MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Hintergrund

Training: So quälen sich die Formel-1-Stars

Schluss mit der Hungerkur: Die Fahrer legen für 2017 Muskelmasse zu und schuften für die Fitness so hart wie selten zuvor - Carlos Sainz trainiert im Kart.

Fotos: RedBullContentPool

Wer Formel-1-Piloten in T-Shirt und kurzer Hose sieht, der vermutet nicht, dass ihm Hochleistungs-Motorsportler gegenüberstehen. Dünne Beinchen, dünne Ärmchen und eine Figur, die eher an eine Bergziege bei der Tour de France erinnert als an einen Athleten, der mit seinem gesamten Körper arbeiten muss. Das könnte sich ändern, wenn die Formel 1 dank der Regelnovelle 2017 wieder schneller wird. Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz hat vier Kilo aufgespeckt - und zwar Muskelmasse.

Der Spanier wiegt nun 70 Kilogramm bei 1,77 Metern Körpergröße, darf also noch immer als hagere Gestalt gelten. "Statt 50 Minuten zu trainieren, was immer normal war, dauert es bei mir jetzt zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Also so lange wie ein Grand-Prix-Rennen", erzählt er von seiner Vorbereitung auf die neuen Autos, die pro Runde drei bis fünf Sekunden schneller sein sollen. Eine solche Einheit verbraucht im Falle Sainz 1.400 Kalorien. Das entspricht fünf kleinen Cheeseburger, drei Kilo Kartoffeln oder zehn Bananen.

Das über 300 Kilometer durchzuhalten, erfordert muskuläre Ausdauer, die sich Sainz unter anderem beim Boxen holt: "Wir arbeiten bei einer Pulsfrequenz von 180 bis 190 Schlägen pro Minute. Es ist gnadenlos und wir machen keine Pausen", schnauft er über eine Leistung, die sonst in Sportarten wie dem Ski-Langlauf oder im Radsport erbracht wird. Knifflig: Kondition alleine reicht im Rennwagen nicht, weil die hohen Fliehkräfte am Körper ziehen. Der Pilot muss gegen sie arbeiten.

Besonders die Nackenmuskulatur wird 2017 stärker beansprucht. Sainz trainiert für die Mehrbelastung klassisch mit Gewichten und Gummibändern, um sich darauf einzustellen, mit seinem Körper gegen hohe g-Kräfte anzukämpfen. Außerdem setzt er sich zwei- bis dreimal in der Woche ins Kart: Er klemmt er sich eineinhalb bis zwei Kilo schwere Zusatzgewichte an den Helm und dreht seine Runden. "Das entspricht den stärkeren Kräften, die mich in der Formel 1 erwarten", so der Spanier.

Einen Vorteil für jüngere Piloten wie ihn selbst erkennt Sainz nicht: "Einerseits denke ich, dass man mit 21 oder 22 Jahren körperlich in Bestform ist. Andererseits haben Fahrer wie Fernando Alonso, Lewis Hamilton and Kimi Räikkonen 2005, 2006 und 2007 schon Erfahrung damit gesammelt", erinnert er an die Zeiten, in denen die Boliden noch urgewaltiger waren als zuletzt.

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: Hintergrund

Weitere Artikel:

Zwischen Wachstum und Identität

MotoGP will keine F1-Kopie werden

Milliarden-Übernahme, Millionen Fans, aber kein Kurs Richtung Formel 1: MotoGP-Sportdirektor Carlos Ezpeleta erklärt, warum der Sport bewusst anders bleiben will

Rallycross-ÖM Melk: Bericht

Rallycross-Saisonstart in Melk

Mit spannenden Rennen auf dem Wachauring startete die neue Saison der Rallycross-Staatsmeisterschaft. Die Siege gingen an die Stars der FIA-Zentraleuropa-Meisterschaft. Bei den großen Tourenwagen konnten die Österreicher mit den Plätzen 1–3 zurückschlagen.

Max Verstappen auf der Nordschleife

Zwischen Siegchance und Tragödie

Max Verstappen erlebt extremes Wochenende auf der Nürburgring-Nordschleife: Erst eine Tragödie, dann eine tolle Show und letztlich ein bitteres Ende

"Absoluter Wahnsinn, ein Tier"

Gen4-Auto der Formel E offiziell präsentiert

In Le Castellet ist die offizielle Präsentation der nächsten Auto-Generation für die Formel E erfolgt - Die Chefetage der Rennserie spart nicht mit Superlativen

Winward-AMG-Pilot Maro Engel gewinnt das Sonntagsrennen der DTM auf dem Red-Bull-Ring und beendet damit einen langjährigen Mercedes-Fluch in Österreich