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Indien ist im Plan

Am 30. Oktober feiert die Formel 1 ihre Premiere in Indien – im Gegensatz zu Südkorea im Vorjahr gibt es beim Buddh Circuit keinen Anlass zur Sorge…

Im Vorjahr war es ein Rennen vor dem Rennen, das die Formel 1 in Südkorea in Atem hielt. Bis zuletzt wurde am Kurs in Yeongam gearbeitet, ehe fixiert war, dass die Grand-Prix-Premiere ohne Probleme über die Bühne gehen kann. Bloß einige Tribünen wurden schließlich nicht rechtzeitig fertig. Dieser fragwürdige Nervenkitzel dürfte der Formel 1 dieses Jahr in Indien erspart bleiben.

Denn der Bauprozess der Strecke in Greater Noida, die sich 50 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Delhi befindet und Buddh International Circuit genannt wurde, ist laut Angaben der Verantwortlichen im Plan. Davon durfte sich kürzlich auch FIA-Rennleiter Charlie Whiting ein Bild machen.

"Man hat hier ein gutes Gefühl", bestätigt Whiting gegenüber der offiziellen Formel 1-Website, nachdem er sich umgesehen hatte. "Das ist eine ordentliche Baustelle. Das sieht man und das hört man. Ich will den Leuten in Südkorea nicht zu nahe treten, aber als ich im Juli letzten Jahres zum ersten Mal dort war, wurden die Gebäude zwar immer höher, aber die Strecke war nicht da und das Problem war, dass niemand daran gearbeitet hatte."

Davon kann in Greater Noida nicht die Rede sein: Vier Millionen Kubikmeter Erde wurden bereits bewegt, um aus der flachen Landschaft eine hügelige Topographie zu machen, die eine beeindruckende Rennstrecke zulässt. Die Streckenführung ist über acht Monate vor dem geplanten Grand Prix Ende Oktober bereits gut erkennbar - das gleiche gilt für die Gebäude und Tribünen.

Der Kurs wird 5.141 Meter lang sein, beinhaltet 16 Kurven, 14 Meter Höhenunterschied und eine 693 Meter lange Gegengerade, die Höchstgeschwindigkeiten von an die 320 km/h erlaubt. Man geht von einer Rundenzeit von 1:27 Minuten aus.

Streckenarchitekt Hermann Tilke hat beim Buddh International Circuit an alles gedacht: Die Strecke ist sowohl für Formel-1-, als auch für MotoGP-Rennen geeignet. Die Kurve 10 lässt aus diesem Grund zwei Linien zu - eine engere für die Motorradrennen und eine weitere für die Formel 1. Während Rennstrecken wie der Kurs im Istanbul Park durch eine wenig spektakuläre Umgebung auffallen, will man dies in Indien vermeiden: Zwei Seen und ein Kricketstadion wurden im Areal eingeplant.

Doch auch in Indien ist man unter Zeitdruck. Beweis dafür ist, dass man den Bau an der Kricketanlange bereits abgebrochen hat, um mit der Formel-1-Strecke rechtzeitig fertig zu werden. "Es wäre sonst unmöglich gewesen", gibt der Kroate Boris Lazaric gegenüber der offiziellen Formel 1-Website zu. Er ist der Bauleiter der Jaypee-Gruppe, die das Land besitzt und gemeinsam mit Tilke am Kurs arbeitet. Er kommandiert 6.500 Bauarbeiter und arbeitet seit zwölf Jahren in Indien.

Wird der Bau der Rennstrecke aufgrund des Zeitdrucks also doch eine Zitterpartie? "Bei jedem Projekt gibt es Herausforderungen", gesteht Ralf von Wersch, Tiefbau-Abteilungsleiter bei Tilke. "Hier mussten wir uns an einen gewissen Grad an Chaos in Delhi gewöhnen. Es ist aber kein Problem, Arbeitskräfte zu bekommen. In Südkorea gab es Hightech-Baufirmen, aber es war viel herausfordernder, Fortschritte zu machen."

Bleibt die Frage, ob sich die Investition der Inder in den Grand-Prix-Kurs und in die Formel 1 wirklich rechnet. Man geht davon aus, dass der Bau des Buddh International Circuit insgesamt 300 Millionen Dollar (umgerechnet 220 Millionen Euro) verschlingen wird.

Das Formel-1-Rennen ist vertraglich für die kommenden zehn Jahre gesichert. In der Gastronomie rechnet man mit Einnahmen in Höhe von 170 Millionen Dollar (umgerechnet 116 Millionen Euro) - bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Ganz zu schweigen davon, dass der indische Wirtschaftsaufschwung durch den Grand Prix weiter angekurbelt werden könnte.

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