MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

„Sogar noch intensiver leben…“

Lewis Hamilton über sein Lieblingsthema: ihn selbst. Einst sei sein Leben „sozial armselig“ gewesen, heute würde er es lieben, anzuecken. Mit dem Erfolg habe das alles natürlich nichts zu tun...

Nach drei Weltmeistertiteln ist Lewis Hamilton noch kein bisschen müde. Der Brite lässt es aber nicht nur auf der Rennstrecke sondern seit seinem ersten Mercedes-Titel auch vermehrt abseits davon krachen. Sein umtriebiger Lebensstil sorgte bisher für keinen Leistungsabfall in der Königsklasse. Für viele - darunter auch Bernie Ecclestone - ist er der beste Botschafter der Formel 1, und trotzdem wird der Brite dafür immer wieder kritisiert. Er selbst sieht's gelassen: "Ich mag es, anders zu sein und anzuecken."

Seit seinem Wechsel von McLaren zu Mercedes im Winter vor der Saison 2013 wirkt der 31-Jährige entspannter. In einem Interview in der April-Ausgabe des Männermagazins GQ plaudert Hamilton über seine privaten Freuden: "Ich spüre eine enorme Veränderung in den vergangenen Jahren. Aber ich glaube, es hat nichts mit meinem Erfolg zu tun. Ich wollte Dinge in meinem Leben anders gestalten. Ich fühlte mich jahrelang eingeschränkt, so, als wäre ich in einem Gespinst gefangen."

In seinen Anfangsjahren bei McLaren - er stieg 2007 schließlich in die Formel 1 ein - durchlief er eine strikte Schule: "Die ersten Jahre im Rennzirkus waren ein Schock. Es ging nicht nur ums Fahren, es war noch so viel mehr. Die Medien, die Partner, all die Menschen drumherum, die mitreden und von mir aus auch ihre Daseinsberechtigung haben. An diese Welt musste ich mich schon sehr anpassen." Ein Mitgrund dafür ist auch sein schneller Aufstieg: 2007 den Titel noch knapp verpasst, holte er 2008 in seinem erst zweiten Jahr die WM-Krone hauchdünn vor Felipe Massa.

Doch nicht nur der Medienrummel um seine Person war dem damals 22-Jährigen fast zu viel. Auch seine Hautfarbe spielte eine Rolle: "Wir sind die erste schwarze Familie in diesem Sport mit diesem Erfolg. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich doppelt so viel arbeiten und doppelt so höflich und zurückhaltend sein muss, um den Durchbruch zu schaffen und der Typ zu werden, der ich heute bin. Dieser Druck war häufig da und nie leicht auszuhalten." Aber: "Ich habe mich befreit."

"Mein soziales Leben war armselig"

"Die meiste Zeit meines Lebens war ich zu strikt, zu ernst, zu sehr involviert in zu viele Dinge. Alles drehte sich um den Beruf, mein soziales Leben war armselig", schildert Hamilton. Dies dürfte auch ein Grund für die langjährige On-Off-Beziehung mit Popstar Nicole Scherzinger gewesen sein: "Wenn meine Freundin mich fragte, ob wir mal ausgehen, schickte ich sie allein zum Feiern, weil ich am nächsten Tag trainieren musste. Das nervt und ist nicht gerade gut fürs Privatleben."

Er konnte sich aus dieser Routine befreien, reist derzeit von einem Promi-Event zum nächsten. Zwischen den Testfahrten in Barcelona war der Mercedes-Pilot beispielsweise in Los Angeles auf einer Oscar-Party, danach besuchte er für mehrere Tage Paris, wo er sich einige Modenschauen anschaute und Schauspielunterricht nahm. In den sozialen Netzwerken hält Hamilton seine Gefolgschaft, die er selbst "TeamLH" nennt, auf dem Laufenden.

In Zukunft soll sogar noch mehr abseits der Rennstrecke geschehen: "Statt runter vom Gas zu gehen, will ich sogar noch intensiver leben. Ich will nicht als alter Mann zurückblicken mit dem Gefühl, dass ich im Leben leider vieles verpasst habe. Der beste Fahrer zu sein und gleichermaßen das Leben abseits der Strecke zu genießen, darum geht es doch", erklärt Hamilton seine Lebensphilosophie.

Zu jenem Mann, der Hamilton heute ist, wurde er aber nur, da er sich von seinem Vater Anthony, der ihn anfangs managte, und seiner gewohnten Umgebung befreite: "Ich war auf einem anderen Level in meinem Leben angekommen und hatte das Gefühl, ausbrechen zu müssen, ich wollte mich sozusagen entwurzeln." Nun ist er sein eigener Manager. "Das hat mich zu dem Mann gemacht, der ich heute bin. Mein Vater schützte mich vor Fehlern und falschen Entscheidungen, aber um zu reifen, muss man eigene Fehler machen."

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

24h Dubai 2026: Bericht

Vierter WRT-Sieg in fünf Jahren

WRT holt bei den 24 Stunden von Dubai 2026 einen weiteren Sieg - BMW in der Wüste unantastbar - Brutales Pech für Paradine Competition in letzter Stunde

Geheimtest von Audi

Audi R26 testet in Barcelona

Der Audi R26 testet auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya - Erste Seh- und Hörprobe der neuen Formel-1-Fahrzeuggeneration 2026!

Wer ist der beste Fahrer 2025?

So haben die Formel-1-Teamchefs abgestimmt

Die Formel-1-Teamchefs haben Max Verstappen zum fünften Mal in Folge zum Fahrer der Saison 2025 gewählt - Lewis Hamilton verpasst den Sprung in das Top-10-Ranking

Red Bull hat seine Farben für die neue Formel-1-Saison präsentiert: Das Design für den RB22 erstrahlt für die Partnerschaft mit Ford in einem neuen Glanz

Energie-Management in der F1?

Albon: Formel 1 2026 wie die Formel E

Die Formel 1 startet 2026 in eine neue Ära: Fahrer müssen die Fahrweise anpassen und ihre Energie managen - Alexander Albon sieht sogar Parallelen zur Formel E