GP von Großbritannien: Qualifying | 04.07.2026
Mercedes erst im Kiesbett und dann auf Pole!
Während sich George Russell in Q1 im Kiesbett wiederfand, fuhr Kimi Antonelli zur nächsten Pole - Hinter ihm lauern die beiden Ferraris, Enttäuschung bei Verstappen
Die Kimi-Antonelli-Festspiele gehen weiter: Nach seinem Sieg im Sprintrennen holte sich der Mercedes-Pilot auch die Poleposition für den Grand Prix in Silverstone am morgigen Sonntag .
Der Italiener setzte sich in 1:28.111 Minuten gegen die beiden Ferraris durch, bei denen diesmal aber Charles Leclerc (+0.175) die Nase vor Lewis Hamilton (+0,347) hatte. George Russell im zweiten Mercedes hatte in Q1 eine Schrecksekunde zu überstehen und war ins Kiesbett gefahren, startet am Sonntag aber doch von Position vier aus.
Enttäuschend war das Qualifying für Max Verstappen (Red Bull), der gegen seinen Teamkollegen Isack Hadjar (5.) den Kürzeren zog und nur Siebter wurde. Vor ihm startet auch McLaren-Pilot Lando Norris (6.), der erneut besser war als Teamkollege Oscar Piastri (8.). Die letzten beiden Positionen in den Top 10 belegten wie am Vortag die Racing Bulls von Arvid Lindblad (9.) und Liam Lawson (10.).
Nico Hülkenberg wurde im Audi 13.
Was passierte in Q1?
Mercedes musste sich Sorgen um George Russell machen. Der Engländer stand in der langsamen Luffield-Kurve plötzlich im Kies und hatte große Schwierigkeiten, überhaupt wieder auf die Strecke zu kommen. Russell war sogar leicht in die Streckenbegrenzung eingeschlagen und hatte sich den Frontflügel beschädigt.
Die Wiederholung zeigte, dass Russell in der Kurve mit rauchenden Reifen einfach geradeaus gefahren war. "Das war seltsam. Noch nie in meiner Karriere haben die Räder dort blockiert", funkte er. Nach einer Reparaturpause an der Box konnte er jedoch noch einmal rausfahren und sich locker für Q2 qualifizieren.
Anders erging es Franco Colapinto, der sich auf seinem entscheidenden Versuch in den schnellen Esses drehte und keine Chance hatte, seine Zeit noch einmal zu verbessern. "Ich habe es einfach bei Vollgas verloren. Ich habe das Heck komplett verloren", funkte der Argentinier, der hinter Valtteri Bottas nur 19. wurde.
An der Spitze gab es eine Überraschung: Isack Hadjar holte in 1:29.276 Minuten die Bestzeit vor Liam Lawson (+0,024), Charles Leclerc (+0,258) und Nico Hülkenberg (+0.263). Überraschend war auch, dass Bottas zwei Positionen vor Sergio Perez landete und Fernando Alonso von Lance Stroll geschlagen wurde. Aston Martins Rückstand auf den schnelleren Cadillac: 1,6 Sekunden!
Ausgeschieden: 17. Esteban Ocon (Haas), 18. Valtteri Bottas (Cadillac), 19. Franco Colapinto (Alpine), 20. Sergio Perez (Cadillac), 21. Lance Stroll (Aston Martin) und 22. Fernando Alonso (Aston Martin).
Was passierte in Q2?
Vorweg: Überraschungen blieben aus. Denn für Q3 qualifizierten sich die gleichen zehn Piloten wie im Sprint-Qualifying am Vortag. Von den ausgeschiedenen Fahrern hatte nur Gabriel Bortoleto eine realistische Chance auf ein Weiterkommen, alle anderen waren mindestens sechs Zehntel von den Top 10 entfernt.
Für Nico Hülkenberg wurde es dabei spannend, denn seine erste Runde wurde aufgrund von Tracklimits gestrichen, sodass ihm nur ein Versuch blieb, um ein paar Positionen zu gewinnen. Das reichte am Ende für Rang 13.
An der Spitze war diesmal Kimi Antonelli zu finden, der in 1:28.493 Minuten die Bestzeit fuhr. Dahinter landeten die beiden Ferraris, wobei Leclerc die Nase erneut vor Hamilton hatte.
Ausgeschieden: 11. Gabriel Bortoleto (Audi), 12. Pierre Gasly (Alpine), 13. Nico Hülkenberg (Audi), 14. Oliver Bearman (Haas), 15. Carlos Sainz (Williams) und 16. Alexander Albon (Williams).
Was passierte in Q3?
Der erste Schlagabtausch im letzten Abschnitt ging bereits an Antonelli, der in 1:28.385 Minuten die Bestzeit holte und knapp eine Zehntelsekunde vor seinem Teamkollegen George Russell lag. Die beiden Ferrari lagen mit zwei Zehntel Rückstand auf drei und vier, die dritte Reihe wurde von Red Bull gebildet, bei denen Hadjar diesmal vor Verstappen lag.
Antonelli war im zweiten Versuch dann der erste auf der Strecke, worüber er sich wunderte: "Warum muss ich als erstes fahren?", fragte er am Funk, musste es aber hinnehmen. Doch das sollte ich nicht stören: Der Italiener verbesserte seine Zeit um mehr als zweieinhalb Zehntel - eine Hürde, die keiner mehr nehmen sollte.
Norris und Piastri blieben deutlich zurück, konnten aber zunächst immerhin Verstappen schlagen. Der Niederländer konterte, kam aber lediglich noch vor Piastri und musste sich hinter Norris und auch weiter Hadjar einsortieren.
Russell verbesserte seine eigene Zeit nicht - das wurde bestraft: Zunächst ging Ferraris Leclerc an ihm vorbei und setzte sich auf Platz zwei, dann verbesserte auch Hamilton seine Position, kam aber nicht an seinen Teamkollegen heran.
Für Antonelli war es die fünfte Poleposition in dieser Saison.
















