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"Formel E auf Steroiden" Max Verstappen hat sich deutlich zum neuen Formel-1-Reglement geäußert
NurPhoto

"Großer Schritt zurück": Max Verstappen übt heftige Kritik am neuen Reglement

Max Verstappen findet bei den Formel-1-Testfahrten in Bahrain deutliche Worte zum neuen Reglement: Es sei wie "Formel E auf Steroiden" und mache "keinen Spaß"

Max Verstappen hat mit einem Vorschlaghammer auf die neuen Formel-1-Regeln für 2026 eingeschlagen: "Ehrlich gesagt macht es nicht viel Spaß zu fahren", sagt der viermalige Weltmeister am Donnerstag, nachdem er einen Tag zuvor insgesamt 136 Runden am Steuer seines neuen Red Bull RB22 gedreht hatte.

Offenbar genug, um ein klares Urteil zu fällen: "Ich würde sagen, das richtige Wort ist 'Management'. Es fühlt sich nicht sehr nach Formel 1 an", findet der Niederländer und ergänzt: "Es ist eher wie Formel E auf Steroiden. Aber die Regeln gelten für alle, also muss man damit klarkommen."

Allerdings entsprechen die neuen Formel-1-Regeln offenbar nicht seinen Vorstellungen vom Motorsport. "Als reiner Fahrer fahre ich gerne volles Tempo, und im Moment kann man das nicht", wird der 28-Jährige deutlich. "Es passiert so viel. Vieles, was man als Fahrer macht, hat massive Auswirkungen auf die Energie."

Max Verstappen schimpft: "Ich will normales Fahren"

"Für mich ist das einfach nicht Formel 1", betont Verstappen, der kein Blatt vor den Mund nimmt und deutliche Kritik am Reglement äußert. "Vielleicht ist es dann besser, Formel E zu fahren, oder? Denn dort dreht sich alles um Energie, Effizienz und Management."

"Wir haben wenig Energie. Ich will einfach normales Fahren, so wie es sein sollte, ohne ständig: 'Oh, wenn ich ein bisschen länger oder kürzer bremse oder einen Gang hoch- oder runterschalte, beeinflusst das die Performance auf der Geraden so stark.' Außerdem ist der Grip im Moment mit diesen Reifen und der Auto-Konfiguration ziemlich niedrig."

Für Verstappen sind die neuen Autos deshalb "ein großer Schritt zurück im Vergleich zu früher." Gleichzeitig betont der Red-Bull-Pilot, dass es ihm schwerfällt, so offen über seinen ersten Eindruck zu sprechen - aus Respekt vor der Arbeit seines Teams und der Motorenabteilung bei Red Bull Powertrains.

Denn sowohl das Auto als auch die selbst entwickelte Antriebseinheit präsentierten sich zum Auftakt der Testfahrten in Bahrain in einem konkurrenzfähigen Zustand. Die neue Motorabteilung habe die Erwartungen in Zusammenarbeit mit Ford sogar deutlich übertroffen, findet auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Max Verstappen schaut außerhalb der Formel 1

"Andererseits weiß ich auch, wie viel Arbeit im Hintergrund geleistet wurde", fügt der Niederländer lobend hinzu. "Auch von den Jungs auf der Motorenseite. Es ist also nicht immer das Netteste, so etwas zu sagen. Aber ich möchte als Fahrer realistisch sein, mit meinem Gefühl."

"Ich weiß auch, was für das Team auf dem Spiel steht, mit unserem eigenen Motor, und sehe die Begeisterung der Leute. Natürlich werde ich, wenn ich im Auto sitze, immer mein Bestes geben. Sie wissen das. Aber der Spaßlevel beim Fahren ist nicht so hoch."

Verstappen gehörte zu den Formel-1-Piloten, die schon im vergangenen Jahr ihre Bedenken über das neue Regelwerk äußerten, und hatte angedeutet, dass sein Fahrspaß eine große Rolle dabei spielen könnte, ob er noch vor Ablauf seines aktuellen Red-Bull-Vertrags, der bis Ende 2028 gilt, aus der Formel 1 aussteigt.

Der viermalige Weltmeister wird deutlich: "Ein siegfähiges Auto reicht mir nicht", betont Verstappen. "Es muss auch Spaß machen, es zu fahren. Ich denke, in dieser Phase meiner Karriere erkunde ich auch andere Dinge außerhalb der Formel 1, um Spaß zu haben. Ich weiß, dass wir für eine ganze Weile mit diesen Regeln leben müssen. Also, mal sehen."

Motorsport-Total.com

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