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Paukenschlag: Messfehler offiziell bekannt Der Alpine-Antrag auf Überprüfung der Zeitstrafen wurde genehmigt
LAT Images

Messfehler: FIA lässt Alpine-Antrag zu

Alpine hat im Kampf gegen die Monaco-Strafen den ersten Etappensieg erzielt: Der Antrag auf Überprüfung ist genehmigt - FOM gibt sogar schon eine Ungenauigkeit zu

Alpine hat die erste Hürde geschafft: Bei der ersten Anhörung, die am Donnerstagmittag vor dem Großen Preis von Barcelona stattgefunden hat, haben die Sportkommissare dem Antrag auf eine Überprüfung ("Right of Review") stattgegeben. Nun wird sich der Weltverband FIA noch einmal offiziell mit dem Fall beschäftigen müssen.

Das Team hatte nach dem Großen Preis von Monaco am vergangenen Sonntag eine Überprüfung der beiden Fünf-Sekunden-Zeitstrafen gefordert, die Pierre Gasly für eine angebliche Überschreitung der maximal zulässigen Geschwindigkeit in der Boxengasse erhalten hatte. Dadurch verlor der Franzose seinen dritten Platz und ein mögliches Podium.

Gasly war allerdings nur einer von insgesamt sechs Fahrern, die während des Rennens wegen einer vermeintlich zu hohen Geschwindigkeit in der Boxengasse bestraft wurden. Das führte zu Bedenken hinsichtlich möglicher Probleme mit dem Messsystem der Zeitmessschleifen, das zur Überwachung der Geschwindigkeit eingesetzt wird.

Einige der Verstöße wurden registriert, obwohl die betroffenen Fahrer nach eigenen Angaben besonders vorsichtig unterwegs waren. Dazu gehörten Geschwindigkeiten deutlich unter dem Limit von 60 km/h sowie eine weitere Linienwahl bei der Einfahrt in die Boxengasse. Deshalb entschied sich Alpine auch für einen Antrag auf Überprüfung.

FOM gibt Ungenauigkeit bei der Messung zu!

In der ersten Videokonferenz zwischen Alpine und den Stewards, an der auch die meisten anderen Teams teilnahmen, wurde festgestellt, dass das Messsystem "ungenau war und die Geschwindigkeit von Gaslys Auto überschätzt hat". Das basiert auf Beweisen, die von der FOM (Formula One Management) vorgelegt wurden, die für die Zeitnahme verantwortlich ist.

Diese entscheidenden Beweise wurden von der FOM erst am Mittwoch eingereicht. Das bedeutet, dass sie den Rennkommissaren während des Rennens nicht zur Verfügung standen - was die wichtigste Hürde ist, um ein "Right of Review" überhaupt erst zuzulassen.

Alpine argumentierte zudem, dass "die FIA und das FOM, nicht aber die Rennkommissare, schon vor dem Rennen von einem Problem mit den Messschleifen wussten". Die Vertreter beider Seiten wiesen diese Behauptung des Rennstalls jedoch zurück.

Brisant: Nach der dritten Strafe im Rennen - einer bereits extrem ungewöhnlichen Anzahl an Vergehen - hatten die Stewards bei der Rennleitung sogar nachgefragt, ob ein Problem mit dem System der Zeitnahme bekannt sei. Das wurde zu diesem Zeitpunkt noch verneint.

Was bedeutet die Entscheidung für Mercedes?

Die eigentliche Anhörung zur Überprüfung begann zwar kurz nach der formellen Zulassung am Donnerstag, allerdings wird das Urteil erst am Freitag erwartet. Ein solches Überprüfungsverfahren umfasst verschiedene Aspekte und involviert auch die Gruppe der Kommissare, die beim Großen Preis von Monaco im Einsatz waren.

Üblicherweise nutzen die Kommissare die Gelegenheit, alle an der Anhörung beteiligten Teams über ihr Urteil zu informieren, bevor sie das Ergebnis offiziell bekannt geben. Es könnte einen heftigen Domino-Effekt auslösen, weil auch andere Fahrer von dem fehlerhaften System betroffen waren und deshalb möglicherweise zu Unrecht bestraft wurden.

So geriet beispielsweise das Rennen von Mercedes-Pilot George Russell völlig aus den Fugen: Er wurde ebenfalls für zu schnelles Fahren bestraft und erhielt anschließend eine Durchfahrtsstrafe, weil er die erste Strafe nicht korrekt abgesessen hatte. Das warf den Titelkandidaten aus den Punkterängen heraus.

Gasly, der eigentlich als Dritter über die Ziellinie gekommen war, bezeichnete die Zurückstufung als "den sportlich schwersten Moment seiner Karriere", während stattdessen Red-Bull-Pilot Isack Hadjar auf dem legendären Podium von Monaco jubeln durfte.

Motorsport-Total.com

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