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Formel 1: News

Pirelli soll aktuelle Boliden bekommen

Es zeichnen sich gute Nachrichten für Pirelli ab: Der Reifenhersteller soll noch in diesem Jahr Tests mit 2013er Autos bekommen - Niki Lauda appelliert an Teams

Die Ausstiegsdrohung von Pirelli hat gefruchtet. Nachdem man vor wenigen Tagen schon einen Erfolg erzielen konnte, indem man das Freie Training in Brasilien zu Testfahrten für die kommende Saison umfunktionieren konnte, scheinen die Planungen für 2014 weiter in die richtige Richtung zu gleiten. Angeblich soll man kurz vor weiteren Testmöglichkeiten mit aktuellen 2013er Boliden stehen, wie auto motor und sport berichtet.

Die würde Pirelli auch dringend benötigen. Denn der erste Test mit der neuen Fahrzeuggeneration findet erst Ende Januar in Jerez statt - dem Reifenhersteller rennt die Zeit davon. Zwar konnte man für November einen 1000-Kilometer-Test mit McLaren in Vallelunga arrangieren, doch wie schon bei Mercedes, Red Bull und Ferrari werden diese Fahrten mit einem Modell von 2011 durchgeführt.

Die Arbeiten auf der spanischen Teststrecke sollen die Grundlage für die neuen Mischungen bilden, die sogar erst Ende Februar in Bahrain erstmals zum Einsatz kommen sollen. Um diese Testfahrten im Wüstenstaat vorzubereiten, hätte Pirelli gerne schon im Dezember und Januar Tests mit einem 2013er Boliden durchgeführt - doch das Reglement verbietet dies. "2013 deshalb, damit wir einen Vergleichsmaßstab haben", erklärt Motorsportchef Paul Hembery.

"Wir wissen, wie die aktuellen Autos mit den aktuellen Mischungen reagieren. Wenn wir die 2014er Mischungen dagegenstellen, können wir bessere Rückschlüsse ziehen als bei einem Test mit einem 2011er Auto." Bislang sperren sich aber Teams gegen Testfahrten mit aktuellen Boliden, weil sie einen Nachteil für sich sehen, wenn sie nicht testen - und weil große Kosten entstehen, wenn sie testen. Die Zustimmung aller Teams dafür zu bekommen, gestaltet sich somit als fast unlösbare Aufgabe.

Deswegen rief in Abu Dhabi nun Mercedes-Aufsichtsratsvorsitz Niki Lauda die Teamchefs in einer Sitzung auf, die Paranoia abzulegen und einzulenken. "Wir müssen Pirelli helfen, wenn wir eine Wiederholung des Reifendramas von diesem Jahr verhindern wollen", wird der Österreicher zitiert. Pirelli stand wegen seiner Reifen in dieser Saison öfters in der Kritik, die beim Großen Preis von Großbritannien in zahlreichen Reifenschäden gipfelte.

Auch Lauda geht die Paranoia der Teams auf die Nerven. Der Ex-Pilot fordert ein Umdenken: "Ihr könnt doch nicht so blöd sein, aus Prinzipienreiterei eine Krise heraufzubeschwören. Es geht um das Interesse aller. Wir stellen Pirelli auf jeden Fall ein 2013er Auto bereit, wenn es gewünscht ist. Das sollten auch die anderen tun." Mercedes war auch in dieser Saison das erste Team, dass Pirelli seinen Boliden für Testzwecke zur Verfügung gestellt hatte. Allerdings kam das bei den anderen Vertretern weniger gut an, sodass die Sache bis vor das Internationale Tribunal verfolgt wurde.

Eine Einigung im Teststreit soll sogar noch in dieser Woche erfolgen. Eine Einigung wollte Pirelli auch mit der FIA erzielen. Laut Paul Hembery sei der neue Ausrüstervertrag so gut wie in trockenen Tüchern, es gelte nur noch letzte Details zu klären. Ein solches könnte die Vertragslaufzeit sein, die Berichten zufolge von fünf auf drei Jahre reduziert werden müsse, weil eine so lange Laufzeit ohne neue Ausschreibung rechtlich bedenklich sei.

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