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F1-Rennen Zandvoort 2021 Max-Mania in Zandvoort: Der Red-Bull-Pilot war im Rennen eine Klasse für sich
Motorsport Images

F1-Rennen Zandvoort 2021: Sieg und WM-Führung für Max Verstappen!

Lewis Hamilton meckert wie ein Rohrspatz über die Strategie, letztendlich ist gegen Max Verstappen aber kein Kraut gewachsen: Heimsieg und Strandparty in Zandvoort!

Jetzt bebt der Nordseestrand von Zandvoort: Max Verstappen ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat den Grand Prix der Niederlande gewonnen. Der Red-Bull-Pilot gewann sein Heimrennen letztendlich souverän vor Lewis Hamilton und Valtteri Bottas (beide Mercedes) und übernahm damit wieder die Führung in der Formel-1-WM 2021.

Vierter wurde Pierre Gasly (AlphaTauri) vor Charles Leclerc (Ferrari), Fernando Alonso (Alpine), Carlos Sainz (Ferrari) und Sergio Perez (Red Bull).

Aus deutscher Sicht war es kein erfolgreicher Rennsonntag im Nachbarland: Sebastian Vettel (Aston Martin) belegte P13., Mick Schumacher (Haas) P18.

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Wie hat Mercedes versucht, das Rennen zu gewinnen?

Über die Strategie. Hamilton kam als Erster aus den Top 3 an die Box - und erzwang damit eine Reaktion von Verstappen, der eine Runde später reinkam, um sich gegen den Undercut zu verteidigen. Hamilton fuhr in seiner Out-Lap zwar zwei pinkte Sektoren, doch es reichte nicht, um Verstappen ernsthaft unter Druck zu setzen. Damit war klar: Die beiden sind auf zwei Stopps ausgerichtet.

Allerdings erbte Bottas, der noch nicht Reifen gewechselt hatte, die Führung - und konnte nun strategisch als "Blockas" eingesetzt werden. Doch das klappte nicht wie erhofft: Bottas leistete sich auf gebrauchten Reifen in Runde 30 einen leichten Fahrfehler in Kurve 11, wodurch sich Verstappen bei Start und Ziel ansaugen und zu Beginn der 31. Runde überholen konnte.

Von da an hatte Mercedes sein Pulver erstmal verschossen. Hamilton seufzte am Boxenfunk: "Er hat super viel Glück beim Überrunden!" Und Verstappen geriet nie mehr ernsthaft in Gefahr. In Runde 40, beim zweiten Boxenstopp, probierte Mercedes mit Hamilton zwar nochmal den Undercut. Aber Red Bull reagierte erneut sofort und konnte mühelos verteidigen.

Hamilton musste es jetzt auf der Strecke regeln. Doch rundenlang kritisierte er sein Team: Warum, wollte er wissen, haben wir so früh Reifen gewechselt? Damit durchzufahren, schimpfte Hamilton, sei nicht möglich - während er zeitgleich die schnellste Runde im Rennen fuhr.

Als sein Team dann vorschlug, bis zum Ende ohne Reifenwechsel durchzufahren, dann Reifen zu wechseln und noch den Bonuspunkt für die schnellste Runde abzustauben, reagierte Hamilton empört. Jetzt schon aufzugeben, das passte nicht in seinen Rennplan. Also entschied er sich, trotz der angeblich abbauenden Reifen weiterhin voll zu attackieren.

Wirklich gefährlich werden konnte er Verstappen aber nicht mehr. Letztendlich fuhr Hamilton, der im Finish wegen der schnellsten Runde noch einmal Reifen gewechselt hatte, mit 20,9 Sekunden Rückstand als Zweiter über die Ziellinie.

"Wir haben alles gegeben", sagte Hamilton unmittelbar nach der Zieldurchfahrt. "Sie waren einfach zu schnell heute."

Wer holte den Bonuspunkt für die schnellste Runde?

