MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

Mercdes hatte den Auspuff nicht verstanden

Ross Brawn verrät, warum das Mercedes-Team im Vorjahr gegen Saisonende nicht mithalten konnte und inwieweit der Auspuff daran schuld war.

Mercedes feiert in diesem Jahr so etwas wie die Wiederauferstehung. Vor einem Jahr begannen die größten Probleme des Teams, und keiner hatte die Silberpfeile mehr auf der Rechnung, nachdem sie drei Jahre ihren Ansprüchen weit hinterhergehinkt sind. Nach der Saison 2012 blieb daher fast kein Stein auf dem anderen - scheinbar mit Erfolg. Toto Wolff, Niki Lauda oder Lewis Hamilton sind die neuen Gesichter des siegreichen Mercedes-Teams, das noch vor Jahresfrist ein Dasein im Niemandsland fristete.

In den letzten sechs Saisonrennen des vergangenen Jahres nahm das Team aus Brackley nur eine Punktplatzierung mit. Nico Rosberg und Michael Schumacher mussten mit dem F1 W03 leiden, weil Mercedes das Saisonende zugunsten der kommenden Chance opferte. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir nicht mehr viel gewinnen konnten", erzählt Teamchef Ross Brawn gegenüber Autosport. "Wir waren Fünfter und dachten nicht, dass wir noch groß abrutschen können."

Man wollte bei den Silberpfeilen am Saisonende einfach sichergehen, dass man das Jahr 2012 auf technischer Seite bestmöglich abschließt - anstatt auf der Strecke. Als besonderen Fixpunkt erinnert sich Brawn dabei an den Coanda-Auspuff, dessen Einführung 2012 ganz groß in Mode war. Ihn habe man nicht sehr gut verstanden. "Wir wussten, was er tut und wie er funktioniert, aber wir haben die ganzen Feinheiten und Nuancen nicht kapiert."

Und da Test- und Trainingszeit in der Königsklasse nun einmal sehr rar ist, habe Mercedes eben einfach die Rennen zu besseren Testsessions umfunktioniert. So behielt man beispielsweise den Coanda-Auspuff, auch wenn man ohne ihn schneller gewesen wäre. "Als klar war, dass er uns zusätzliche Probleme beim Aufwärmen der Reifen und anderweitig verschafft hat, wäre es das Einfachste gewesen, ihn einfach auszubauen", so Brawn.

"Ich wusste, wenn wir das einfach fallengelassen hätten, hätten wir vermutlich bessere Resultate eingefahren, aber dann hätten wir nicht die Dinge gefunden, die wir gebraucht haben, um zu verstehen, wie der Coanda-Auspuff funktioniert - und dann hätten wir ihn und seine Feinheiten nicht entwickelt." Für den Teamchef habe sich die Beharrlichkeit am Ende aber ausbezahlt, wenn er auf die heutigen Ergebnisse blickt.

Zudem konnte er Lewis Hamilton davon überzeugen, zu den Silberpfeilen zu kommen - auch, wenn das für viele Fans und Außenstehende zunächst wie ein falscher Schritt aussah. "Im Team wusste jeder, warum wir tun, was wir tun. Aber außerhalb des Teams ist das ein bisschen schwieriger", sagt Brawn und spielt dabei darauf an, dass neben den Fans auch Sponsoren und der Vorstand bei Mercedes unruhig wurden. "Das hätte ich vielleicht ein bisschen antizipieren sollen", gibt der Brite zu.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

F1 vor Rückkehr nach Afrika

Deal für Ruanda kurz vor Abschluss

Die Anzeichen dafür, dass die Formel 1 2030 einen Grand Prix in Ruanda austragen wird, verdichten sich - WurzDesign plant Rennstrecke in der Nähe von Kigali

Was FIA-Präsident verraten hat

Neue F1-Antriebe schon 2030?

Kommt der V8-Antrieb schneller zurück als gedacht? Der FIA-Präsident kündigt für 2030 eine neue Antriebsgeneration an, aber ein Nebensatz sorgt für Zweifel

Wilder Singapur-Sprint

Russell-Crash & McLaren-Kollision

Max Verstappen siegt in einem wilden Singapur-Sprint, bei dem George Russell crasht, beide McLaren miteinander kollidieren und nur 13 Autos das Ziel sehen

Offiziell: F1 in Ruanda

Ruanda-Deal - ohne konkreten Zeitpunkt

Die Rückkehr der Formel 1 nach Afrika ist offiziell beschlossen - Die Königsklasse wird in den kommenden Jahren in Ruanda fahren, sobald es dort eine Strecke gibt

Grand Prix der USA: Qualifying

Antonelli reicht eine schnelle Runde

Favorit Ferrari bleibt im Qualifying zum Grand Prix der USA unter den Erwartungen, und so gewinnt Antonelli im spannenden Pole-Duell gegen Verstappen