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Formel 1: Analyse

Ecclestone warnt; Toto Wolff ist's egal

Ende Oktober läuft das Mateschitz-Ultimatum ab; "nicht mein Problem", sagt Toto Wolff selbst vor dem Hintergrund juristischer Querelen.

In etwas mehr als einer Woche läuft die von Dietrich Mateschitz gesetzte Deadline für eine Entscheidung über einen Verbleib in der Formel 1 ab. Noch ehe die Würfel bei den Österreichern gefallen sind, machen sich die übrigen Beteiligten schon ihre Gedanken darüber, wie es ohne das dominante Team vergangener Jahre weitergeht; darunter auch Bernie Ecclestone, der kürzlich noch absolute Sicherheit bekundete, dass Red Bull Racing auch 2016 in der Startaufstellung stehen würde.

Mit dem Independent sprach er nun aber bereits über mögliche juristische Auseinandersetzungen mit dem Getränkekonzern, der durch die kommerziellen Rahmenverträge eigentlich bis 2020 an die Formel 1 gebunden ist: "Red Bull würde vor Gericht behaupten: 'Ja, wir haben uns verpflichtet, aber wir haben doch keinen Motor'", skizziert Ecclestone und hat auch gleich die Gegenposition parat: "Mein Argument wäre: 'Ihr habt einen Vertrag unterschrieben. Ihr hättet euch damals einen Motor sichern sollen, das war die Aufgabe eures Teams.'"

Klar ist mittlerweile, dass diese dringend benötigten V6-Hybridmotoren nicht von Mercedes kommen werden. Der Sportchef der Deutschen lässt es jedoch nicht durchgehen, dass sein Unternehmen am Ende als Buhmann herhalten muss und betont, dass eine einseitige "Königsklasse" nicht in seinem Interesse wäre: "Honda und Renault sind für uns Hersteller, von denen wir uns wünschen, dass sie wie Ferrari mit uns auf Augenhöhe kämpfen", sagt Wolff gegenüber spox.com und will der Konkurrenz die Chance geben aufzuholen.

Er sagt mit Blick auf den verspäteten Einstieg der Japaner und ein mögliches Werksengagement der Franzosen, die für die Formel 1 als Gesamtgebilde eine Bereicherung bedeuteten: "Deshalb können wir keine Hardliner sein und das Regelwerk immer nur in unsere Richtung optimieren. Wir müssen den anderen Luft zum Atmen geben." Wolff wünscht sich gleiche Voraussetzungen für alle – auch, wenn das das Aus für den kontrovers diskutierten Entwicklungsstopp bedeutet.

Mateschitz und seinen Teams rät Wolff, ihre Probleme nicht an die Öffentlichkeit zu tragen: "Es wäre einfacher, wenn Red Bull sich hinsetzen und die Probleme hinter verschlossenen Türen lösen würde." Der Mercedes-Verantwortliche hält es nicht für nötig, sein Team einzubremsen, um die "Königsklasse des Motorsports" für die Fans oder für Ecclestone, der so sein Geld verdient, spannender zu machen: "Wenn ich mir die Fankappe anziehe, sehe ich das genauso", räumt Wolff ein, "aber das ist nicht mein Problem."

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