Hamilton mit einer Bestzeit von 1:11.097 Minuten. Allerdings hätte die schnellste Runde beinahe zu einem Mercedes-internen Streit geführt. Denn ein paar Runden vor Schluss holte das Team zuerst Bottas zum Reifenwechsel, um Hamilton nach hinten ausreichend Luft zu verschaffen.

Als Bottas mitgeteilt wurde, der Stopp sei ein Sicherheitsstopp wegen Vibrationen gewesen, war das natürlich nur geflunkert. "Valtteri weiß auch selbst, dass das nicht die Wahrheit ist", wunderte sich Nico Hülkenberg am 'ServusTV'-Mikrofon.

Der Finne reagierte trotzig und setzte gleich mal zwei schnellste Sektoren. Das war natürlich nicht im Sinne des Erfinders, denn so musste Hamilton, der wenig später reinkam, um frische Reifen abzuholen, mehr Risiko eingehen. Also meldete sich Chefstratege James Vowles höchstpersönlich am Boxenfunk, um Bottas dazu aufzufordern, die Runde sofort abzubrechen.

Bottas ging im dritten Sektor tatsächlich vom Gas, fuhr in 1:12.549 Minuten aber trotzdem die bis dahin schnellste Runde. Hamilton hatte jedoch letztendlich keine Mühe, diese Zeit zu unterbieten.

Wie war Sebastian Vettels Rennsonntag?

Nicht gut. Vor dem Start hatte sein Teamchef Otmar Szafnauer noch einen sehr guten Rennspeed versprochen. Davon war dann aber nicht viel zu sehen. Vettel kam früh zum ersten Boxenstopp und lag von da an nie in Schlagdistanz zu den Punkten.

Die Hälfte des Rennens war schon vorbei, als er, an 15. Stelle liegend, hinter Robert Kubica (Alfa Romeo) fuhr. Da drehte sich Vettel im unteren Bereich der stark überhöhten Kurve 3 - und wäre beinahe mit dem hinten herankommenden Bottas-Mercedes kollidiert.

"Ich habe das im Training ein paar Mal geübt, aber im echten Leben ist es dann immer anders", sagt Vettel. "Ich zog aus seinem Windschatten, wollte innen rein, habe das Heck verloren und mich gedreht. Ich wollte es dort probieren, weil ich es davor schon ein paar Mal in Kurve 1 probiert hatte, und dort hat immer ein bisschen was gefehlt. Ich bin das Risiko eingegangen, und es hat nicht geklappt."

Das Malheur warf Vettel auf den 17. Platz zurück. Letztendlich fuhr er nach einem vermurksten Rennen als 13. über die Ziellinie. Unmittelbar hinter seinem Teamkollegen Lance Stroll. "Wenn wir freie Fahrt hatten", sagt Vettel, "war das Tempo okay. Aber nach diesem Qualifying war klar, dass es heute schwierig wird."

Wer hat am Start die meisten Plätze gewonnen?

Fernando Alonso (Alpine). Der Routinier gewann zwei Positionen in der ersten Runde und verbesserte sich vom neunten auf den siebten Platz. Den brachte er übrigens auch ins Ziel. Auch Daniel Ricciardo (McLaren) und Nikita Masepin (Haas) konnten je einen Gegner überholen. Startkarambolage gab es keine.

Ein Startgewinner war auch Verstappen. Er kam gut von der Linie weg, geriet nie in Gefahr, seine Führung zu verlieren, und nutzte seine Poleposition perfekt aus. Aus der ersten Runde kam der Lokalmatador mit 1,8 Sekunden Vorsprung zurück. Unter dem frenetischen Jubel der holländischen Fans, die am Rennsonntag eine gigantische Strandparty an der Nordsee feierten.

Wie friedlich lief das Haas-Stallduell ab?

