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GP von Singapur: Bericht Max Verstappen siegt beim Nachtrennen in Singapur
LAT Images

Verstappen siegt erstmals in Singapur!

Max Verstappen hat zum ersten Mal den Großen Preis von Singapur gewonnen - Charles Leclerc und Kimi Antonelli auf dem Podium

Max Verstappen hat das Formel-1-Rennen in Singapur für sich entschieden und damit seinen ersten Sieg auf dem Marina Bay Street Circuit gefeiert - somit hat der Niederländer nun auf allen aktuellen Strecken außer Madrid gewonnen.

Verstappen siegte nach 62 Runden relativ ungefährdet vor Ferrari-Pilot Charles Leclerc und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli (Mercedes). Vierter wurde Weltmeister Lando Norris (McLaren) vor Oscar Piastri, der aufgrund eines schleichenden Plattfußes einen zusätzlichen Boxenstopp einlegen musste.

Der Australier schnappte sich in der vorletzten Runde noch Lewis Hamilton (Ferrari), der sehr früh auf Soft-Reifen gewechselt war und am Ende große Probleme mit seinen Reifen hatte.

Nico Hülkenberg holte als Achter hinter Liam Lawson (Racing Bulls) vier Punkte für Audi, konnte dabei aber George Russell (Mercedes) hinter sich halten, dessen Aufholjagd ihn auf Rang neun führte.

Isack Hadjar (Red Bull), der aus der Boxengasse losgefahren war, konnte sich kurz vor Ende noch Platz zehn von Pierre Gasly (Alpine) und damit einen Punkt schnappen.

Konnte Verstappen die Führung am Start diesmal verteidigen?

Ja, allerdings war das ziemlich knapp. Charles Leclerc kam von Startplatz zwei besser weg und setzte sich vor Kurve 1 innen neben den Red Bull, allerdings zog der Ferrari-Pilot dort noch einmal zurück, sodass Verstappen außen mehr Schwung in die Kurve nehmen konnte und die Führung behauptete.

Auch unmittelbar dahinter blieb zunächst alles, wie es war: Die Top 6 waren nach der ersten Runde unverändert, erst dahinter konnten Lawson und Hülkenberg Positionen gegenüber der Qualifikation gewinnen.

Im Gegensatz zum Sprint blieben alle Autos heil: Es gab keine nennenswerten Kollisionen im Feld.

Wie lief der Kampf um den Sieg?

Nach dem gewonnenen Start behauptete Verstappen seine Führung gegenüber den Ferraris von Leclerc und Hamilton. Nach zehn Runden hatten sich die beiden Ersten drei Sekunden von Hamilton abgesetzt, der im Gegensatz zu denen mit Medium-Reifen unterwegs war.

Trotz härterer Reifen war es aber Hamilton, der in Runde 19 als erster Fahrer an die Box kam - womöglich auch, um einen Undercut von Antonelli und Norris direkt hinter ihm zu vermeiden. Zu der Zeit war der Abstand von Verstappen zu Leclerc bereits auf fünf Sekunden angewachsen.

In der Folge wuchs Verstappens Vorsprung aber rasant weiter: In Runde 25 hatte er bereits 9,5 Sekunden auf Leclerc herausgefahren, der dann zum Boxenstopp kam, um sich Mediums abzuholen. Der Monegasse kam dabei nur haarscharf vor seinem Teamkollegen aus der Box gefahren.

Sieben Runden später war es dann für Verstappen an der Zeit, die Reifen zu wechseln. Der Niederländer konnte seine Führung vor Piastri behaupten, der zu dem Zeitpunkt noch nicht an der Box gewesen war. Ferrari lag zur der Zeit fünf Sekunden zurück.

Einsam zog Verstappen vorne seine Kreise und schien ungefährdet. Ein VSC durch Lance Stroll in Runde 39 eröffnete Leclerc die Chance zu einem weiteren Boxenstopp für weiche Reifen, doch für den Ausgang des Rennens ganz vorne hatte das keine Auswirkungen mehr.

Warum entschuldigte sich Lewis Hamilton bei seinem Team?

Nach der Zieldurchfahrt auf Rang sechs gab sich Lewis Hamilton am Funk äußerst kleinlaut: "Sorry, Leute, ich habe euch hängenlassen mit der Strategie", sagte der Engländer. "Meine Entscheidung. Das hat uns wertvolle Punkte gekostet. Ich werde versuchen, beim nächsten Mal Wiedergutmachung zu betreiben."

Der siebenmalige Weltmeister, der anders als Leclerc und Verstappen vor ihm auf Mediums gestartet war und sehr früh zum Wechsel auf Softs gekommen war, hatte in der VSC-Phase für Lance Stroll entschieden, nicht noch einmal zum Reifenwechsel zu kommen - anders als sein Teamkollege.

