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Warum Wurz in Imola einhändig aufs Podium fuhr

Alex Wurz plaudert aus dem Nähkästchen und verrät, warum er wegen eines geplatzten Jaguar-Deals in Imola 2005 einhändig im McLaren fahren musste.

Alexander Wurz durfte sich in seiner aktiven Formel-1-Karriere über drei Podestplätze freuen. Der Niederösterreicher, der von 1997 bis 2007 als Stamm- und Testpilot in der Formel 1 aktiv war, erinnert sich heute noch zurück an den Grand Prix von San Marino 2005. Unter widrigen Umständen und mit ein wenig Glück wurde er starker Dritter.

Im Interview mit Motor Sport schildert der zweifache Le-Mans-Gewinner die Umstände. Nach vier Jahren bei Benetton wechselte er 2001 als Test- und Ersatzpilot zu McLaren. Dort musste er seit dem Malaysia-Rennen 2000 auf seinen nächsten Renneinsatz warten. Bereits 2004 erhielt er ein lukratives Angebot von Jaguar. "Wir haben uns auf alle Details geeinigt, nur die Unterschrift von Ron Dennis fehlte noch auf dem Papier für meine Freigabe."

Die Verhandlungen fanden während des Designprozesses des neuen McLaren-Boliden für das Jahr 2005 statt. Technikchef Mike Coughlan wollte von der Teamführung wissen, ob er den 1,86 Meter großen Wurz im Designprozess berücksichtigen sollte. "Da wurde ihm gesagt, dass ich bald aus meinem Vertrag entlassen werde und er keine Rücksicht auf mich nehmen müsse. Mike war froh, dass er das Auto nicht für diesen groß gewachsenen Österreicher designen musste", schmunzelt der heute 43-Jährige. 2005 waren Kimi Räikkönen und Juan Pablo Montoya als Stammpiloten vorgesehen.

Wurz musste Pedro de la Rosa den Vortritt lassen

"Coughlan designte das Auto also möglichst klein, allerdings wurde ich nicht aus meinem Vertrag entlassen, weil die Anteilseigner sich dazu entschieden, mich zu behalten. Ich hatte kein Mitspracherecht dabei", schildert Wurz die Misere. Er würde also auch 2005 bei McLaren bleiben. Ein Renneinsatz war für den Österreicher nicht eingeplant, allerdings wollte es das Schicksal anders. Stammpilot Montoya verletzte sich nach dem zweiten Saisonrennen an der Schulter.

Da Wurz allerdings nicht ins Auto passte, musste McLarens zweiter Ersatzmann Pedro de la Rosa für Montoya beim darauffolgenden Grand Prix in Bahrain einspringen - und wurde guter Fünfter. "Ich hatte in meinem Vertrag das Recht verankert, dass ich der erste Ersatzpilot bin. McLaren hat also um viel Geld einen enormen Aufwand betrieben, damit ich in das Auto passe", erinnert sich Wurz heute. Als sein Einsatz beim vierten Saisonrennen in Imola bestätigt war, zeigte er sich erfreut.

Im Bericht vom 19. April 2005 wird Wurz mit den Worten zitiert: "Ich bin wirklich glücklich, am kommenden Wochenende die Gelegenheit zu haben, ein Rennen mit dem MP4-20 zu bestreiten."

Ein Problem gab es aber immer noch: "Ich konnte trotzdem nur einhändig in rechten Haarnadeln fahren, weil meine Hände meine Füße berührten. Ich wusste aber, dass ich diese Chance ergreifen muss und nicht noch ein Rennen warten konnte. Am Ende hat es geklappt." Wurz wurde im Rennen Vierter und profitierte von Jenson Buttons Disqualifikation, womit er nachträglich auf das Podium kam. Wurz sollte über ein Jahr auf seinen nächsten Renneinsatz warten müssen. In seiner letzten Formel-1-Saison 2007 bestritt er 16 Rennen mit Williams - und wurde in Kanada erneut Dritter.

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