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"Großer Fehler" Franco Colapinto verbremst sich in der ersten Kurve
LAT Images

So erklärt Franco Colapinto seinen haarsträubenden Crash in Baku

Franco Colapinto reißt sowohl Teamkollege Pierre Gasly als auch Weltmeister Lando Norris aus dem Rennen: So erklärt der Alpine-Pilot seinen "großen Fehler" in Baku

Franco Colapinto hat beim Großen Preis von Aserbaidschan 2026 in Baku für einen heftigen Zwischenfall gesorgt: Der Alpine-Pilot verbremste sich beim Restart nach der ersten Safety-Car-Phase und riss sowohl Teamkollege Pierre Gasly als auch Weltmeister Lando Norris (McLaren) aus dem Rennen.

Es war "einfach ein großer Fehler", räumt Colapinto anschließend ein und erklärt: "Ich habe mit kalten Reifen und Bremsen die Kontrolle über das Auto komplett verloren. Ich kann mich nur beim Team, natürlich bei Pierre und der gesamten Fabrik entschuldigen."

In der ersten Kurve wurde es insgesamt eng, nachdem George Russell den Restart bewusst lange hinausgezögert hatte, um der Konkurrenz auf der langen Start-Ziel-Geraden keinen Windschatten zu ermöglichen. "Ich denke, es war spät, aber natürlich kann er das machen, wann und wo er will", meint der Alpine-Pilot.

"Wir wurden alle aufgehalten, aber das gehört eben zum Neustart nach einer Safety-Car-Phase", ergänzt Colapinto, der keine Ausrede sucht: "Ich habe einfach die Räder blockiert und dann habe ich die Kontrolle verloren. Ich konnte nicht viel machen."

Alpine verliert wichtige Punkte in der Konstrukteurs-WM

Für Alpine könnte der Zwischenfall noch teuer werden. Denn Gasly lag zu diesem Zeitpunkt auf dem siebten Platz und hätte damit sechs WM-Punkte eingefahren, während Colapinto auf Rang zehn immerhin noch einen Zähler hätte sichern können. Dadurch hätte das Team den Rückstand auf Racing Bulls in der Konstrukteurs-WM verkürzen können.

"Wir haben hart gearbeitet, um Punkte zu holen, und haben sie uns mit diesem Fehler selbst verspielt", sagt Colapinto. Stattdessen holte mit Arvid Lindblad einer der beiden Racing-Bulls-Piloten am Ende den siebten Platz. "Es tut mir sehr leid für das Team."

Doch anstatt den Rückstand auf den fünften Gesamtrang zu reduzieren, ist die Lücke nun wieder auf 15 Punkte angewachsen. Mit einem besseren Rennergebnis hätte sich Alpine bis auf wenige Zähler an die Konkurrenz heranschieben können. Flavio Briatore dürfte über die verlorenen Punkte deshalb wenig erfreut sein.

"Es ist mehr als enttäuschend, seinen Teamkollegen rauszunehmen. Das ist das Schlimmste daran, wenn ich einen Fehler mache", gibt der Argentinier zu. "Wenn es nur mich betroffen hätte, wäre es ja noch okay, daraus zu lernen, aber wenn es auch das andere Auto betrifft, ist es umso schlimmer."

Trotz des folgenschweren Fehlers erhielt Colapinto offenbar Rückhalt von seinem Team. "Sie unterstützen mich alle sehr", verrät der Alpine-Pilot. "Wie gesagt, es war ein großer Fehler, und ich übernehme die volle Verantwortung dafür. Daraus muss man lernen, die Konsequenzen tragen, und hoffentlich arbeiten wir beim nächsten Mal weiter daran."

Ganz ausgestanden dürfte die Angelegenheit allerdings noch nicht sein. Denn nicht nur Norris zeigte sich verärgert und forderte sogar eine Rennsperre, auch Gasly kann den Zwischenfall offenbar nicht einfach abhaken. "Natürlich ist er sehr aufgebracht", sagt Colapinto. "Aber ich werde versuchen, noch einmal mit ihm zu sprechen."

"Am Boden zerstört": Gasly ärgert sich über Colapinto-Unfall

Tatsächlich war der Franzose nach dem Ausfall sichtlich bedient: "Es fällt mir immer noch schwer zu begreifen, was gerade passiert ist", sagt Gasly. "Wir sind alle sehr enttäuscht über das Ergebnis nach einem so starken Wochenende und einem starken Rennen."

"Ich habe mich mit dem Auto sehr wohl gefühlt", ergänzt der Polesetter aus Monza. "Das Tempo war fast so gut wie das von Lewis Hamilton und genauso gut wie das von Lando. Ich habe den Abstand von drei Sekunden zu ihm gehalten, bis er in Kurve 1 blockiert hat, und dann hatten wir einen Vorsprung von 15 Sekunden auf Franco hinter uns."

"Ich glaube, das ist der beste Rennwagen, den wir bisher in diesem Jahr hatten, was in gewisser Weise positiv ist", so Gasly, der allerdings leer ausgeht. "Gleichzeitig ist es so: Wenn man diese Chancen bekommt, viele Punkte zu holen, muss man sie auch nutzen. Und ja, leider ist das heute nicht gelungen."

Ob sich der Franzose wenigstens mit der Entschuldigung seines Teamkollegen abfinden kann? "Ich bin am Boden zerstört. Wenn du mich fragst, bin ich mit dem heutigen Tag nicht zufrieden", wird Gasly deutlich, setzt dann allerdings doch einen Haken: "Ich nehme seine Entschuldigung an."

Für die Sportkommissare war die Sachlage eindeutig: Sie belegten Colapinto als Verursacher des Unfalls mit einer Zehn-Sekunden-Strafe. Weil der Argentinier das Rennen ebenfalls vorzeitig beendet hatte, wird diese Sanktion in eine Startplatzstrafe für den Bahrain-Grand-Prix am kommenden Wochenende umgewandelt.

Motorsport-Total.com

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