur ich hier herumsitzen und Entscheidungen treffen würde", gab Mosley zu Protokoll.

"Kein Diktator"

"Das entspricht absolut nicht der Wahrheit. Ich kann nichts tun, solange der Automobil-Weltrat nicht sein Einverständnis dazu gibt. Dieser besteht aus 26 Mitgliedern, die allesamt Präsidenten von bedeutenden Rennsportklubs aus der ganzen Welt sind. Über all die Regeln, die ich angeblich diktiert haben soll, haben diese Personen abgestimmt. Zu sagen, dass ich eine Diktatur errichtet hätte, ist also kompletter Unsinn. Ich habe nicht die Macht, um ein Diktator zu sein."

"Ich habe nur die Macht, die Entscheidungen des Automobil-Weltrats auszuführen", stellte Mosley heraus und fügte an: "Sie haben den Fehler gemacht, schon auf meinem Grab zu tanzen, noch bevor ich überhaupt beerdigt war. Es ist nicht gerade toll, wenn die Teams eine PR-Agentur dazu bringen zu behaupten, dass ich am Ende sei, wo ich doch noch voll im Saft bin. Jetzt stehe ich unter dem Druck der ganzen Welt, mich der Wiederwahl zu stellen. Aber eigentlich will ich gar nicht."

"Wir hatten den Deal abgeschlossen. Es gab nichts mehr, worüber man sich noch hätte streiten können. Doch dann konnte Luca einfach nicht still sein. Außerdem wurde gesagt, dass ich ab Oktober nicht mehr in der FIA tätig sein würde. Auch das stimmt nicht", machte Mosley seinem Ärger Luft und erläuterte, dass er dem Automobil-Weltverband auf jeden Fall erhalten bleiben würde. "Als ehemaliger Präsident habe ich automatisch einen Sitz im Senat der FIA."

"Montezemolo nimmt niemand ernst"

Die Angelegenheit auf sich beruhen lassen will Mosley hingegen auch nicht: "Ich gehe nicht davon aus, dass sich Luca entschuldigen oder ausblenden wird, wie er das vielleicht tun sollte. Aber auf der anderen Seite nimmt ihn in der Rennsportwelt ohnehin niemand ernst", schoss Mosley zurück. "Er ist das, was die Italiener eine "Bella Figura" nennen. Er ist zwar der Vorsitzende von FIAT, aber die Person, die das Unternehmen wirklich leitet, ist Sergio Marchionne."

"Und ich gehe nicht davon aus, dass er Luca sehr viel Beachtung schenkt. Wenn Luca etwas sagt, dann wird das halt sofort international aufgeschnappt. Wenn die Leute in Großbritannien zum Beispiel solche Zeilen lesen, dann glauben sie das auch", ließ Mosley verlauten und ging abschließend näher auf die jüngsten Geschehnisse um seine Person ein. "Die vergangenen 16 Monate waren sehr schwierig", musste der FIA-Präsident gestehen.

"Die Klubs werden darauf bestehen..."

"Es ist erschreckend, wenn jemand einen Teil deines Privatlebens auf die Titelseite einer Zeitung bringt. Der Tod meines Sohnes war allerdings weitaus schlimmer. Im Vergleich dazu ist mein Krach mit di Montezemolo geradezu trivial. Dennoch will ich den Posten des Präsidenten nicht so verlassen, dass es den Anschein hat, als hätte mich die Autoindustrie aus dem Amt gedrängt", unterstrich der britische Jurist einmal mehr.

"Wenn sich dieser Eindruck nicht wieder verflüchtigt, dann werden die Klubs darauf bestehen, dass ich noch einmal kandidiere. Ich hoffe also sehr darauf, dass sich diese Situation auflösen wird", sagte Mosley und erteilte einer erneuten Kandidatur für diesen Fall eine Absage: "Wenn es dann an der Zeit ist, das Zepter an jemanden anderen weiterzugeben, dann werde ich das nicht als Traurigkeit, sondern als Erleichterung empfinden."

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