MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Neue Reifenregel ab 2024? Formel-1-Reifen von Pirelli der Medium-Mischung in der Saison 2023
Motorsport Images

Pirelli: Wird die alternative Reifenzuordnung zum Formel-1-Standard?

Was die Formel 1 dazu bewegen könnte, ab der Saison 2024 immer nur elf statt 13 Reifensätze pro Fahrer und Rennwochenende zu veranschlagen

Bislang ist es nur ein Experiment: Beim Ungarn-Grand-Prix am Hungaroring und beim Italien-Grand-Prix in Monza hat die Formel 1 eine alternative Reifenzuordnung ausprobiert. Dabei hat jeder Fahrer elf statt 13 Reifensätze pro Wochenende erhalten, im Qualifying waren alle drei Mischungen vorgeschrieben. Und geht es nach Pirelli-Sportchef Mario Isola, dann soll dieses Vorgehen der neue Formel-1-Standard werden.

"Mir persönlich gefällt der Ansatz", sagt Isola. "Durch die alternative Reifenzuordnung ist das Qualifying viel interessanter. Die Fahrer müssen sich nämlich rasch an unterschiedliche Griplevels anpassen. Man sieht, wie sie mehr und mehr Druck machen und immer schneller werden, weil die Reifenmischungen immer weicher werden."

Denn genau das ist der Clou an der alternativen Reifenzuordnung: Im Qualifying sind in Q1 Hard-Pneus zu fahren, in Q2 Medium und in Q3 Soft. Fahrer und Fahrzeug müssen binnen kurzer Zeit also auf jeder Reifenvariante Speed beweisen.

Lob und Kritik für das alternative Reifenformat

"Ich halte das für einen guten Weg, einerseits die Anzahl der Reifen zu reduzieren und andererseits an der Strategie zu feilen, aber ohne die Show zu beeinträchtigen", sagt Isola. "Und: Manchmal ist die Show dadurch sogar besser."

Das sehen nicht alle Beteiligten so wie der Pirelli-Sportchef. WM-Spitzenreiter Max Verstappen etwa meint: "Wahrscheinlich verschlimmert es die Situation für Autos weiter hinten im Feld. Denn die schnellsten Autos sind auf den härteren Mischungen noch besser."

Carlos Sainz wiederum schätzt die Herausforderung, sich im Qualifying "immer neu anzupassen und den Grip suchen" zu müssen. Das lasse Raum für Überraschungen. "Es ist eben alles ein bisschen mehr improvisiert", sagt Sainz.

Wird die Alternative bald zum neuen Standard?

Sollte die Formel 1 also künftig nur noch auf das neue Format setzen? "Darüber müssen wir jetzt sprechen und die Vor- und Nachteile abwägen", erklärt Pirelli-Sportchef Isola. "Dann treffen wir eine Entscheidung."

Und bis dahin gelte es, etwaige Bedenken auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen. Ein Gegenargument zum Beispiel lautet, durch die geringere Anzahl Reifensätze leide das sportliche Produkt auf der Rennstrecke, weil in den Freien Trainings weniger Runden absolviert würden.

Aber stimmt das? Isola gibt an, Pirelli habe für Monza die Vergleichswerte zum Vorjahr gesichtet. Ergebnis: "Die Zahlen sind sehr ähnlich. Wenn man die rote Flagge im zweiten Training [2023] bedenkt, war es praktisch deckungsgleich."

Pirelli signalisiert Gesprächsbereitschaft

2022 hatten die Teams in den drei Freien Trainings in Monza 509, 507 und 384 Runden gedreht, insgesamt also 1.400 Runden. 2023 waren es 483, 397 und 455 Runden, was zusammen 1.335 Runden ergibt. Der Unterschied: 65 Runden.

Für Pirelli ist das kein Beweis, dass die alternative Reifenzuordnung den Fahrbetrieb zu sehr einschränkt. Oder wie es Isola formuliert: "Die Teams brauchen die Runden, um ihre Informationen zu sammeln. Die Reifenzuordnung hat das nicht beeinträchtigt."

Er signalisiert aber Gesprächsbereitschaft: "Wenn Feintuning [an den Reifenregeln] erforderlich wird, dann ist das möglich. Zum Beispiel: Wir könnten einen weiteren Reifensatz für das zweite Freie Training nominieren. Dann gäbe es sechs statt sieben Sätze für das Rennen. Das ist mehr als genug." Und damit wären die Teams im Freitagstraining etwas flexibler und könnten theoretisch mehr fahren.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

DTM-Rennen Sachsenring – Hintergründe

Halbfinale in der DTM

Das vorletzte Rennwochenende der Saison 2026 stand ganz im Zeichen der Taktik. Wer schafft es, sich die beste Ausgangsposition für den in rund vier Wochen in Hockenheim anstehenden Showdown herauszufahren. Vor allem Thomas Preining, aber auch Maro Engel und Marco Wittmann haben die besten Ausgangspositionen für das Finale.

Auer schreibt Geschichte

Auer vorzeitig Endurance Champion!

Lucas Auer schrieb am Sonntag auf dem Nürburgring Geschichte: Mit seinen Winward Racing Teamkollegen Maro Engel (D) und Luca Stolz (D) gelang es ihm, erstmals in der Historie der GT World Challenge den Endurance Cup Titel vorzeitig einzufahren!

Nachbericht CaféKunstwerk Rallye Trophy 2026

Klassik-Rallye mit Alkotest-Schreckmoment

Don’t drink and drive ist bei einer Oldtimer-Rallye Ehrensache. Eine Fahrzeug-Crew ließ sich von einer Polizeikontrolle nur kurz abhalten, um schnell wieder weiter zu fahren. Bei den Oldtimern siegte ein Mazda, bei den Youngtimern ein Porsche.

ARBÖ Rallycross Greinbach: Bericht

Spektakuläres Highlight beim ARBÖ Rallycross

Volle Zuschauerränge, 120 Starter aus 7 Ländern machten das ARBÖ Rallycross Festival 2026 zu einem Motorsport Großevent am vergangenen Wochenende im PS Racing Center Greinbach mit viel Action und Spannung.

Berufung gegen Monaco-Ergebnis

Verliert Gasly sein Monaco-Podium?

Seit gestern findet die Berufungsverhandlung gegen das Monaco-Ergebnis statt: McLaren kämpft für Fairness und Integrität - und eigene Interessen