MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

„Jetzt ist es Zeit, nach Hause zu gehen“

McLaren trennt sich mit Saisonende von Sportdirektor Sam Michael, der nach seiner unglücklichen Ära als Williams-Technikchef auch in Woking nicht überzeugte.

McLaren und Sportdirektor Sam Michael gehen mit Saisonende getrennte Wege. Das hat das britische Traditionsteam bestätigt. Der zweifache Familienvater hat im März gekündigt und möchte nun nicht zu einem anderen Formel-1-Team wechseln, sondern in seine Heimat Australien zu seiner Familie zurückkehren. Bei McLaren ist seit einigen Monaten eine umfangreiche Umstrukturierung im Gange: Boss Ron Dennis und Rennleiter Eric Boullier wollen den zuletzt wenig erfolgreichen Rennstall auf das Comeback des Automobil-Konzerns Honda als Antriebslieferant in der kommenden Saison vorbereiten. Laut der BBC soll Dennis die Kündigung Michaels nur widerwillig akzeptiert haben. Bis Saisonende wird er noch an den Rennstrecken vor Ort sein.

"Das waren 21 tolle Jahre in der Formel 1", sagt Michael gegenüber der BBC. "Ich habe jede Minute mit dem Rennsport und den Leuten genossen, aber jetzt ist es Zeit, nach Hause zu gehen, und die nächste Herausforderung anzunehmen." Der 43-Jährige begann seine Karriere 1993 beim kleinen Lotus-Rennstall, wechselte dann zu Jordan, wo er als Renningenieur von Ralf Schumacher und später Heinz-Harald Frentzen fungierte. Im Jahr 2000 nahm er bei Williams den Posten des Chefingenieurs an, 2004 stieg er in die großen Fußstapfen von Patrick Head und wurde Technikchef.

Der "Aussie" konnte dort den hohen Erwartungen nicht gerecht werden - vor allem die Aerodynamik war beim einstigen Siegerteam aus Grove unter seiner Leitung stets ein Sorgenkind. Der Abstieb vom Siegerteam zum Mittelfeld-Rennstall begann, was auch auf den Ausstieg von Hersteller BMW zurückzuführen war.

Als Williams 2011 ans Ende des Feldes zurückgerutscht war, gab man die Trennung von Michael bekannt. Dieser blieb aber nicht lange ohne Anstellung und wechselte zu McLaren, wo er ab sofort den Posten des Sportdirektors bekleidete.

Doch auch diese Phase seiner Karriere lief nicht ohne Pannen ab: Immer wieder patzte das Team bei den Boxenstopps, was sein Verantwortungsbereich war. Zum Titel reichte es nie, ehe man auch noch Starpilot Lewis Hamilton verlor - in den Jahren 2013 und 2014 blieb man sogar sieglos.

McLaren: Ist das Michael-Aus erst der Anfang?

Man darf gespannt sein, welche weitere Änderungen bei McLaren in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden: Fernando Alonso steht kurz vor einem Comeback in Woking, während Ex-McLaren-Pilot Gerhard Berger mit dem Posten des Honda-Leiters in Verbindung gebracht wird. Der Österreicher hat übrigens bekannt gegeben, dass er mit Jahresende seine Funktion als FIA-Einsitzer-Kommissionspräsident zurücklegt. Ein Indiz dafür, dass er eine neue Herausforderung gefunden haben könnte.

Während Michael bei McLaren ausscheiden wird, scheinen seine Kollegen Tim Goss, der als Technikchef fungiert, sowie Geschäftsführer Jonathan Neale übrigens fest im Sattel zu sitzen.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

"Lange auf meiner Wunschliste"

Verstappen startet bei 24h Nürburgring

Max Verstappen startet 2026 beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring: Warum das Rennen "seit langem auf seiner Wunschliste" steht und was er außerdem plant

Emil-Frey-Team liefert Überraschung

Pinker Ferrari in der DTM!

Wieso der Emil-Frey-Ferrari in der DTM-Saison 2026 plötzlich pink ist, welcher Hochkaräter Jack Aitken nachfolgt und was aus dem geplanten dritten Auto wird

Formel 1-Regeln: Straight Mode

Neuer "Straight Mode" wird beim Start verboten

Die Formel-1-Kommission diskutierte in der vergangenen Woche über mehrere sicherheitsrelevante Themen - Dabei ging es auch um den neuen "Straight Mode"

Der Weltverband FIA hat die Formel-1-Fahrer um Feedback gebeten und zeigt sich offen für Anpassungen: Dennoch sei "neunzig Prozent" der Arbeit bereits gut erledigt