Gar nicht friedlich! Zwischen den beiden Streithähnen kam es schon in der ersten Runde zur ersten Berührung. Masepin war zunächst an Schumacher vorbeigegangen - und knallte bei Start und Ziel am Ende der ersten Runde eiskalt die Tür zu! Eine vergleichbare Situation hatte zwischen den beiden in Baku schon einmal für Spannungen gesorgt.

Bei Micks Onkel Ralf Schumacher sorgte Masepins Aktion für Kopfschütteln: "Sowas muss der Teamchef verhindern. Das ist ein absolutes No-go. Was da hätte passieren können! Er geht ja auch noch das Risiko, dass er sich selbst den Reifen aufschlitzt", kritisiert er Masepin und ergänzt: "Wenn er das Visier runterklappt, wird's ein bisschen schwierig bei ihm."

Schumacher musste dann schon in der vierten Runde zum ersten Mal an die Box kommen, um die durch Masepins Aktion lädierte Nase wechseln zu lassen. Dabei wechselte er auch gleich von Soft auf Hard. Günther Steiner dürfte da aufgeatmet haben, denn von da an fuhren seine beiden Autos nicht mehr direkt hintereinander.

Masepin schied später wegen eines Hydraulikdefekts aus. Schumacher wurde 18. und Letzter der gewerteten Fahrer - und war nach dem Rennen not amused: "Ich verstehe das nicht. Er scheint irgendwie im Kopf total fixiert drauf zu sein, vor mir zu landen. Das ist okay. Aber er sollte dabei nicht so aggressiv werden, mich in die Mauer zu drücken."

Warum wurde Sergio Perez nur Achter?

Nach seinem frühen Aus in Q1 nutzte Red Bull die Gelegenheit, um über Nacht die Powerunit zu wechseln und einen vierten Motor in den Pool zu ziehen. Das bedeutete allerdings, weil dabei eine Batterie einer neuen Spezifikation eingebaut wurde, einen Start aus der Boxengasse.

In der ersten Runde konnte Perez zunächst keinen Boden gutmachen. Als er dann Masepin attackieren konnte, bremste er sich in der ersten Kurve einen Platten in den rechten Vorderreifen. Damit war dieser Reifensatz hinüber, und der Red-Bull-Fahrer musste früher als geplant von Hard auf Medium wechseln.

Von da an fuhr Perez aber ein starkes Rennen. Mit weichen Reifen überholte er mehrere Gegner. Als er an Ricciardo vorbei war, der von McLaren den expliziten Auftrag hatte, ihn aufzuhalten, um den davor fahrenden Norris zu schützen, tauchte Perez erstmals in den Top 10 auf. "Wer ist der Nächste?", wirkte er elektrisiert.

Der Nächste war Norris, und auch den schnappte sich Perez noch - obwohl sich Norris in der ersten Kurve ziemlich weit raustragen ließ (Perez: "Das war nicht sehr fair!"). Anschließend krallte er sich auch Esteban Ocon (Alpine). Für den zweiten Alpine (Alonso ging im Finish auch noch an Sainz vorbei) reichte es nicht mehr.

So belegte Perez nach 72 Runden den achten Platz.

Was war das Überholmanöver des Tages?

Es war der Kampf um Platz 17 zwischen Masepin und Nicholas Latifi. Die beiden fuhren mit Vollgas auf die erste Kurve zu. Masepin zog nach innen - hatte die Rechnung aber ohne den Kanadier gemacht. Der lenkte seinen Williams nämlich auf die Außenbahn, blieb dort konsequent und zog am Haas vorbei.

In Zandvoort kann man nicht überholen? Von wegen! Denn an gleicher Stelle, außen in Kurve 1, ging später im Rennen auch George Russell außen an Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) vorbei. Da ging's um Platz zwölf. Wenig später dann allerdings ein Rückschlag für Russell, als er wegen Pit-Lane-Speeding eine Fünfsekundenstrafe kassierte.

Motorsport-Total.com

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