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Formel 1: News

Bahrain-GP im Dezember?

Der FIA-Weltrat muss heute entscheiden, ob der Bahrain-GP heuer nachgeholt wird – eines steht fest: eine politische Entscheidung wird es sicher.

Überraschende Wende in Bahrain: Am Tag der Entscheidung des FIA-Motorsport-Weltrats, ob der ursprünglich für 13. März geplante Grand Prix noch dieses Jahr nachgeholt werden soll, erhalten die Befürworter eines Nachholtermins plötzlich Unterstützung von unerwarteter Seite, genauer gesagt von der oppositionellen Schiitengruppe Al-Wefaq.

"Wir unterstützen die Austragung der Veranstaltung", wird Jasim Husain, ein hochrangiges Mitglied der Partei, von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. "Das würde alle Interessengruppen zwingen, zusammenzuarbeiten, um vor der Veranstaltung Lösungen zu finden, und es würde auf alle indirekten Druck ausüben." Außerdem äußert er die Hoffnung, dass politische Gefangene freigelassen werden müssten, um die internationale Gemeinschaft zu besänftigen.

In Manama saßen Medienberichten zufolge 28 von insgesamt 108 Mitarbeitern des Bahrain-International-Circuit (BIC) im Gefängnis. Allesamt waren Schiiten und wurden von der sunnitischen Führung aus ihren Jobs entlassen. Fünf befinden sich immer noch in Haft. Ein entlassener Häftling schildert: "Sie haben uns dazu gezwungen, uns gegenseitig zu schlagen. Sie haben gesagt, sie vergewaltigen uns, und sie haben uns an gewissen Stellen berührt, damit wir das auch wirklich glauben."

Angesichts dieser menschenunwürdigen Zustände in Bahrain haben sich im Vorfeld zahlreiche Organisationen und Personen gegen einen Grand Prix in diesem Jahr gestellt. Am deutlichsten äußerte sich der ehemalige FIA-Präsident Max Mosley ("Nur über meine Leiche"), aber auch weitere Persönlichkeiten wie Damon Hill oder Ross Brawn haben Argumente, die gegen einen Nachholtermin sprechen - die Menschrechtsorganisation Human Rights Watch sowieso.

Bernie Ecclestone, ein Mitglied des FIA-Weltrats, betont indes gegenüber 'Reuters', dass die heutige Entscheidung "nichts mit Geld" zu tun habe, sondern nur damit, "ob sich die Leute sicher fühlen, wenn sie hinfliegen, oder ob sie besorgt darüber sind, was in der Vergangenheit passiert ist". Die gewalttätigen Ereignisse im Zuge der politischen Unruhen in der gesamten arabischen Welt seien laut Ecclestone "nicht gut" gewesen.

Doch auch wenn der Formel-1-Geschäftsführer immer wieder erklärt, die Bahrain-Frage habe nichts mit Geld, Politik oder Religion zu tun, ist natürlich genau das Gegenteil der Fall. Ganz egal, wie die Entscheidung heute ausfallen wird, wird sie auch als politisches Statement gewertet. Zudem würde die Formel 1 geschätzte 25 Millionen Euro an Grand-Prix-Gebühren verlieren. Betroffen wäre auch jedes einzelne Team mit durchschnittlich knapp einer Million Euro Verlust.

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