Aston Martin mit Showcar | 09.02.2026
Aston Martin zeigt Lackierung für 2026
Aston Martin hat sein Design für 2026 auf einem Showcar präsentiert, obwohl der AMR26 beim Shakedown schon gefahren war: Zündet Adrian Neweys Genie?
Aston Martin hat am Montagabend die Lackierung für sein neues Formel-1-Auto für die Saison 2026, den AMR26, präsentiert. Obwohl der neue Aston-Martin-Bolide bereits beim Shakedown in Barcelona Ende Januar im Einsatz war, wurde das neue Design in Saudi-Arabien nur auf einem Showcar gezeigt.
Farblich setzt der Rennstall weiter auf das British Racing Green der vergangenen Jahre mit größeren schwarzen Flächen im unteren Teil der Seitenkästen.
"Es ist toll, das Auto endlich so zu sehen, wie wir es auch im Rennen einsetzen werden", sagt Teamchef Adrian Newey. Denn beim Shakedown in Barcelona Ende Januar war Aston Martin noch komplett in Schwarz unterwegs - "um ehrlich zu sein auch deshalb, weil uns schlicht die Zeit zum Lackieren fehlte", gibt er zu.
Der AMR26 gehört vor der neuen Saison zu den Autos, die mit der größten Spannung erwartet werden. Denn es wird das erste Auto sein, das von Designer Adrian Newey nach dessen Wechsel von Red Bull nach Silverstone entworfen wurde. "Der AMR26 ist ein entscheidender Schritt für Aston Martin", weiß Geschäftsführer Lawrence Stroll.
Der Kanadier hat keine Kosten und Mühen gescheut, um aus dem ehemaligen Mittelfeld-Rennstall ein Topteam zu machen: Er verpflichtete mit Fernando Alonso einen zweimaligen Weltmeister, er ließ in Silverstone eine brandneue Fabrik mit hochmodernem Windkanal errichten, und er sorgte mit der Verpflichtung von Adrian Newey für hochgezogene Augenbrauen.
"Dieses Reglement ist der größte Neustart, den der Sport seit einer Generation erlebt hat, und wir gehen ihn mit einer klaren Ambition an: ein Team aufzubauen, das gewinnen kann", betont Stroll. "Jeder Schritt, den wir machen, geschieht mit System - er ist durchdacht, bewusst und auf unser Ziel ausgerichtet."
"Da der AMR Technology Campus nun fertiggestellt ist, haben wir die Leute, die Einrichtungen und die langfristigen Investitionen, um uns mit den Besten zu messen. Der heutige Tag ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf diesem Weg", so der Kanadier.
Adrian Newey in neuer Doppelrolle
Das größte Thema bei Aston Martin ist natürlich Adrian Newey, der erfolgreichste Designer der Formel 1, der schon Williams, McLaren und Red Bull zu Titeln geführt hat und das gleiche nun mit Aston Martin bewerkstelligen soll.
Ihm wird eine Menge zugetraut, vor allem da 2026 ein völlig neues Reglement Einzug hält und Aston Martin 2025 abgeschenkt hat, um möglichst viele Ressourcen für 2026 zu bündeln. Doch ob Newey der große Wurf gelungen ist, wird sich zeigen: "Bei völlig neuen Regeln ist die beste Philosophie nie sofort offensichtlich; das Verständnis dafür entwickelt sich erst mit der Arbeit am Auto", sagt er.
"Beim AMR26 haben wir einen ganzheitlichen Ansatz gewählt: Es geht nicht um ein einzelnes herausragendes Bauteil, sondern darum, wie das gesamte Paket zusammenwirkt", so Newey, der zudem mit der Rolle als Teamchef betraut wurde. "Der Fokus lag auf einer starken Basis, Entwicklungspotenzial und einem Auto, aus dem Lance und Fernando hoffentlich konstant Leistung herausholen können."
"Lustigerweise standen Lawrence [Stroll] und ich direkt nebeneinander in der Boxengasse, als das Auto mit Lance am Steuer das erste Mal aus der Garage rollte. Ich glaube, wir beide hatten Tränen in den Augen. Es war eine lange, emotionale Reise voller Leidenschaft und harter Arbeit, um es überhaupt bis nach Barcelona zu schaffen."
Auch der Motor im Heck des AMR26 ist neu: Nach jahrelanger Verbundenheit mit Mercedes ist Aston Martin ab sofort das De-facto-Werksteam von Honda und wird von den Japanern exklusiv mit Motoren beliefert.
"Spannendes neues Kapitel" für Fernando Alonso
Nicht neu sind hingegen die Fahrer: Fernando Alonso und Lance Stroll bilden wie im Vorjahr das Duo hinter dem Lenkrad. Vor allem die Motivation bei Alonso ist hoch: "Das ist ein unglaublich spannendes neues Kapitel für Aston Martin", sagt er. "Wir passen uns an neue Regeln, neue Motoren und neue Ideen an."
"Mit Lawrence und Adrian haben wir zwei der entschlossensten und ehrgeizigsten Menschen an der Spitze des Teams, die ich je getroffen habe. Die letzten Jahre waren nicht einfach, aber wir haben viel gelernt, und solche Erfahrungen machen einen immer stärker", betont der Spanier, der gerne seinen dritten WM-Titel einfahren möchte.
"Jeder in diesem Team teilt denselben Hunger auf Erfolg, und ich habe gesehen, wie viel Arbeit hinter den Kulissen investiert wird, um uns ein Auto zu geben, das wir über die Saison hinweg weiterentwickeln können. Ich kann es kaum erwarten, richtig Gas zu geben und dabei zu helfen, Aston Martin noch stärker und konkurrenzfähiger zu machen."
Stroll: "Großer Moment für uns alle"
Auch Teamkollege Lance Stroll hofft nach Jahren im Mittelfeld auf den großen Durchbruch: "Der AMR26 ist das erste Auto, das aus unserem fertigen Campus kommt, und das erste als Werksteam mit Honda - das ist also ein großer Moment für uns alle", sagt er.
Und obwohl Aston Martin verspätet in den Shakedown startete und in Barcelona erst am Donnerstag eingreifen konnte, wo Stroll lediglich fünf Runden fuhr, betont er, dass der Shakedown "gut" verlaufen sei und ein "solides Gefühl" mit dem Auto vermittelt habe.
"Jetzt geht es darum, unser Verständnis für das Auto zu vertiefen, mit dem Ziel, über die ganze Saison hinweg Upgrades zu bringen", so Stroll weiter.
"Es ist toll, mit Adrian Newey und so vielen talentierten Leuten bei Aston Martin zusammenzuarbeiten, die wirklich alles geben. Als Nächstes stehen die Tests in Bahrain an, wo wir so viele Informationen wie möglich sammeln werden, bevor es zum ersten Rennen nach Melbourne geht. Es sollte ein spannendes Jahr für die Fans werden."
















