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„Der verstellbare Heckflügel ist Blödsinn!“

Gerhard Berger hält nichts vom verstellbaren Heckflügel. Das Reglement gehöre vereinfacht – zudem sei die Aerodynamik zu sehr im Vordergrund.

Der 2011 eingeführte verstellbare Heckflügel ist auch nach der Feuerprobe in Melbourne umstritten. Durch die Streckencharakteristik im Albert Park mit der kurzen Start-Ziel-Geraden hat das sogenannte "Drag Reduction System" [auf Deutsch: Luftwiderstand-Reduktions-System, d. Red.] kaum einen Unterschied gemacht.

Für die breite Masse wird es aber durch die ständigen reglementbedingten Neuerungen zunehmend komplizierter, den Überblick über die Formel 1 zu wahren.

Auch bei vielen Motorsport-Puristen, Fahrern und Ex-Piloten stoßen die neuen Systeme auf Widerstand. Darunter befindet sich Gerhard Berger, der sich gegenüber ServusTV zunächst diplomatisch gibt: "Ich tu mir schwer mit dieser Idee, aber man muss jetzt einmal zwei drei Rennen abwarten und schauen, wie es sich entwickelt."

Dann legt er nach: "Eigentlich finde ich es einen Blödsinn. Ich kann mich mit KERS sehr anfreunden. Es hat den Hintergrund, dass es eine Entwicklung für den Serienbau ist, die vielleicht generell für die Zukunft des Automobils viel Sinn macht. Das ist also eine gute Investition, die aber der Formel 1 sehr viel Geld kostet und die kleinen Teams in Probleme bringt."

Durch den neuen Heckflügel habe er aber bisher "kaum" einen Vorteil bei Überholmanövern gesehen. Dies sei laut Berger aber auch nicht notwendig: "Das ist der falsche Ansatz. Ich will Rennsport sehen, man muss sich vorbeipressen, man muss später bremsen und man muss vorbeikommen."

Die Diskussion um mehr Überholmanöver findet der Tiroler unnötig: "Ich weiß überhaupt nicht, warum wir immer über diese Überholmanöver diskutieren. Es hat in jeder Saison drei fade Rennen gegeben. Da hat dann jeder am Wirtshaus-Tisch gejammert. Aber in den letzten Jahren waren die Weltmeisterschaften immer sehr interessant. Meistens ist es beim letzten Rennen entschieden worden, letztes Jahr hatten am Ende vier Fahrer die Chance. Und es gibt auch Überholmanöver."

Auf die Frage, ob auch er von FIA-Boss Jean Todt & Co. um Rat gefragt worden war, wie man in der Formel 1 für mehr Überholmanöver sorgen könnte, bejaht Berger: "Sie diskutieren solange, bis du ihnen erzählst, was sie hören wollen. Sie haben alle ihre eigenen Ideen und jeder will sich selbst verwirklichen. Jeder will eine Neuigkeit bringen und in zehn Jahren in der Zeitung lesen, dass er der große Erfinder ist."

Dabei handelt man aber nicht im Interesse des Zuschauers, der sich eher eine Vereinfachung als eine Verkomplizierung des Sports wünschen würde: "Die Zuschauer sind total überfordert und wollen ein ganz einfaches Reglement und Rennsport sehen. Das ist beim Fußball gleich wie bei der Formel 1."

Abschließend hat der zehnfache Grand-Prix-Sieger und spätere Teamchef doch noch einen Vorschlag auf Lager, wie man die Formel 1 attraktiver machen könnte. "Die Dominanz der Aerodynamik ist in der heutigen Formel 1 zu extrem", meint der 51-Jährige.

"Heute gewinnt das Auto, das aerodynamisch am besten ist - die ganzen letzten Jahre war es schon so. Deswegen ist auch Adrian Newey so mächtig, er schlägt sogar KERS mit der Aerodynamik. Da sollte aber das Verhältnis zwischen Fahrer, Reifen, Aerodynamik und Motorleistung ausgeglichener sein."

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