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Wirbel um angeblichen R·B·R-Geheimtest

Jener Journalist, der 2013 auch den Mercedes-Testskandal aufdeckte, will nun RB Racing bei einem unerlaubten Test erwischt haben.

Viel Wirbel um Red Bull Racing: Das gewaltig strauchelnde Weltmeisterteam soll auf dem spanischen IDIADA-Testgelände südwestlich von Barcelona einen unerlaubten Geradeaustest absolviert haben. Das berichtet der üblicherweise gut informierte spanische Reporter Pius Gassó, der im Vorjahr auch den umstrittenen Pirelli-Test von Mercedes aufgedeckt und fotografiert hatte. Diesmal gibt es keine Fotos, allerdings eine Sound-Aufnahme, die viel Interpretationsspielraum offen lässt. Der britisch-österreichische Rennstall dementierte derweil übrigens, in Spanien gewesen zu sein.

Da man bei den bisherigen acht offiziellen Testtagen in Jerez und Bahrain große Probleme mit dem Renault-Motor hatte, wäre es nachzuvollziehen, dass die Truppe von Weltmeister Sebastian Vettel dieser Tage an einem Geradeaustest interessiert sein könnte. Bei dieser Art von Probefahrt beschleunigt man lediglich auf einer Geraden auf und ab, um die Funktionstüchtigkeit des Autos zu überprüfen; man erhält dabei aber kaum Aufschlüsse über das eigentliche Fahrverhalten des Boliden.

Man könnte auf diese Weise jedoch Zeit und wichtige Erkenntnisse gewinnen, denn bis zum Saisonstart in Melbourne bleiben RB Racing nur noch die bereits diesen Donnerstag beginnenden letzten vier Testtage in Bahrain, um den RB10 funktionstüchtig und vor allem flott zu machen, sodass derzeit jeder Kilometer zählt.

Das FIA-Reglement schreibt aber in Artikel 22g klar vor, dass Versuchsfahrten – abgesehen von sogenannten Filmtagen und den drei jeweils viertägigen Wintertestblöcken – zwischen dem 20. Januar und dem Beginn eines zehntägigen Zeitraums vor der ersten Veranstaltung der Weltmeisterschaft verboten sind.

Darunter fallen also auch alle Geradeaustests, die nicht als Filmtag deklariert wurden. An solchen Filmtagen, wie sie dieses Jahr bereits von mehreren Teams – zum Beispiel Lotus in Jerez oder Toro Rosso in Misano – durchgeführt wurden, sind nur 100 Kilometer erlaubt. Sie dienen offiziell Promotionzwecken, werden aber von den Teams gerne zeitlich so anberaumt, dass sie auch für kurze Testfahrten genutzt werden können.

Pro Saison hat ein Team zwei dieser Filmtage zur Verfügung – Lotus und Toro Rosso haben ihre beiden Tage heuer bereits verbraucht. Der jeweilige Rennstall muss die FIA 72 Stunden vor einem solchen PR-Termin darüber in Kenntnis setzen, damit ein offizieller Beobachter des Weltverbands die Veranstaltung überwachen kann.

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