Die beiden Ferraris, die auf den Plätzen zwei und drei lagen, hätten problemlos hintereinander abgefertigt werden können, da sie 4,4 Sekunden voneinander getrennt waren und sich gerade in den Kurven 10 und 11 befanden, als die VSC-Phase ausgerufen wurde.

Hamilton lag beim Überqueren der Ziellinie fast 46 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Leclerc, womit ihn seine taktische Entscheidung schätzungsweise 41,5 Sekunden kostete. Auf den alten Reifen konnte er sich in der Schlussphase nicht mehr wehren und wurde von Antonelli, Norris und Piastri noch kassiert.

Wie war die Aufholjagd von George Russell?

Drei Positionen hatte der Mercedes-Pilot nach seinem Motorwechsel schon vor dem Start gewonnen, da Hadjar und die beiden Aston Martins aus der Box gestartet waren. In den ersten drei Runden gewann er drei weitere Positionen gegen die Cadillacs sowie Bortoleto, bevor er sich in Runde fünf Position 15 von Albon schnappte und eine Runde später auch an Colapinto vorbeizog.

In Runde 31 war Russell schließlich erstmals in den Top 10 angekommen, nachdem er sich auch an Lindblad, Sainz und Ocon vorbeigearbeitet hatte und Gasly zum Boxenstopp gekommen war.

Weil auch Lawson, Hülkenberg und Bearman in der Folge in die Box fuhren, lag Russell bereits auf Rang sieben, als er in Runde 39 seinerseits zum Reifenwechsel abbog. Der Engländer wollte ein VSC ausnutzen, das just in dem Moment jedoch wieder beendet wurde, als er in die Box fuhr. So kam Russell nur auf Position zehn wieder auf die Strecke.

Der Mercedes-Pilot musste sich daher auf klassischem Weg weiter nach vorne kämpfen und hatte einige Mühe mit Gasly, bevor er in Runde 48 vor Kurve 7 schließlich am Alpine vorbeigehen konnte und dann hinter Hülkenberg lag.

Wie lief das Rennen von Nico Hülkenberg?

Bei Audi hatte man in Singapur Grund zur Freude, denn noch nie zuvor war man mit sechs Punkten aus einem Wochenende gegangen. Nach Platz sieben im Sprint konnte Hülkenberg am Sonntag auch Rang acht ins Ziel bringen.

"Ich habe mir ausnahmsweise mal nichts zu Schulden kommen lassen", resümiert er bei Sky. "Das war eine schöne Belohnung für alle im Team, mit sechs Punkten hier raus zu gehen. Ein guter Schluck aus der Pulle für uns."

In der Schlussphase musste er sich ausgerechnet George Russell erwehren, der von ganz hinten nach vorne fahren wollte. Doch bei Hülkenberg war für den Mercedes-Piloten Schluss. "Das war ein kleines Wunder", sagt der Deutsche. "Das hat auch alles abgefordert, das zu schaffen."

"So zehn bis 15 Runden vor Schluss war ich mir nicht sicher, ob das klappt. Dann habe ich einen besseren Rhythmus gefunden, habe auch wieder ein bisschen auf Liam [Lawson] aufgeholt und konnte mir Windschatten holen, was beim Verteidigen dann geholfen hat."

Gab es Ausfälle?

In Runde 8 erwischte es Gabriel Bortoleto, der am Ende von Start-Ziel ausrollte und von Problemen mit dem Getriebe berichtete. Der Brasilianer stellte seinen R26 in der Boxenausfahrt ab und musste aussteigen. Die Rennleitung schickte das virtuelle Safety-Car auf die Strecke, das jedoch kein Fahrer für einen Boxenstopp nutzte.

Eine Vorwarnung habe Bortoleto dabei nicht bekommen: "Nein, es kam einfach aus der Kurve heraus. Ich habe hochgeschaltet und die Gänge wurden nicht eingelegt", beschreibt er das Ende seines Arbeitstages.

Der nächste Ausfall betraf Alpine in Runde 31. Franco Colapinto musste sein Auto mit einem Defekt in der Auslaufzone von Kurve 7 parken. Dafür war allerdings nur eine kurze gelbe Flagge nötig, da der Argentinier aus eigener Kraft weiter von der Strecke weg fahren konnte.

In Runde 39 gab es den dritten Defekt, der wieder einmal Lance Stroll betraf, der bereits seinen zwölften Ausfall der Saison hinnehmen musste. "Wir haben ein Problem mit der Kupplung", funkte man an ihn, als er ausstieg und das nächste VSC auslöste.

Motorsport-Total.com

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