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Pirelli wird konkret: Niedriger Druck bei Red Bull & Aston Martin Die Suche nach Performance ging für Red Bull in Baku schief
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Pirelli wird konkret: Niedriger Druck bei Red Bull & Aston Martin

Pirelli spricht erstmals offen aus, dass Red Bull und Aston Martin mit niedrigerem Druck als erwartet fuhren - Aber: Kein Verstoß gegen das Reglement

Pirelli hat erstmals offen ausgesprochen, dass Red Bull und Aston Martin in Baku mit niedrigeren Reifendrücken unterwegs waren, dabei allerdings nicht gegen das Reglement verstoßen haben. Zuvor hieß es in der Erklärung des Reifenherstellers nur kryptisch, dass "Betriebsbedingungen" schuld an den Reifenschäden in Aserbaidschan seien. Am Donnerstag wurde Pirelli jedoch konkret.

"In Baku waren die erwarteten Betriebsbedingungen anders als die eigentlichen Betriebsbedingungen. Das hat den Schaden verursacht", sagt Pirelli-Manager Mario Isola.

Das heißt: Red Bull und Aston Martin fuhren mit einem niedrigeren Reifendruck als von Pirelli berechnet. Bei der Messung lagen beide Teams noch im verlangten Bereich, im Gegensatz zu anderen Teams haben sie es aber geschafft, dass der Druck während des Rennens nicht so stark ansteigt.

"Und wenn dann bei niedrigerem Druck eine Menge Energie in den Reifen geht, bekommt man an der Seitenwand eine sogenannte stehende Welle", erklärt Isola. "Stehende Wellen geben eine Menge Energie in die innere Schulter des Reifens. Und irgendwann geht der Reifen kaputt. Und das ist in Baku passiert."

Vorhersagen stimmten nicht überein

Laut dem Italiener seien aber nicht nur die zu niedrigen Drücke Teil des Problems gewesen. Auch die Performance-Vorhersagen für das Wochenende, die Pirelli aus den gelieferten Daten der Teams trifft, stimmten nicht mit dem Geschehen auf der Strecke überein. Schon nach dem Freitag hatte man mit einer Erhöhung des Drucks reagiert.

"Die erwarteten Belastungen, der Downforce, der Speed, werden alle simuliert. Und in Baku haben wir einige Parameter gefunden, die nicht zu dem gepasst haben, was wir auf der Strecke gesehen haben", sagt Isola. "Wir nehmen an, dass sie mit einem gewissen Druck und einer gewissen Wölbung fahren. Und mit einer kleinen Marge fahren wir dann in Bedingungen, die okay für den Reifen sind."

In Aserbaidschan habe man diese Bedingungen aber nicht erreicht, weil die Teams "wie üblich nach Performance suchen", so Isola. "Das hat für ein anderes Szenario als erwartet gesorgt. Das Szenario war, dass die Reifen mit einem niedrigeren Druck als erwartet gefahren wurden."

Kein Verstoß gegen das Reglement

Der Pirelli-Manager betont aber auch, dass die Teams nichts getan haben, was gegen das Reglement verstößt. Denn dort ist nur der Mindestdruck bei der Messung vor dem Start vorgeschrieben, aber keiner während des Rennens.

"Wenn in den Regeln nicht steht, dass sie sich an einen Druck beim Fahren halten müssen, dann kann ich nicht sagen, dass sie mit ihrer Suche nach Performance gegen das Reglement verstoßen haben", meint er. "Wenn sie sich an den Startdruck halten, halten sie sich an die Regeln."

Das wird sich aber im kommenden Jahr ändern, wenn alle Teams mit einem Standardsensor ausgestattet werden und auch im Rennen einen Mindestdruck einhalten müssen. "Wenn das gleiche im nächsten Jahr nochmal passiert, dann wäre es gegen die Regeln. Aber in diesem Jahr ist das nicht der Fall", so Isola.

Überrascht ist er aber nicht, dass die Teams auf der Suche nach Performance jedes Mittel ausreizen: "Sie sind hier, um Rennen zu fahren und nicht nur um die Strecke zu cruisen. Und wir wissen, dass man mit einem niedrigeren Druck etwas Performance findet." Tatsächlich soll es in Baku zwischen den Teams Unterschiede von über einem psi gegeben haben.

Motorsport-Total.com

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