GP von Italien: Freies Training | 04.09.2026
"Absoluter Idiot" - Aufreger um Antonelli, Russell-Bestzeit
Während George Russell Bestzeit fährt, tobt sein Teamkollege im Boxenfunk - Ferrari kann Doppel-Bestzeit aus dem ersten Training nicht wiederholen
Nach einer Ferrari-Bestzeit im ersten Freien Training in Monza war im zweiten Freien Training zum Grand Prix von Italien George Russell (Mercedes) Schnellster. Der Engländer (1:22.559 Minuten) zählt zum engsten Favoritenkreis für das Rennen am Sonntag und verwies am Freitagnachmittag Charles Leclerc (Ferrari/+0,120) und seinen Teamkollegen Kimi Antonelli (+0,141) auf die Plätze.
Der amtierende Weltmeister Lando Norris (McLaren) wurde Vierter, unmittelbar vor Lewis Hamilton, dem zweiten Ferrari-Piloten. Hamilton musste allerdings jene Runde, die seine schnellste hätte werden können, nach einem Verbremser in der ersten Kurve abbrechen. Danach hatten die Reifen ihren Peak bereits hinter sich. Rückstand: 0,457 Sekunden.
Max Verstappen hatte das erste Training ausgelassen, zu Gunsten von Freitagspilot Ayumu Iwasa, und tat sich zu Beginn der Session schwer mit seinem Red Bull. Er habe "überhaupt keinen Anpressdruck", funkte er zum Beispiel während seines allerersten Runs. Später beschwerte er sich, dass das Auto "jetzt viel mehr hüpft". Am Ende der 60 Minuten belegte er mit 0,818 Sekunden Rückstand den neunten Platz.
Verstappen war damit nicht der schnellste Fahrer aus dem Red-Bull-Kader - Arvid Lindblad von den Racing Bulls belegte Position 7 -, aber immerhin schneller als sein Interims-Teamkollege Liam Lawson (12./+1,101). Der Neuseeländer springt in Monza bereits zum zweiten Mal für Stammpilot Isack Hadjar ein, der weiterhin an einer Handgelenksverletzung laboriert.
Nico Hülkenberg (Audi), der einzige Deutsche im aktuellen Starterfeld der Formel 1, wurde mit 1,173 Sekunden Rückstand 13. Er war im direkten Vergleich um 0,044 Sekunden schneller als sein Teamkollege Gabriel Bortoleto aus Brasilien (15.), der am Ende der Session, während der Longrun-Tests, über Motor-Fehlzündungen klagte.
Wer war in den Longrun-Simulationen am schnellsten?
Die letzten 20 Minuten ging es wie so oft nicht um die Jagd nach der absoluten Bestzeit, sondern um die optimale Rennvorbereitung. Und bei den sogenannten Longruns kristallisierten sich zwei Teams als klare Favoriten für Sonntag heraus: Mercedes und Ferrari.
Sowohl Russell als auch Antonelli schafften auf ihren Longruns eine durchschnittliche Pace von 1:26.2 Minuten, wobei Antonelli (19 Runden) den deutlich längeren Stint fuhr als Russell (12 Runden). Beide Mercedes-Piloten übten für das Rennen übrigens auf den harten Reifen.
Nur einmal kamen kurz Fragezeichen am Mercedes-Kommandostand auf, als Russell gegen Ende des Trainings funkte: "Habt ein Auge auf die Vorderradaufhängung. Beim Bremsen habe ich merkwürdige Vibrationen."
Hamilton fuhr mit dem weichen Reifen einen elf Runden langen Stint - ohne dass dabei seine Rundenzeiten gegen Ende hin großartig abgebaut hätten. Auch für ihn stand ein Schnitt von 1:26.2 Minuten zu Buche. Und Leclerc war im direkten Vergleich auf den weichen Reifen im Mittel um zwei Zehntelsekunden langsamer.
Damit waren Mercedes und Ferrari konkurrenzfähiger als McLaren und Verstappen. Letzterer fuhr überhaupt keinen klassischen Longrun, sondern legte insgesamt fünf Stints zwischen fünf und sieben Runden hin.
Antonelli flucht wieder: Droht ihm eine Strafe?
Zu einer pikanten Situation kam es nach gut einer Viertelstunde, als Antonelli bei der Alboreto-Kurve auf ein langsameres Fahrzeug auflief und offenbar vom Gas gehen musste. "Was für ein Idiot! Absoluter Idiot", ärgerte sich der Mercedes-Pilot am Boxenfunk. Und das nur einen Tag, nachdem er in einer offiziellen FIA-Pressekonferenz in einem gedankenlosen Moment "Shit" gesagt hatte.
Doch die FIA drückte schon am Donnerstag ein Auge zu und akzeptierte trotz "Fluchverbot" Antonellis sofortige Entschuldigung für die missglückte Wortwahl, und auch für den Funkspruch im Freitagstraining wurde vorerst keine weitere Untersuchung angekündigt.
"Vorbestraft" ist der Italiener bei seinem Heim-Grand-Prix ohnehin schon: Wegen eines taktischen Motorwechsels wird er in der Startaufstellung für Sonntag um zehn Positionen nach hinten gereiht.
Dafür beschäftigen sich die FIA-Kommissare nach der Session mit einem anderen Zwischenfall. Denn Norris musste einmal auf die Wiese ausweichen, um eine Kollision mit dem langsamer fahrenden Aston Martin von Lance Stroll (22./+2,694) zu verhindern. Eine Situation, die die Kommissare erst bewerten werden, nachdem sie die Beteiligten angehört haben.
















