MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Mick Schumacher Mick Schumacher auf dem Podium der 6 Stunden von Spa 2025
Alpine

Warum Mick Schumacher bei Cadillac vielleicht doch eine Chance hat

Mick Schumacher zählt nicht zu den Topfavoriten auf ein Cadillac-Cockpit in der Formel 1, steht aber zumindest auf der Liste möglicher Kandidaten

Der US-Automobilhersteller General Motors (GM) steigt 2026 mit der Marke Cadillac als elftes Team in die Formel 1 ein, und viele Eckpfeiler des Programms sind schon bekannt. Teamchef ist Graeme Lowdon, die Motoren kommen zunächst von Ferrari, und das Chassis entwickelt Cadillac selbst, unter der Führung von Pat Symonds. Unklar ist derzeit allerdings noch, welche Fahrer für den neuen Rennstall an den Start gehen werden.

Seit bei einem Cadillac-Launch-Event in Miami, bei dem das Logo des Teams präsentiert wurde, überraschend Mick Schumacher aufgetaucht ist, wird der 26-jährige Deutsche wieder als Anwärter auf eins der beiden Cockpits gehandelt. Zumal er in der Langstrecken-WM WEC mit seinen Teamkollegen Jules Gounon und Frederic Makowiecki gerade zweimal hintereinander aufs Podium gefahren ist.

In der WEC gehe es "in die richtige Richtung", sagt Schumacher. Doch mit "nur" acht Renneinsätzen 2025 laste ihn die Langstrecke nicht komplett aus: "Das ist in meiner Situation natürlich nicht genug. Ich will auf jeden Fall mehr fahren." Zumal er seit Ende 2024 auch nicht mehr Test- und Ersatzfahrer bei Mercedes in der Formel 1 ist.

Cadillac bezeichnet Schumacher als "sehr spannendes Thema, sehr spannendes Projekt" - und er sagt: "Mal schauen, was nächstes Jahr geht." Allerdings gilt er als einer unter vielen Kandidaten. Weitere Fahrer, die mit dem US-Team in Verbindung gebracht werden, sind unter anderem Sergio Perez, Valtteri Bottas, der Amerikaner Colton Herta und Guanyu Zhou, Schützling von Cadillac-Teamchef Lowdon.

Mit Perez sollen die Gespräche weit fortgeschritten sein. Der ehemalige Red-Bull-Wingman von Max Verstappen sitzt 2025 aus, möchte aber 2026 in die Formel 1 zurückkehren. Mit seiner Erfahrung und seinem nach wie vor vorhandenen Speed wäre er für ein Team wie Cadillac eine interessante Möglichkeit. Und dass mit Carlos Slim einer der reichsten Männer der Welt zu seinen Förderern zählt, ist sicher kein Nachteil.

Doch Sky-Experte Ralf Schumacher glaubt, dass sein Neffe eine gute Wahl für Cadillac wäre, als einer der Fahrer, "die Erfahrung haben und mit schwierigen Situationen gut umgegangen sind". Noch dazu ist Mick erst 26 Jahre jung und damit noch nicht so im Spätherbst seiner Karriere wie etwa Perez oder Bottas, die beide 35 Jahre alt sind.

Dass es für Mick jetzt auch in der WEC gut laufe, sei "wichtig", unterstreicht Ralf Schumacher und ergänzt: "Cadillac braucht einen Fahrer, mit dem man was aufbauen kann, der keinen Crash macht, auf den man sich verlassen kann und der auch ein guter Teamplayer ist - gerade in so einer Situation, wo man ein Team von null beginnt."

Für Mick ist ein Comeback in der Formel 1 Plan A: "Das ist immer noch das große Ziel und meine große Liebe, und das wird es auch immer bleiben. Der große Traum, dort wieder zu fahren, lebt auch weiter. Abseits der WEC-Rennwochenenden ist das natürlich ein Thema. Aber sobald ich zu einem Rennwochenende komme, bin ich komplett professionell und kann das komplett ausschalten."

Das ist auch gut so, denn Cadillac hat zuletzt signalisiert, dass man beim Thema Fahrerwahl noch nicht in Eile sei. Perez werden inzwischen recht große Chancen zugerechnet - der Mexikaner soll aber auch mit anderen Teams in Gesprächen sein. Und dass ein US-Amerikaner zumindest die Wunschlösung wäre, sollte es einen geben, der gut genug ist, daraus hat Lowdon nie einen Hehl gemacht.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Rallycross, Melk: Vorschau

Rallycross-Saisonstart in Melk

Mit den Rennen auf dem Wachauring startet eine mit Spannung erwartete Rallycross-Saison. 100 Rennautos haben ihre Nennung für das Rennen in Melk abgegeben – insgesamt werden Pilotinnen und Piloten aus sechs Nationen an der Startlinie stehen.

Marko jetzt RB Ring Botschafter

Helmut Marko erklärt fehlenden "Max-Faktor"

Helmut Marko kennt Max Verstappen besser als fast jeder andere - Und er weiß genau, warum er mit dem aktuellen Red Bull nicht den Unterschied machen kann

Zwischen Wachstum und Identität

MotoGP will keine F1-Kopie werden

Milliarden-Übernahme, Millionen Fans, aber kein Kurs Richtung Formel 1: MotoGP-Sportdirektor Carlos Ezpeleta erklärt, warum der Sport bewusst anders bleiben will

Max Verstappen steckt bei Red Bull in der Krise, während Mercedes die Formel 1 nach Belieben dominiert - Experte Jolyon Palmer sieht einen Wechsel nahen

Verstappen-Zukunft offener denn je

Verstappen-Zukunft: Was diesmal anders ist

Max Verstappen sagte in Japan, dass er "Lebensentscheidungen" zu treffen habe: Wie realistisch ist ein Abschied und was ist diesmal anders als in den Vorjahren?