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Teil 8: Gentlemen in der Formel 1

Monza 1956: Collins verzichtete großmütig auf die WM-Krone

In den 50ern galt die Formel 1 als absoluter Gentlemen Sport. Die millionenschweren Gagen waren noch in weiter Ferne, über Geld sprach man nicht, Geld hatte man. Man hatte auch Stil - was mitunter zu den unglaublichsten Geschichten führte. Die folgende Story sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen.

WM-Finale 1956:

Juan Manuel Fangio, bereits amtierender dreifacher Weltmeister fuhr 1956 für Ferrari. Es war sein erstes Jahr bei Enzo Ferrari und sollte auch sein letztes bleiben. Der eigenwillige Commendatore legte ihm immer wieder Steine in den Weg, der Ruhm des Argentiniers sollte niemals den Glanz des eigenen Hauses überstrahlen:

In Frankreich erhielt zum Beispiel Teamkollege Peter Collins die Pole Position, obwohl Fangio die bessere Zeit geliefert hatte. Damals akzeptierten die Veranstalter solche Teamentscheidungen noch. Peter Collins war eindeutig Enzo Ferrari"s Nummer 1: Der Brite erhielt im Gegensatz zu Fangio jegliche Unterstützung.

Beim Finale in Monza hatten beide Piloten noch Chancen auf den Titel. Das Rennen nahm seinen üblichen Lauf, bis - die Formel 1 Gemeinde hielt den Atem an - bis Juan Manuel Fangio mit technischem Defekt ausfiel.

Peter Collins hielt an, übergab seinem großen Vorbild den Ferrari, Fangio stieg ein und fuhr seinem vierten WM-Titel entgegen. (Fahrerwechsel waren damals noch erlaubt) Enzo Ferrari tobte wie Rumpelstilzchen und nagte an seinem Hut, aber es half alles nichts: Fangio war Weltmeister.

Peter Collins erklärte später im Interview: „Es wäre zu früh für mich gewesen, Weltmeister zu werden. Ich bin einfach noch zu jung. Ich will mein Leben weiter genießen. Wenn ich heute den Titel geholt hätte, wären damit unzählige Verpflichtungen auf mich zugekommen. Außerdem hat Fangio den Titel sowieso verdient...„

Das Schicksal dankte dem 25jährigen Briten dessen Großmut nicht: Zwei Jahre später verunglückte er beim Grand Prix von Deutschland am Nürburgring tödlich.

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