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Wieso Gerhard Berger '89 seinen Feuerunfall in Imola überlebte Der Feuerunfall von Gerhard Berger 1989 in Imola auf einem TV-Bildschirm
Motorsport Images & DTM

Imola 1989: Wieso Berger seinen Feuerunfall überlebte

Der schwere Feuerunfall von Ferrari-Fahrer Gerhard Berger 1989 in Imola und wie das beherzte Eingreifen der Rettungskräfte Schlimmeres verhindert hat

Imola am 23. April 1989: Der San-Marino-Grand-Prix der Formel 1 ist vier Runden alt, als der Ferrari 640 von Gerhard Berger in der schnellen Tamburello-Kurve bei rund 290 km/h abfliegt und in die Streckenbegrenzung knallt. Alsbald steht das Unfallauto in Flammen. Und Berger verdankt es dem raschen Eingreifen der Rettungskräfte, dass er nur leichte Verletzungen davonträgt.

Die an seiner Rettung beteiligten Personen hat Berger nie vergessen. Und so hat der Österreicher als Serienchef der DTM das Rennwochenende seiner Meisterschaft in Imola genutzt, um erneut den Kontakt zu suchen zu den Helfern von einst. Berger traf am Autodromo Enzo e Dino Ferrari auch auf Fabio Nobis, der 1989 als leitender Feuerwehrmann an der Strecke tätig war.

"Ich kann mich noch gut [an das Rennen] erinnern", sagt Nobis im Gespräch mit 'Motorsport.com Italien'. "Feuer ist das Schlimmste, was in einem Rennen passieren kann, und wir hatten schon so lange kein solches Feuer mehr erlebt. Doch zum Glück waren wir bereit."

Imola war vorbereitet auf einen schweren Zwischenfall

Laut Nobis waren beim Grand Prix 1989 rund 180 Sportwarte und 30 Notfallfahrzeuge eingesetzt, um bei einem Unfall als Ersthelfer einzugreifen. "Und bei diesem Rennen haben wir genau das unter Beweis gestellt, obwohl niemand von uns je mit irgendetwas dergleichen konfrontiert gewesen war."

Er selbst, sagt Nobis, sei 1978 beim schweren Unfall von Ronnie Peterson in Monza dabei gewesen. "Das lag [1989] aber schon viele Jahre zurück und wir hatten nicht gedacht, dass sich so etwas in dieser Größenordnung wiederholen könnte", meint er. "Aber: Zusammen mit der FIA und der Strecke hatten wir alles so organisiert, dass wir ein hohes Sicherheitsniveau hatten."

Und als Berger verunfallt war, ging es um Sekunden - obwohl anfangs das wahre Ausmaß der Situation noch gar nicht bekannt war, sagt Nobis. Denn der Ferrari schlitterte nach dem Einschlag in die Tamburello-Mauer erst noch etliche Meter an der Bande entlang, bevor er liegenblieb. Und erst dann brach das Feuer aus, das sofort das gesamte Fahrzeug umschlang.

Als der Unfall geschah, ging alles ganz schnell

"Unsere Leute agierten sofort", sagt Nobis. "Wir hatten ein Auto rund 100 Meter weiter, das ist sofort zur Unfallstelle aufgebrochen." 16 Sekunden, nachdem der Ferrari zum Stehen gekommen war, löste der erste Helfer seinen Feuerlöscher aus. Zehn Sekunden später hatten die Feuerwehrleute Bruno Miniati, Paolo Verdi und Gabriele Violi den Brand gelöscht.

"Damals war die Vorgabe, sofort einzugreifen, wenn gewisse Dinge passiert waren", erklärt Nobis. "Heute dagegen wartest du auf ein Kommando durch den Rennleiter. Wäre es damals schon so gewesen, wir wären wohl nicht rechtzeitig gekommen. Denn in so einer Situation ist jede verlorene Sekunde fatal."

Nobis als Leiter der Streckenfeuerwehr war an diesem Tag mit der Koordination der Rettung beauftragt. "In diesem Fall aber schritten meine Männer ganz automatisch ein, ohne dass ich ihnen irgendwas hätte sagen müssen. Und unterm Strich muss man festhalten: 20 Sekunden können ganz viel oder ganz wenig Zeit sein, je nach dem."

"Die Videos, die man im Internet findet, sind die gleichen Bilder, wie ich sie damals hatte. Es vergehen quälend lange Sekunden des Wartens, bis endlich die [Männer mit den] Feuerlöschern zur Stelle sind, aber eigentlich waren sie schnell vor Ort. Man hatte keine Zeit zum Nachdenken."

Berger bedankt sich persönlich und mehrfach

Das hat Berger das Leben gerettet. Er kam mit Rippenbrüchen und Verbrennungen zweiten Grades davon. Und schon direkt nach dem Unfall bedankte er sich bei seinen Lebensrettern, suchte abseits des Medienrummels den Direktkontakt zu den Helfern, jeweils unter vier Augen.

Und es blieb nicht bei diesem einen Treffen, sagt Nobis: "Gerhard wollte die Leute wiedersehen, die ihn gerettet hatten. Einmal lud er sie nach Maranello ein. Ein anderes Mal nach Brisighella zu einer Veranstaltung, als er schon für BMW arbeitete."

Nobis ist das ganz recht. "Unsere Rolle ist ganz einfach: Wir versuchen unsere Aufgabe bestmöglich zu erledigen. Wir sind nicht auf persönlichen Ruhm oder auf Schlagzeilen aus."

"Und mit Gerhard war es etwas Besonderes, weil er uns nacheinander angerufen hat, um sich zu bedanken. Das war für uns das Beste überhaupt: Er wandte sich direkt an uns, statt öffentliche Bekanntgaben zu machen."

33 Jahre nach dem Unfall dann das nächste Aufeinandertreffen von Berger und Nobis. Dieses Mal allerdings nicht unter vier Augen: DTM-Chef Berger mischte sich in der Boxengasse unter die Feuerwehrleute von Imola und posierte für Erinnerungsfotos, mit der kompletten Mannschaft.

Motorsport-Total.com

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