Formel 1 Australien: Fr. Training | 06.03.2026
Bestzeit für McLaren - starke Longruns von Mercedes
McLaren vor Mercedes, Ferrari und Red Bull: Das zweite Freie Training zum Formel-1-Auftakt in Melbourne sah Oscar Piastri mit neuer Bestzeit vorne
McLaren-Fahrer Oscar Piastri hat im zweiten Freien Training zum Grand Prix von Australien 2026 in Melbourne für eine neue absolute Bestzeit gesorgt. Piastri fuhr mit 1:19.729 Minuten auf Soft einen Vorsprung von über zwei Zehntelsekunden heraus. Aber: Auf den Longruns überzeugte vor allem Mercedes - und war mit Andrea Kimi Antonelli und George Russell auf P2 und P3 bester McLaren-Verfolger.
Nico Hülkenberg als einziger Deutscher im Feld erreichte im zweiten Freien Training den zwölften Platz unter 22 Fahrern - nach Platz zehn im ersten Freien Training. Statt Audi war dieses Mal Haas das schnellste Team im vorderen Mittelfeld hinter den vier Topteams.
Dass Ferrari, McLaren, Mercedes und Red Bull vorne sind, daran besteht laut Sky-Experte Timo Glock kein Zweifel. "Wir haben aber auch gesehen, dass selbst die Topteams nicht problemlos durchgekommen sind. Da ist noch nicht alles so reibungslos, wie man sich das vielleicht vorstellt", sagte Glock.
Wer machte die beste Figur bei den Longruns?
Auf dem Papier ist Mercedes nach dem Freien Training in Melbourne der Favorit auf den Grand-Prix-Sieg, denn Antonelli und Russell waren über mehrere Runden hinweg am schnellsten. Es folgten Ferrari, Red Bull und McLaren - und Audi wirkte wie die fünfte Kraft.
Während Cadillac wie erwartet deutlich hinterherfuhr, bewies auch Williams eine schwache Pace über mehrere Runden hinweg.
Welche Zwischenfälle gab es im zweiten Freien Training?
Beim Rausfahren aus der Boxengasse touchierte Arvid Lindblad den Frontflügel von George Russell. Mercedes nahm deshalb direkt einen Frontflügel-Wechsel am Auto von Russell vor, bevor dieser erstmals im zweiten Freien Training auf die Strecke ging. Die Szene wird nach dem zweiten Freien Training von den Sportkommissaren untersucht.
Max Verstappen strandete ebenfalls beim Losfahren noch in der Boxengasse: Ihm ging kurz vor der Ausfahrt der Antrieb aus. Mechaniker schoben das Auto anschließend zurück in die Red-Bull-Garage. Dort verharrte Verstappen für den Großteil der ersten halben Stunde im Freien Training und stieg erst dann in den Fahrbetrieb ein.
Gut 20 Minuten vor dem Ende der Einheit rutschten erst Franco Colapinto und dann Lewis Hamilton bei Kurve 3 von der Fahrbahn und hinein ins Kiesbett. Beide konnten jedoch weitermachen. Auch George Russell und Charles Leclerc kamen später dort vom Kurs ab.
Kurz darauf meldete Williams ein nicht näher benanntes "Problem" mit dem Auto von Carlos Sainz und kündigte an, dass Sainz nicht mehr rausfahren würde.
Zehn Minuten vor dem Ende rutschte Verstappen ausgangs Kurve 10 von der Strecke und holperte durch das Kiesbett. Dabei beschädigte sich Verstappen seinen Red Bull: Teile flogen ab.
Wenig später forderte Cadillac Sergio Perez zum Anhalten auf. Er stellte sein Auto nach nur zwei absolvierten Runden im dritten Sektor vor Kurve 12 am Streckenrand. Das hatte eine virtuelle Safety-Car-Phase zur Folge. Nach der Einheit stellte sich heraus: Die Hydraulik hatte versagt.
Wie erging es den Formel-1-Neueinsteigern?
Sky-Experte Glock hält Audi für eine "positive Überraschung" nach zwei Top-10-Plätzen im ersten Freien Training und P12 durch Hülkenberg im zweiten Freien Training. Glock sagte: "Das Team hat am Freitag wirklich einen soliden Job gemacht." Hülkenberg schaffte in der zweiten Einheit mit 34 Runden die größte Distanz aller Fahrer.
Bei Cadillac legte Valtteri Bottas auf P19 immerhin 28 Runden zurück, blieb bei 3,9 Sekunden Rückstand aber nur vor den beiden Aston Martin und Cadillac-Teamkollege Perez, der bereits in seiner zweiten Runde liegenblieb. Perez sagte: "Wir hatten viele Probleme. Es geht um viele kleine Details, die wir in den Griff kriegen müssen. Es war kein einfacher Tag für uns."
Fahrer-Rookie Arvid Lindblad erzielte nach P6 in der ersten Einheit P8 im zweiten Training. Er ließ dabei einerseits Red-Bull-Fahrer Isack Hadjar, andererseits seinen Racing-Bulls-Teamkollegen Liam Lawson hinter sich. Teamboss Peter Bayer bescheinigte seinen Piloten bei Sky "tadellose Arbeit".
Hat Aston Martin am zweiten Freien Training teilgenommen?
Ja, mit beiden Autos. Doch sowohl Fernando Alonso als auch Lance Stroll verschwanden zunächst jeweils ohne Rundenzeit wieder in der Boxengasse. Später fuhren sie mit rund fünf Sekunden Rückstand zwar insgesamt 31 Runden, doch Stroll wurde mit einem "Problem" zurück an die Box gerufen.
Im ersten Freien Training hatte Aston Martin nur mit Stroll teilgenommen - und das auch nur mit wenigen, sehr langsamen Runden. Die von Teamchef Adrian Newey geschilderten technischen Probleme am Aston Martin AMR26 haben sich durch zu wenige Ersatzteile noch einmal verschärft.















