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Formel 1: Interview

Ein Drittel weniger Abtriebsverlust?

Die FIA zeigt sich trotz Skepsis optimistisch: Ab 2019 soll der Abtriebsverlust hinter anderen Autos um ein Drittel gesenkt werden.

Formel-1-Autos sollen ab der kommenden Saison hinter Konkurrenten rund ein Drittel weniger an Abtrieb verlieren als noch 2018, so die neueste Prognose der FIA. Dafür wird mit der Formel-1-WM 2019 ein modifiziertes Aeroreglement eingeführt, um der Probleme beim Überholen endlich Herr zu werden. Durch vereinfachte Front- und Heckflügel soll das Hinterher- und somit auch das Vorbeifahren erleichtert werden.

Zwar ist noch unklar, wie sich diese Modifikationen konkret auswirken werden, doch Nikolas Tombazis, FIA-Verantwortlicher für technische Belange, glaubt, dass sie vor allem in mittelschnellen Kurven sichtbar werden. "Wir halten 15 bis 20 Meter zwischen den Autos für die kritische Position", sagte er der FIA-Publikation Auto. "Das ist der Abstand, den wir annehmen, wenn Autos eine halbe Sekunde getrennt durch mittelschnelle Kurven fahren."

"Bei der aktuellen Generation verliert ein Auto in diesem Fall rund 30 Prozent seines Abtriebs. Wir hoffen, dass wir das um zehn Prozent senken können", vermutete er. Zwar gibt es bei den Teams viele skeptische Stimmen, die nicht an einen großen Unterschied glauben, doch Tombazis ist davon überzeugt, dass es ohne Regeländerung nur noch schlimmer werden würde.

"Ich denke, dass der generelle Trend bei den Teams zu mehr Abtrieb geht, was das Problem verstärken würde. Hätten wir nicht eingegriffen, würde 2019 schlimmer als 2018 sein, und 2020 würde schlimmer als 2019 sein, glauben wir. So denken wir, dass 2019 besser als 2018 sein wird", sagte der Grieche. Allerdings dürfe niemand erwarten, dass Formel-1-Autos so eng wie Tourenwagen kämpfen könnten.

Für Williams-Technikchef Paddy Lowe sind die neuen Flügel genau der richtige Schritt, um negativen Effekten des 2017er-Reglements entgegenzuwirken: "Ich war kein Fan der Regeln von 2017, die ich für einen Rückschritt beim Thema Überholen halte. Ich denke, wenn wir jetzt gar nichts machen, würde sich die Situation über Jahre verschlimmern, weil die Teams mehr Abtrieb entwickeln."

"Es war richtig, dass FIA und FOM zu diesem Zeitpunkt gehandelt haben und für 2019 und 2020 etwas anderes machen. Ich habe große Zuversicht in die technischen Aspekte, dass sie uns in die richtige Richtung führen werden", so der Brite weiter.

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