MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

Klien nur noch mit Außenseiterchancen?

Christian Klien konnte 2010 im schwachbrüstigen HRT-Dallara überzeugen, er hofft auf ein Einsatz-Cockpit für 2011 – doch jetzt testet man mit Tonio Liuzzi…

Michael Noir Trawniczek

Im Vorjahr hat HRT-Ersatzpilot Christian Klien bei seinen wenigen Grand Prix-Einsätzen im brustschwachen Dallara-Cosworth eigentlich eine deutliche Empfehlung abgegeben:

Schneller als der mit dem Wagen vertraute Stammpilot Bruno Senna, kämpferisch und verlässlich im Rennen, dazu die aus den verschiedenen Teams mitgebrachte Erfahrung in punkto Fahrzeugabstimmung…

Nachdem HRT vor einiger Zeit überraschend Narain Karthikeyan verpflichtete, war dies für Klien sogar ein Grund zur Hoffnung. Der Inder habe für sein Comeback eine beträchtliche Menge an Sponsorengeldern zu HRT gebracht, welche das spanische Team auch dringend benötigt.

Nun könne Teamchef Colin Kolles das zweite Cockpit einem erfahrenen Piloten anvertrauen, gaben sich Klien und sein Manager Roman Rummenigge zuversichtlich...

Nachdem sich die Hoffnungen auf das nach dem schweren Rallye-Unfall von Robert Kubica frei gewordene Renault-Cockpit mit der Verpflichtung von Nick Heidfeld als Ersatzmann zerschlagen haben, scheint nun auch das letzte freie Einsatzcockpit belegt zu werden.

Tatsächlich tendiert Colin Kolles zu einem erfahrenen Piloten – allerdings ist nun zu befürchten, dass dieser nicht Christian Klien heißen könnte, sondern ausgerechnet Vitantonio Liuzzi, mit dem sich der Hohenemser schon in alten RBR-Tagen ein Cockpit teilen musste.

Liuzzi darf bei den bis Montag laufenden Formel 1-Testfahrten im spanischen Montmelo neben Einsatzpilot Karthikeyan für Hispania Racing testen.

Gerüchte besagen: Noch sei kein Vertrag unterschrieben – angeblich soll auch der zweite Pilot Sponsorengelder an Bord bringen müssen, allerdings nicht so viel wie Karthikeyan.

Liuzzi darf am Samstag in den Vorjahrswagen steigen - der neue, erstmals vom Team selbst gebaute HRT-Cosworth F111 steht noch nicht zur Verfügung.

Der Italiener hat im Vorfeld seines Einsatzes jedenfalls bereits kräftig Rosen gestreut: „Hispania ist ein Team mit Potenzial, das in Zukunft wachsen kann und mit dem neuen Auto vielleicht ein gutes Paket hat. Es gibt noch viel zu tun, denn wir haben morgen den ersten Test, aber da wird noch viel kommen. Ich bin mir sicher, dass es ein guter Tag wird, und ich freue mich auf den nächsten Schritt."

Dieser „nächste Schritt“ ist für Liuzzi natürlich ein Vertrag als Einsatzpilot. Dass seine Chancen nicht schlecht stehen, bestätigt Kolles mit den Worten: „Ich habe immer gesagt, dass es unser Ziel ist, das bestmögliche Paket zu schnüren. Tonio ist ein starker Anwärter auf den zweiten Platz, denn er hat viel Erfahrung in der Formel 1. Wir hoffen, dass seine Kommentare dem Team dabei helfen werden, in die richtige Richtung zu gehen.“

Bleibt die Hoffnung, dass Kolles damit Christian Klien und seinen Manager motivieren möchte, den Geldkoffer etwas schwerer zu gestalten. Allerdings soll Klien im Vergleich zu Liuzzi deutlich weniger Sponsorengelder zur Verfügung haben.

Kolles hat nun zwei erfahrene Piloten zur Auswahl – so ist zu befürchten, dass am Ende wieder einmal das Geld entscheidet…

Es ist aber auch durchaus möglich, dass der gewiefte HRT-Teamchef wie im Vorjahr eine Art „Cockpitzirkeltraining“ veranstaltet, um die Sponsorengelder auch in der laufenden Saison fließen zu lassen…

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Max Verstappen auf der Nordschleife

Zwischen Siegchance und Tragödie

Max Verstappen erlebt extremes Wochenende auf der Nürburgring-Nordschleife: Erst eine Tragödie, dann eine tolle Show und letztlich ein bitteres Ende

Der Große Preis der Türkei steht bereits ab der Saison 2027 wieder im Kalender - Möglich macht das Comeback eine bevorstehende Rotation von Spa und Barcelona

Toto Wolff gingen die Streitigkeiten zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg 2016 zu weit, sodass er beide Fahrer kurzzeitig freistellte und eine Warnung aussprach

Rechbergrennen 2026: Vorschau

Rekord-Nennung beim Rechbergrennen

Der große Bergpreis von Österreich am Rechberg zieht die besten Bergrennpiloten aus ganz Europa an. 269 TeilnehmerInnen aus 18 Nationen bedeuten neuen Nennrekord. Veranstalterteam rechnet mit großem Zuschaueransturm