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Formel 1: News

„Aber wir wollen Weltmeister werden“

Michael Schumacher und Niki Lauda glauben fest an den WM-Titel 2014, wegen der Umstrukturierungen und des technischen Fortschritts.

Im vierten Jahr des Bestehens als Werksteam verbuchte Mercedes in der abgelaufenen Formel-1-Saison 2013 den bis dato größten Erfolg. Drei Saisonsiege dank Nico Rosberg (Monte Carlo und Silverstone) und Neuzugang Lewis Hamilton (Budapest) bildeten die Basis für Platz zwei in der Konsktrukteurs-Weltmeisterschaft. Hamiltons dritter Rang in der Fahrerwertung stellt ebenfalls eine Bestmarke dar.

"Das ist ein großartiges Ergebnis - vor allem, wenn man bedenkt, von wo wir gekommen sind. Ende des vergangenen Jahres waren wir im Grunde nirgendwo", erinnert sich Michael Schumacher. Der Rekordweltmeister, in den Jahren 2010 bis 2012 selbst Mercedes-Pilot, verweist darauf, dass die Silberpfeile in drei Jahren einen einzigen Rennsieg (Rosberg in Schanghai 2012) einfuhren, im Kampf um den WM-Titel aber stets deutlichen Rückstand hatten.

Umso mehr freut Schumacher der gezeigte Aufwärtstrend: "Nach 2012 konnte niemand erwarten, in der Folgesaison auch nur streckenweise um den WM-Titel mitfahren zu können. Doch genau das haben sie geschafft. Der Start in die Saison war richtig gut und im Jahresverlauf waren sie sogar in der Lage, anzugreifen. Das ging so weit, bis allen klar wurde, dass der Titel außer Reichweite liegt. Ab diesem Zeitpunkt war es besser, sich auf 2014 zu fokussieren."

Inzwischen ist laut Schumacher "die Basis, künftig um den WM-Titel zu kämpfen, absolut vorhanden". Ob es schon in der Saison 2014, der ersten des neuen V6-Zeitalters, gelingen wird, bleibt abzuwarten. "Ich bin der Meinung, dass dies passieren kann, doch zunächst einmal Glückwunsch zum zweiten WM-Rang", so Schumacher.

Die silberne Zielvorgabe für die Zukunft ist klar. "Wir sind in diesem Jahr Zweiter geworden, das ist okay. Aber wir wollen Weltmeister werden. Nichts anderes kann das Ziel von Mercedes sein", macht der Aufsichtsratsvorsitzende Niki Lauda gegenüber 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' deutlich.

Ex-Mercedes-Pilot Schumacher sieht die Chancen zwar gut, warnt im Hinblick auf das neue technische Reglement aber vor voreiligen Schlüssen und übergroßen Hoffnungen. "Nur aufgrund der neuen Motoren sollte man keine zu großen Veränderungen erwarten. Die Aerodynamik hat die Motoren schon immer ausgestochen. Das wird auch in Zukunft immer so sein", sagt der siebenmalige Weltmeister.

"Unterm Strich wird das beste Auto, das beste Paket gewinnen", ist Schumacher überzeugt und macht deutlich, worin er Mercedes große Chance sieht: "Sollte es zwei gleich gute Autos geben, dann könnte der Motor natürlich einen Unterschied machen. Wir wissen, dass Mercedes auf dem Motorensektor schon immer Spitze war."

Personell betrachtet nehmen die Silberpfeile die Saison 2014 unter neuen Vorzeichen in Angriff. Teamchef Ross Brawn verlässt das Team zum 31. Dezember 2013 und macht damit den Weg frei für eine Doppelspitze mit Toto Wolff und Paddy Lowe.

Lauda zeigt sich von Brawns Rücktritt nicht überrascht. "Überhaupt nicht. Ross und ich haben ein sehr gutes Verhältnis. Wir haben zuletzt sehr viel miteinander gesprochen, ich habe ihn immer wieder darum gebeten, noch ein Jahr länger zu bleiben. Das waren gute Gespräche. Trotzdem hat er mir freundlich und nett und ohne negative Emotionen abgesagt", betont der Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende gegenüber Frankfurter Allgemeine Zeitung und unterstreicht: "Das ist seine persönliche Entscheidung."

So habe sich Brawn bereits von den Mitarbeitern in Brackley verabschiedet. Der Wunsch nach mehr Familienleben sei beim 59-jährigen Briten einer der Gründe für die Entscheidung gewesen, wenngleich nicht der einzige. "Er will Platz machen für andere im Team", sagt Lauda über Brawn, will von einem Konflikt bei den Silberpfeilen aber nichts wissen: "Wir alle gehen im Guten auseinander."

In Zukunft soll es trotz oder gerade aufgrund der Doppelspitze Wolff/Lowe kein Kompetenzgerangel geben. "Toto ist bei uns zuständig für die Finanzen und all das Kommerzielle, Paddy kümmert sich allein um die Technik, beide sind gleichgestellt. Das ist klar geregelt", sagt Lauda, der jedoch einräumt: "Ganz bestimmt haben wir durch den Weggang von Ross Brawn nun eine einfachere und direktere Struktur im Team. Das kann auch ein Fortschritt sein."

Aber: So oder so werde der mit immenser Erfahrung gesegnete Brawn dem Team "erst einmal fehlen", wie Lauda betont. "Toto und Paddy müssen nun in seine Fußstapfen treten - und diese sind sehr groß."

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