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Formel 1: Interview

Räikkönen-Kritik: "Lauter Tilke-Kurven"

Der finnische Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen wünscht sich anstelle der Retortenkurse der Neuzeit individuelle Traditionsstrecken zurück.

Zu leise, zu kompliziert, zu langweilig – über mangelnde Kritik kann sich die Formel-1-WM derzeit nicht beschweren. Zu den vielen Missständen, die Fans immer wieder ärgern, gehören auch die Austragungsorte, an denen die "Königsklasse" im Rahmen ihres Rennkalenders Hof hält. Zu wenige Traditionsstrecken, zu viele kapitalistisch motivierte Standorte, lautet der Vorwurf, und für die Langeweile auf den Strecken der Neuzeit wird meist Streckendesigner Hermann Tilke (Bild oben) verantwortlich gemacht.

Auch Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen hat etwas an dessen Bauweise auszusetzen. "Die neuen Strecken sind sich alle ziemlich ähnlich und wurden von dem gleichem Typen gestaltet", sagt er gegenüber der finnischen Zeitung Turun Sanomat. "Ich sage nicht, dass sie schlecht sind, aber sie sind sich alle gleich." Die hochmodernen Kurse müssen den Spagat zwischen guter Unterhaltung und den höchsten Sicherheitsmaßnahmen schaffen. Räikkönen ist jedoch ein Fan des altmodischen Rundkurses, der sich seiner Umgebung anpasst.

"Ich mochte Magny-Cours sehr. Die Streckenoberfläche war gut, die Strecke war anders, und die Umgebung kam einem nah. Imola war einer der besten Kurse. Es herrschte dort immer eine gute Atmosphäre, und es war eine Herausforderung. Das gleiche gilt für den Nürburgring", nennt der 36jährige, der bereits über 16 Jahre Erfahrung auf den Grand-Prix-Strecken dieser Welt verfügt, einige Beispiele.

Tilke, seit 1983 im Rennstreckenbau tätig, hat seinen Stempel auf fast allen der 21 in der Formel-1-Saison 2016 befahrenen Kursen hinterlassen. Das Layout in Bahrain, Shanghai, Sotschi, Sepang, Abu Dhabi und Austin stammt aus seiner Feder; hinzu kommt sein Einfluss auf zahlreiche Steckenumbauten. Sein neuster Streich ist der enge Stadtkurs in Baku (Aserbaidschan). Dem gegenüber stehen einzigartige und individuelle Traditionskurse in Spa-Francorchamps oder Monza – wo die Streckenbetreiber allerdings ihre liebe finanzielle Not haben, die Rennen auch im Kalender zu halten.

"Wenn wir an neue Orte reisen wissen wir quasi schon, was uns erwartet", geht es Räikkönen aber vor allem um den Fahrspaß. "Sie sehen alle gleich aus. Ringsherum sind keine Bäume wie in Imola, Magny-Cours, oder Spa. Natürlich ist jede Strecke ein bisschen anders und auch jede Kurve – aber schließlich sind es lauter Tilke-Kurven."

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