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Finale Lackierung vorgestellt So sieht die finale Audi-Lackierung für 2026 aus
Audi Revolut F1 Team

Finale Lackierung vorgestellt: So startet Audi in die neue Formel-1-Ära

Audi hat in Berlin die Lackierung für sein erstes eigenes Formel-1-Auto vorgestellt, die dem präsentierten Designkonzept ähnelt - 2026 regelmäßig Punkte?

"Mit diesem Auto und diesem Team wollen wir das Fundament für ein langes und erfolgreiches Kapitel in der Geschichte von Audi und der Formel 1 legen." So heißt es in der Pressemitteilung des deutschen Herstellers, der 2026 endgültig die Nachfolge des Sauber-Rennstalls antritt und aus der Schweizer Privattruppe ein echtes Werksteam mit eigenem Motor macht.

Dieses Kapitel hat am Dienstagabend so richtig begonnen. In Berlin stellte Audi die finale Rennlackierung seines R26 vor, von dem vor einigen Wochen eine Konzeptlackierung präsentiert wurde. Von der wussten wir: Audi tritt 2026 in den Farben Silber, Schwarz und Rot an - oder besser gesagt in "Titan", Carbon-Schwarz und "Audi-Rot", wie es der Hersteller nennt.

"Die visuelle Identität des zukünftigen Audi-F1-Teams basiert auf der kürzlich vorgestellten Designphilosophie und deren vier Gestaltungsprinzipien: klar, technisch, intelligent und emotional", hieß es damals seitens Audi.

An der endgültigen Lackierung für die Formel-1-Saison 2026 hat sich seitdem nicht mehr viel geändert. Es bleibt dabei, dass das Auto im vorderen Teil komplett in Silber getaucht ist, während im hinteren Bereich der Motorabdeckung der klare Cut zu Schwarz und Rot passiert.

Nach jahrelanger Vorbereitung ist Audi nun richtig in der Formel 1 angekommen. Und wenn der Hersteller etwas anpacken möchte, dann richtig. "Unser Einstieg in die Formel 1 ist Teil von etwas Größerem", betont Audi-Geschäftsführer Gernot Döllner.

"Es ist eine strategische Entscheidung, die unterstreicht, wie wir die Kraft der Technologie steigern, kontinuierliches Lernen als Leistungsprinzip verankern und die Zukunft von Audi als Impulsgeber für Spitzenleistung weltweit gestalten. Dieses Projekt ist die ultimative Bühne, um 'Vorsprung durch Technik' zu demonstrieren, und ein kraftvoller Katalysator für die Zukunft unserer Marke."

Audi wirft alles in die Waagschale

Dafür setzt man alles auf die Karte Formel 1. Aus anderen großen Rennserien wie der DTM, der Formel E oder der Rallye Dakar hat man sich in den vergangenen Jahren verabschiedet. Der Fokus liegt klar auf der Königsklasse. Und das vollkommen.

Denn Audi steigt 2026 auch als Motorenhersteller neu ein und wird mit komplett eigener Technik fahren. Laut Audi sollen die beiden Bereiche nicht einfach nur zusammengefügt werden, sondern in Synergie füreinander entwickelt werden. Dadurch will man ein Optimum an Leistung und Effizienz erreichen und keine Kompromisse eingehen müssen.

"Das Reglement für 2026 hat den perfekten Moment für unseren Einstieg geschaffen", sagt Projektleiter Mattia Binotto. "Wir sind vom ersten Tag an ein echtes Werksteam. Antriebsstrang und Chassis werden in vollkommener Synergie entwickelt - zwei Elemente, die füreinander geschaffen sind. Diese Integration ist nicht bloß ein Detail; sie ist der Kern unserer Wettbewerbsstrategie."

Ob die Strategie fruchten wird, wird sich zeigen. Doch Audi gibt sich betont geduldig. "Wir sind hier, um herauszufordern, uns weiterzuentwickeln und - letztendlich - um zu gewinnen", sagt Teamchef Jonathan Wheatley. Letzteres muss aber noch nicht 2026 sein.

