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Formel 1: Interview

Wolff: Ferrari hat stärkeren Motor

Toto Wolff meint, Mercedes baue nicht mehr die besten Formel-1-Aggregate, weil Ferrari seinem Team längst den Rang abgelaufen habe.

Mercedes galt seit Beginn der Turbohybridära als das Maß aller Dinge, was diese Triebwerke betraf. Wer das Mercedes-Aggregat einsetzte, hatte gegenüber der Konkurrenz einen klaren Vorteil, wie sich lange auch an den Kundenteams Force India und Williams ablesen ließ – doch heuer dürfte Ferrari dem britisch-deutschen Werksteam diesbezüglich den Rang abgelaufen haben.

"Der Ferrari-Motor ist eindeutig der leistungsstärkste Motor im Feld, gar keine Frage", stellt Mercedes-Teamchef Toto Wolff fest. Die Italiener hätten ihre Motorleistung während der Saison auf beeindruckende Art und Weise verbessert. Immer wieder ist zu sehen, dass die Ferrari-Motoren auf den Geraden die höchsten Topspeedwerte aufweisen, zudem macht die Scuderia in Sektoren mit langen Geraden Zeit auf die Konkurrenz gut.

Bislang hatte es Mercedes geschafft, das Manko in den Kurven auszugleichen, zuletzt in Spielberg ist das dem Team jedoch nicht gelungen, weil ein Problem mit der Kühlung hinzukam. Mercedes hat sein Auto so konzipiert, dass man sich bei der Kühlung bereits am Limit bewegt, um mehr Leistung herauszuholen. In Summe ist somit nicht auszuschließen, dass Wolff mit seiner Einschätzung von Ferrari recht hat.

Hat Mercedes womöglich zu konservativ agiert: "Das ist eine Entscheidung, die jedes Team für sich treffen muss. Zuverlässigkeit ist der Schlüssel. Ich glaube nicht, dass wir zu konservativ waren. Ich denke, wir haben die richtige Balance gefunden. Wir müssen nur weitermachen und mehr Performance finden", sagt Wolff.

Allerdings muss der Österreicher zugeben, dass es zuletzt einige Motorprobleme gegeben hat. Bei Lance Stroll explodierte in Kanada ein völlig neues Aggregat, und auch in Österreich hat Mercedes ein Leck entdeckt. "Wir hatten in letzter Zeit nicht den besten Run in Sachen Zuverlässigkeit", räumt Wolff ein, "hatten aber das Glück, dass diese Dinge keinen Einfluss auf das Rennergebnis am Sonntag hatten."

"Darum war ich immer sehr vorsichtig damit, mich über den phänomenalen Lauf mit acht Siegen zu freuen, denn es hätte auch leicht anders kommen können. Jeder versucht, so viel Performance wie möglich rauszukitzeln. Mit einem so ausgereizten Reglement ist das ziemlich schwierig", so der Mercedes-Motorsportboss abschließend.

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