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Die wenigen Frauen in der Formel 1
Renault

Es ist lange her ...

Es könnte eine Frage in einer Quiz-Show sein, deren richtige Antwort richtig viel Geld einbringt: Wie viele Frauen nahmen bislang als Fahrerinnen an einem offiziellen Formel-1-Rennen teil? Dass die Zahl recht gering ausfällt, dürfte auf der Hand liegen. Tatsächlich saßen in der über 70-jährigen Geschichte der Formel 1 nur fünf Fahrerinnen bei einem Grand Prix im Cockpit. Um genau zu sein, waren es sogar nur zwei Frauen, die tatsächlich bei mindestens einem Rennen an den Start gingen. Die anderen drei sind bereits an der Qualifikation gescheitert.

Die erste Frau in einem Formel-1-Boliden war die Italienerin Maria Teresa de Filippis. Sie kam 1948 als 22-Jährige zum Rennsport, nachdem sie mit ihren Brüdern gewettet hatte, dass sie schnell Auto fahren kann. Im Jahr 1954 wurde sie Zweite in der italienischen Sportwagen-Meisterschaft. Maserati erkannte das Potential der jungen Frau und nahm sie als Werksfahrerin unter Vertrag. Daher durfte sie auch 1958 an einigen Rennen der Formel 1 teilnehmen.

Beim Großen Preis von Monaco Mitte Mai 1958 scheiterte de Filippis noch an der Qualifikation. Mitte Juni war es dann aber so weit: Die Italienerin ging beim Großen Preis von Belgien in Spa an den Start. Als Vorletzte in der Startaufstellung profitierte sie von zahlreichen Ausfällen ihrer männlichen Konkurrenten und belegte so als Letzte im Rennen immerhin den zehnten Platz. Nach heutigen Regeln hätte sie dafür einen WM-Punkt erhalten, damals wurden nur die besten fünf Fahrer mit Punkten belohnt.

De Filippis startete in der Saison 1958 noch bei den Formel-1-Rennen in Portugal und Italien, fiel aber jeweils wegen eines Motorschadens aus. In einem Boliden von Porsche nahm sie 1959 am Großen Preis von Monaco teil. In der Qualifikation belegte sie jedoch nur Rang 21 und verpasste damit den Sprung ins Feld der besten 16, die das Rennen bestreiten durften. Nachdem im August 1959 mit Jean Behra ein guter Freund von de Filippis bei einem Rennunfall starb, beendete die erste Frau in der Formel 1 ihre Karriere.

Erst 1974 war wieder eine Rennfahrerin in der Königsklasse des Motorsports unterwegs. Lella Lombardi – ebenfalls Italienerin – schaffte zunächst beim Großen Preis von Großbritannien 1974 nicht die Qualifikation. Ihren ersten Grand Prix bestritt sie im März 1975 in Südafrika, schied aber wegen einer defekten Kraftstoffpumpe aus. Beim nächsten Rennen, dem Großen Preis von Spanien im April 1975 schaffte sie dann aber Historisches: Als Sechste fuhr sie als erste Frau in der Formel-1-Geschichte in die Punkteränge.

Überschattet wurde die Veranstaltung jedoch von einer Tragödie: Bei einem Unfall starben fünf Zuschauer, und das Rennen wurde abgebrochen. Daher erhielten die besten Fahrer nur die Hälfte der Punkte – in Lombardis Fall somit einen halben. Im Laufe ihrer Karriere nahm sie noch an 14 weiteren Formel-1-Rennen teil und kam dabei sechs Mal ins Ziel.

Die drei anderen Frauen in der Formel 1 waren die Britin Divina Galica, die Südafrikanerin Desiré Wilson und die Italienerin Giovanna Amati. Galica verpasste 1976 und 1978 bei drei Rennen die Qualifikation, Wilson versuchte es 1980 ein Mal, und Amati war 1992 bei drei Qualifikationen erfolglos.

Ein interessanter Blogeintrag von betway Sportwetten versucht zu ergründen, warum Frauen in der Formel 1 bislang praktisch keine Rolle gespielt haben. Als wichtigste Gründe werden dort die körperlichen Voraussetzungen und die finanziellen Hürden genannt. Aber auch veraltete Rollenbilder, die daraus resultierende mangelhafte Förderung von Mädchen und Frauen sowie das Fehlen von Vorbildern sind relevant. Trotzdem dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis wieder eine Frau in der Formel 1 an den Start gehen wird.

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