In seinem ersten Jahr sieht das Team sich als Herausforderer, der Prozesse etablieren und um Punkte kämpfen möchte. Später sollen beständig Podestplätze und auch Siege her - und 2030 möchte man dann den WM-Titel gewinnen - ein echter Fünf-Jahres-Plan also.

Hülkenberg träumt vom ersten Sieg

Den Grundstein dafür sollen die beiden Fahrer Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto legen, die beide auch im vergangenen Jahr für Sauber gefahren waren. Audi hatte beide aber bereits im Hinblick auf den Einstieg als Werksteam für das Team in Hinwil verpflichtet.

Hülkenberg ist als einziger aussichtsreicher Formel-1-Fahrer aus Deutschland ein nationales Aushängeschild und soll mit seiner Erfahrung von 250 Grand-Prix-Starts beim Einstieg helfen. Bortoleto, der Formel-2-Meister von 2024, konnte im vergangenen Jahr bereits ein Lernjahr einlegen und soll nun darauf aufbauen und Hülkenberg regelmäßiger schlagen.

"Es ist definitiv etwas sehr Verlockendes und Aufregendes", sagt der Deutsche. "Deshalb habe ich mich schon vor zwei Jahren für dieses Projekt entschieden - also eine ganze Zeit bevor es Realität wurde -, weil ich den Reiz sehen konnte und wusste, wie es sein würde. Es jetzt zum Leben erwachen und Wirklichkeit werden zu sehen, ist ein schönes Gefühl."

Ein Rennen zu gewinnen, wäre für ihn "natürlich" ein Traum und der nächste logische Schritt, nachdem das lang ersehnte Podest abgehakt ist. Doch Hülkenberg gibt sich realistisch: "Es geht vor allem darum, seine Chancen und das Potenzial, das im Auto steckt, bestmöglich zu nutzen."

"Es hängt alles davon ab, wo wir starten und wie konkurrenzfähig wir dieses Jahr sind", so der Deutsche. "Aber das wissen wir noch nicht. Wir müssen noch etwas geduldig sein und sehen, wie wir aus den Startlöchern kommen."

Ähnlich äußert sich auch sein Teamkollege: "Ich möchte Rennen gewinnen, aber realistisch betrachtet wird das im ersten Jahr nicht passieren", weiß Bortoleto. "Es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns. Aber ich möchte zumindest konkurrenzfähig sein. Ich möchte um etwas kämpfen können und über das Jahr hinweg eine Entwicklung sehen."

"Wenn ich es in einem Wort zusammenfassen müsste, dann wäre es: Fortschritt. Ich möchte sehen, wie unser Team im Laufe des Jahres zusammenwächst, sich steigert und einfach bei jedem einzelnen Rennen einen besseren Job macht", sagt er.

Erste Fahrmeter schon absolviert

Die ersten Fahrmeter konnten die Piloten mit dem neuen Wagen schon unternehmen: In Barcelona fuhr Audi vor eineinhalb Wochen einen Shakedown. "Das war extrem ehrgeizig", betont Teamchef Wheatley. Man musste Auto und Antrieb schon früh fertig haben und gleichzeitig die Saison 2025 noch gut zu Ende bringen.

"Ich denke, das unterstreicht den Ehrgeiz hinter diesem Projekt", sagt er. "Ich glaube, wir waren anderen Teams auf der Strecke ein gutes Stück voraus. Und ich denke, das war auch nötig, denn das sind unglaublich komplizierte Autos. Es ist nicht mehr so, wie ein Rennwagen früher einmal war", sagt er.

"Wir waren dabei nicht im Geringsten an der Performance interessiert. Es ging vielmehr um die Systeme, die Funktionalität und die Kommunikationschecks - und da haben wir viele Haken hinter unsere Ziele setzen können", sagt er und betont: "Ich denke, das hat uns einen Vorsprung verschafft."

Motorsport-Total.com

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