MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Abrechnung mit Marko & Jos Christian Horner und Helmut Marko werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr
Red Bull

Vor Erscheinen der Horner-Biografie: "Musste ständig Scheiße aufwischen"

Christian Horner rechnet in seiner Autobiografie mit Helmut Marko und Jos Verstappen ab - Ralf Schumacher kritisiert das scharf: "Man kartet nicht so nach"

Am 22. Oktober erscheint Christian Horners Autobiografie "Drive" , und auch wenn über den Inhalt bisher nur wenig bekannt ist, kann man davon ausgehen, dass das Buch in Teilen auch eine Abrechnung werden wird. Mit "alten Bekannten" wie Helmut Marko etwa, dem langjährigen Motorsportkonsulenten der Red Bull GmbH, oder mit Jos Verstappen, dem Vater von Max.

Der Times hat Horner im Rahmen der Promotion für sein Buch kürzlich ein Interview gegeben, und die Londoner Zeitung hatte in diesem Kontext offenbar Gelegenheit, es vorab zu lesen. Demnach werde Marko von Horner als "schroff, unberechenbar, kalt, unzuverlässig, rücksichtslos und im Kern illoyal" beschrieben, als Strippenzieher ohne Empathie und mit dem "Drang, Interna nach außen zu tragen".

Markos "polarisierende Bevorzugung einzelner Fahrer habe dem Team geschadet", heißt es in dem Bericht außerdem. Horner erklärt dazu in dem Interview: "So wäre ich mit den Dingen nicht umgegangen. Ich hatte das Gefühl, dass ich ständig die Scheiße aufwischen musste."

Jos Verstappen charakterisiert er als ungeduldigen Unruhestifter, und Horner behauptet, dass selbst Marko einst gesagt haben soll: "Der Vater ist ein Albtraum. Den brauchen wir nicht." Was für viele überraschend kommt, sollte es wirklich stimmen, schließlich ging zuletzt kein Blatt Papier zwischen Marko und die Verstappens, als bei Red Bull ein Machtkampf um die Kontrolle über das Team tobte.

Was Ralf Schumacher über Horners Behauptung sagt

Dazu sagt Sky-Experte Ralf Schumacher im Podcast Backstage Boxengasse: "So, wie ich die Story kenne, wurde Max Verstappen von Dr. Helmut Marko im zarten Alter von elfeinhalb schon mal angesprochen. Und damals hat Jos tatsächlich gesagt: 'Das ist mir zu früh, das möchte ich nicht - jetzt, zu diesem Zeitpunkt.' Und daraufhin war der Doktor, wie wir ihn kennen, ein bisschen eingeschnappt und hat gesagt: 'Okay, wenn du mich nicht willst, dann eben nicht.'"

"Dann ist man aber Jahre später in der Formel 3 wieder aufeinander zugegangen, und seitdem ist es ja eine Einheit. [...] Es war ja klar, hinter wem die Familie Verstappen gestanden ist, während des ganzen Clinchs, als Christian Horner versucht hat, die Macht im Team zu übernehmen. [...] Ich weiß nicht, was in seinem Kopf da vorgeht", sagt Schumacher.

So rechnet Horner in seinem Buch mit Marko ab

Als besonders empathielos beschreibt Horner Markos Verhalten im Sommer 2025, als Red Bull den Vertrag mit ihm auflöste und den Erfolgsteamchef letztendlich kündigte. Marko soll "wenige Tage zuvor noch bei mir zu Hause übernachtet und Zeit mit meiner Familie verbracht" haben, "und trotzdem war kein einziges Wort darüber gefallen".

Im Interview mit der Times ergänzt Horner: "Wenn man die Zeit zurückdreht, war er derjenige, der mir ursprünglich diese Chance gegeben hat. Er hat etwas in mir gesehen, das ihm gefallen hat, und er hat mich Dietrich [Mateschitz] vorgestellt. Aber gegen Ende - und ganz sicher nach Dietrichs Tod - hatte er eigentlich keine wirkliche Funktion mehr. Ich glaube, er hat mich immer als seinen Schützling betrachtet. Aber über diesen Punkt war ich längst hinaus."

Ralf Schumacher findet es "einfach nur schade", dass Horner in seinem Buch offenbar zum Rundumschlag gegen ehemalige Weggefährten ausholt: "Man kartet nicht so nach. Ich weiß auch nicht, warum er das Gefühl hat, er muss das jetzt machen. [...] Was Red Bull für ihn getan hat, welche Chance er damals bekommen hat, was Didi Mateschitz aus ihm gemacht hat, das darf man nicht vergessen. Und das tritt er mit Füßen, finde ich."

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Formel-1-Kalender 2027

Zehn Sprints - davon einer in Monaco!

Der Formel-1-Kalender für die Saison 2027 umfasst erwartungsgemäß 24 Rennen - Die Anzahl der Sprints wird auf zehn erhöht und umfasst eine interessante Auswahl

Nach dem ersten Grand-Prix-Sieg von Pedro Acosta in der Königsklasse sprechen er selber, Pit Beirer und Crewchief Paul Trevathan über die Tragweite dieses Erfolgs

Bitterer Siegverlust für Alpine bei den 6 Stunden von Fuji und unerwarteter Toyota-Triumph - Wilder Crash in der LMGT3 sorgt für Diskussionen

"Verstehe nicht, was sie wollen"

Maverick Vinales rechnet mit KTM ab

Maverick Vinales ist zurück, doch vor seinem Comeback in Motegi beschäftigt ihn nicht nur seine verletzte Schulter, sondern vor allem das Zerwürfnis mit KTM

Franco Colapinto reißt sowohl Teamkollege Pierre Gasly als auch Weltmeister Lando Norris aus dem Rennen: So erklärt der Alpine-Pilot seinen "großen Fehler" in Baku