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„Die Dinge nehmen langsam Gestalt an”

Dany Bahar ist überzeugt davon, gemeinsam mit der Lotus-Gruppe voll auf Kurs zu liegen: „Das Einzige, was unterm Strich zählt, ist die Zukunft.”

Seit dem vergangenen Jahr leitet Dany Bahar die Geschicke der Lotus-Gruppe als Geschäftsführer und rückte das britische Traditionsunternehmen mit einigen ehrgeizigen Plänen ins Rampenlicht: Der Konzern erweiterte seine Produktpalette und möchte in den kommenden Jahren mehr Autos absetzen als bisher, gleichzeitig fungiert die Lotus-Gruppe als Sponsor in der Formel 1.

Dort ist Bahar mit seiner Firma auf den Renault-Boliden vertreten, was der Lotus-Gruppe bereits jetzt positive Ergebnisse beschert: „Die Formel 1 funktioniert wirklich prima für uns – zumindest im Augenblick”, wird Claudio Berro, Motorsport-Direktor des Unternehmens, von Autosport zitiert. „Sollte sich das verändern, würden wir die erforderlichen Schritte einleiten. Derzeit ist aber alles bestens.”

Bahar setzt auf Signalwirkung

Aus diesem Grund kann sich Bahar auf die globalen Aufgaben der Lotus-Gruppe konzentrieren. „Die Realität ist, dass wir nun Farbe bekennen und unsere Versprechen einlösen müssen. Wir stellten der Weltöffentlichkeit einen Fünfjahres-Plan vor und bis jetzt konnten wir jedes wirtschaftliche Ziel darauf erfüllen. Das erste von fünf Jahren darf als Erfolg bezeichnet werden”, so der Geschäftsführer.

Das Ende der Fahnenstange sei damit allerdings noch lange nicht erreicht. Vielmehr gelte es, weitere Signale zu setzen – wie unlängst bei der Wiedereröffnung der hauseigenen Teststrecke bei Hethel. „Eine Renovierung mag vielleicht nicht als große Errungenschaft gelten, zeigt aber, dass die Dinge langsam Gestalt annehmen”, meint Bahar. „Es geht halt nicht nur darum, eine Strecke zu eröffnen.”

„Wir wollen unseren Angestellten deutlich machen, dass wir anpacken und umsetzen, was wir angekündigt haben”, erläutert der 40jährige und merkt an: „Es geht um Autos, unsere Produkte, unsere Marke. All das ist eng mit dem Motorsport verknüpft. Ich sagte aber schon immer, dass wir nicht einfach nur ein Sponsor und ein Aufkleber auf einem Fahrzeug sein wollen.”

Der Asien-Markt als Verlockung

Der in der Türkei geborene Lotus-Geschäftsführer nennt ein Beispiel: „In der GP2 verfolgen unsere Ingenieure zum Beispiel sehr genau, wie sich das Team entwickelt. Das hilft uns beim Aufbau unserer technischen Ressourcen.” Und genau diese möchte Bahar in den kommenden Jahren möglichst global zur Anwendung bringen: „Speziell der asiatische Markt wächst sehr schnell für uns.”

„Japan ist traditionell ein sehr starker Markt, und die jüngsten Entwicklungen dort hatten keinen Einfluss auf unsere Belange”, meint Bahar und ergänzt: „Zuversicht schöpfen wir auch aus der Tatsache, dass wir lediglich in 32 Ländern vertreten sind. Alle unserer Konkurrenten haben in mehr als 50 Ländern ihre Niederlassungen. Jedes weitere Land stellt für uns also einen Zugewinn dar.”

Auch von der erweiterten Produktpalette verspricht sich Bahar einiges – in den kommenden Jahren will die Lotus-Gruppe einige Neuwagen in unterschiedlichen Segmenten und für eine unterschiedliche Klientel an den Start bringen. „Wir stellten uns dieser Herausforderung, weil wir keine Gelegenheit verpassen wollen”, sagt Bahar. „Aus diesem Grund ist unsere neue Produktpalette derart breit aufgestellt.”

Die Zukunft ist wichtiger als Tradition

Noch ist allerdings nicht absehbar, ob dieser ehrgeizige Plan tatsächlich aufgeht. Bahar gibt sich und seinen Vorhaben allerdings noch etwas Zeit: „Wir müssen die beiden kommenden Jahre überleben”, hält der Geschäftsführer der Lotus-Gruppe fest, der mit Karl Heinz Kalbfell einen neuen Berater an seiner Seite weiß. Der erfahrene Manager bestärkt Bahar in dessen zukunftsorientiertem Handeln.

„Der größte Fehler, den man beim Neubeleben von Traditionsmarken wie Lotus machen kann, ist, sich von der Tradition und der Vergangenheit blenden zu lassen”, sagt Kalbfell und unterstreicht die Richtigkeit des Lotus-Weges: „Wir müssen nach vorne schauen. Colin Chapman blickte niemals zurück. Er hätte heute genau das gemacht, was auch Dany und das Team tun. Das ist wichtig.”

„Du kannst von der Vergangenheit träumen, und es ist freilich wichtig, eine Tradition zu haben. Das Einzige, was zählt, ist unterm Strich aber die Zukunft", meint Kalbfell und merkt abschließend an: „Die DNS von Lotus ist sehr zukunftsorientiert.” Geschäftsführer Bahar ergänzt: „Die Zahlen sprechen für sich: Unser Plan geht auf – und das ist erst der Anfang.”

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