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Formel 1: Interview

Als sich Wolff und Lauda verbündet haben

Toto Wolff und Niki Lauda erwischten nicht den besten Start. Wolff erinnert sich an einen Moment zurück, der dazu führte, dass man die Kurve bekam.

Toto Wolff und Niki Lauda führten Mercedes in der Formel 1 zwischen 2014 und 2018 zu fünf WM-Titeln in Folge. Doch der Start der beiden bei den Silberpfeilen verlief alles andere als harmonisch - bis zu einem Schlüsselmoment in Stuttgart. "Das war Anfang 2013. Es war ein Pakt, den wir geschlossen hatten", erinnert sich Wolff im Gespräch mit 'Sky' einige Jahre zurück.

"Wir wurden zusammen in dieses Mercedes-Projekt geworfen. Er wusste nicht, dass ich komme", erklärt Wolff, der 2013 zu den Silberpfeilen stieß. Lauda war bereits seit 2012 Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes-Formel-1-Teams. "Am Ende mussten wir es zusammen führen, und die ersten sechs Monaten waren wirklich schwierig", erinnert sich Wolff zurück.

Zumal die Mercedes-Ergebnisse damals alles andere als zufriedenstellend waren. Nachdem man 2010 mit einem eigenen Werksteam in die Königsklasse zurückgekehrt war, konnte man in den ersten drei Jahren nach dem Comeback lediglich einen einzigen Sieg feiern. Auch in den ersten fünf Rennen der Saison 2013 war kein weiterer Erfolg drin. Und hinter den Kulissen zogen nicht alle am gleichen Strang.

"Er ging in eine Richtung, ich in eine andere und Ross Brawn war in der Mitte", schmunzelt Wolff. Brawn war noch bis Ende 2013 Teamchef der Silberpfeile. "Es war nicht sehr harmonisch", berichtet Wolff und verrät: "Nach sechs Monaten kam es zu einem Knall, und der Daimler-Vorstand sagte: 'So kann es nicht weitergehen. [...] Wir müssen miteinander sprechen.' Also bestellten sie uns nach Stuttgart an den Flughafen."

"Wir flogen hin, und Niki wartete dort unten auf mich. Er kam zu mir und sagte: 'Wir müssen reden.' [...] Er sagte: 'Weißt du was ich mir gedacht habe? Zusammen können wir unsere Ziele schneller und einfacher als gegeneinander erreichen.' Wir gaben uns die Hand und gingen nach oben in den Konferenzraum. Es war ein ziemlich hartes Meeting", erinnert sich Wolff.

"Ein Vorstandsmitglied stellte uns die Frage: 'Könnt ihr zwei das zusammen hinbekommen?' Er sah mich an und sagte: 'Wir haben das alles geklärt, oder?' In dieser Millisekunde traf ich eine Entscheidung und sagte: 'Ich denke, wir können das zusammen schaffen'", so Wolff. Anschließend habe ihn Lauda in all den gemeinsamen Jahren nie enttäuscht, und beide hätten "viel Spaß" zusammen gehabt.

Im Mai 2019 verstarb Lauda. "Er war ein wichtiger und sicherer Hafen für mich [...] Diesen sicheren Hafen vermisse ich", verrät Wolff.

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