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Formel 1: News

„Der Fahrer wird langsam aber sicher Passagier“

Jacques Villeneuve sieht in der Formel 1 keine Herausforderung mehr und außer Vettel und Alonso nur mittelmäßige Fahrer.

Elektronik, Fahrhilfen und sonstige Technik in Formel-1-Rennwagen zählen seit geraumer Zeit zu den großen Zankäpfeln der Königsklasse. Daran hat die Regelnovelle der Saison 2014 nichts geändert. Im Gegenteil: In Zeiten einer fixen Spritobergrenze befürchten viele Experten schleichende Boliden, die mit 1,6-Liter-Turbomotoren ohnehin nicht die Leistung entwickeln, die sich Traditionalisten wünschen. Während Paddy Lowe Entwarnung gibt, schrillen bei Jacques Villeneuve alle Alarmglocken.

Der Kanadier ärgert sich im Gespräch mit Crash.net über das Downsizing: "Sie sind ja kaum schneller als ein GP2, super langsam", schimpft Villeneuve und macht das Benzinlimit zusammen mit den komplexen Antriebssträngen dafür verantwortlich, dass die Piloten kaum noch gefordert werden: "Es ist nicht einmal physisch anstrengend und das Sprit sparen funktioniert elektronisch." Aber ist Ökonomie am Steuer tatsächlich etwas Neues in der Formel 1? Nein, meint Mercedes' Technikdirektor.

Lowe glaubt, dass die Hysterie nicht angemessen ist. "In diesem Punkt wird übertrieben", sagt der Brite Total Race, räumt aber eine gewisse Frustration durch das Diktat der Tanknadel ein. "Es spielt sicher eine Rolle, aber ich sehe es nicht als beherrschenden Faktor, der das Spektakel mindert." Mit dem scheint Villeneuve schon gar nicht mehr zu rechnen, schließlich hatte er nach eigener Aussage schon die Nase voll, als zuletzt wegen der empfindlichen Pirelli-Pneus ständige Tempodisziplin angesagt war.

Eine Herausforderung ist Formel-1-Fahren in den Augen des Ex-Weltmeisters deshalb nur noch begrenzt. "Es wird einfacher und einfacher, also braucht es weniger und weniger Talent", flucht Villeneuve. "Der Fahrer wird langsam aber sicher Passagier." Unter diesen Umständen scheint es kaum noch möglich, den fähigsten Piloten zu ermitteln. Zu häufig entscheiden die Technik und das Material, wer letztlich die Nase vorne hat. Ein direkter Vergleich ist praktisch nur noch unter Teamkollegen zulässig.

Dennoch hat Villeneuve die zwei Cracks der Gegenwart ausgemacht: "Vettel und Alonso stechen hervor, aber der Rest des Feldes ist Mittelmaß. Dem besten Fahrer gelingt immer etwas Besonderes, egal wie die Regeln lauten." Trotz seiner massiven Schelten schließt der 42-Jährige, der 2014 an der neuen Rallyecross-WM teilnimmt, eine Formel-1-Rückkehr nicht aus - in welcher Funktion auch immer. "Ich bin mit ganzem Herzen Rennfahrer. Wettbewerb wird immer meine erste Priorität bleiben. Wenn man nicht fahren kann, dann gibt es diesen Geist auch außerhalb des Autos."

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