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Formel 1: Interview Nico Rosberg, Mercedes W06, Montreal 2015

Aufholjagd von Mercedes' Gnaden?

Motorsportchef Toto Wolff zeigt sich gegenüber Honda und Renault gesprächsbereit, warnt aber prompt vor zusätzlichen Entwicklungskosten.

Heuer ist es nur einem Regelschlupfloch zu verdanken, dass die Mercedes-Gegner ihre Antriebe während der Formel-1-Saison überhaupt weiterentwickeln dürfen. Um diesen Bonus im kommenden Jahr erneut zu genießen, sind Ferrari, Honda und Renault allerdings endgültig auf die Kulanz des britisch-deutschen Werksteams angewiesen. Immerhin scheint Motorsportchef Toto Wolff gesprächsbereit: "Wir stehen der Situation offen gegenüber", erklärt er Autosport über ein mögliches Einlenken.

Wolff kann nachvollziehen, dass die Konkurrenten auf möglichst viele Freiheiten erpicht sind, wenn sie in Sachen Antrieb so weit zurückliegen, wie es am vergangenen Wochenende das Rennen auf der Powerstrecke in Montréal verdeutlicht hat: "Wir verstehen, dass sich Renault und Honda in einer schwierigen Situation befinden, darüber müssen wir sprechen", spricht der Österreicher die besonders gebeutelten Zulieferer an, die 2015 sogar deutlich hinter Ferrari zurückgefallen sind.

Jedoch behält sich Wolff ein Argument in der Hinterhand, um die Sache doch zu blockieren: "Die Reduktion der Kosten ist aktuell ein heißes Thema. Unter der Saison zu entwickeln bedeutet wahrscheinlich einen zusätzlichen Ausgabenfaktor in zweistelliger Millionenhöhe", warnt er. Allen voran die Mercedes-Kunden Force India, Lotus und Williams dürften sich gegen die Freigabe sperren – erstens wegen der finanziellen Belastung; zweitens, weil ihr Motorenvorteil dadurch in Gefahr gerät.

Mercedes hätte Grund, den Kontrahenten entgegenzukommen: Als Marketingmaßnahme, die die Formel 1 für die Deutschen vorrangig ist, lohnt sich das Unterfangen nur, wenn sie auch ein Publikumserfolg ist. In der Gunst der Fans würde die "Königsklasse" zweifellos steigen, falls mittelfristig wieder mehr Autos als nur die von Lewis Hamilton und Nico Rosberg um Grand-Prix-Siege kämpfen könnten.

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