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Wheel Sisters – ein Netzwerk für Frauen im Motorsport
Fotos: Robert Köberl, WHEEL SISTERS/Anja Verbic & Katrin Becker-Brugger

Ladies-Connection im Motorsport

Was als Suche nach einem passenden Shirt begann, entwickelte sich zu einem Netzwerk von Frauen für Frauen im Motorsport.

Michael Hintermayer

Monika Graber ist in der heimischen Rallyeszene keine Unbekannte. Am heißen Sitz des Opel Ascona von Günter Stampfl und ihres Lebensgefährten Gert Göberndorfer kann sie auf etliche Top-Ergebnisse in der historischen Rallye-Staatsmeisterschaft zurückblicken. Familiäre Gründe zwangen sie jedoch den Helm im Jahr 2018 vorübergehend an den Nagel zu hängen.

„Als ich schwanger wurde habe ich natürlich eine Rallye-Pause gemacht. In dieser Zeit habe ich auch im Internet nach einem Pulli oder Shirt gesucht, die einen Bezug zum Motorsport haben und auch einen weiblichen Touch. Außer ein paar klischeehaften Sachen in Pink habe ich aber nichts gefunden. Da ich viel Freizeit hatte habe ich mich kurzerhand entschlossen, mir selbst etwas zu designen. Durch meinen Job als Grafikerin war dies für mich auch keine Hexerei. So entstand ein Shirt – eigentlich für mich selbst.“

Doch schnell wurden durch Anfragen anderer Frauen, die selbst ins Lenkrad oder auch den Lenker greifen aus der simplen Idee ein Selbstläufer: „Ich bekam einige Bestellungen und da ich ein Workaholic bin und in der Schwangerschaft viel Freizeit hatte, habe ich mich entschlossen einen Onlineshop zu starten. Ich habe dann kontinuierlich die Produktpalette ausgebaut und auch ein Motocross-Design aufgenommen.“ Speziell im Motocross-Sport – den sie aber selbst nicht betreibt – fand sich eine Fangemeinde zusammen. Wheel Sisters mutierte vom Eigendesign zum populären Fashion-Label für Frauen im Motorsport in Europa.

„Durch den Kontakt zu meinen Kunden entstand auch ein reger Austausch und Gespräche. Wie man selbst zum Motorsport gekommen ist, die Suche nach Sponsoren, Erfahrungen und so weiter. Dabei habe ich Geschichten erzählt bekommen, die ich nicht glauben konnte. Dass zum Beispiel Männer im Kart-Sport auf das Podest verzichten, weil eine Frau oben steht. Oder dass Frauen von der Motocross getreten werden, wenn sie zu schnell sind.“ Daraufhin habe ich beschlossen den Blog zu gründen, um eine Plattform für den Austausch von Frauen im Motorsport aufzubauen“, erklärt Graber die Beweggründe des weiteren Ausbaus.

Im Blog der Wheel Sisters, der auch für Männer lesenswert ist, erzählen Damen aus verschiedensten Rennkategorien über positive wie auch negative Erfahrungen, ihren Karriereweg, Tips und Tricks und vieles mehr. Von der Newcomerin bis zur professionellen Rennfahrerin ist alles vertreten.

Zudem sucht Graber auch den Kontakt „nach oben“: So ist sie zum Beispiel mit der FIA in Verbindung, die gerade das Programm „Woman in Motorsport“ neu aufstellt. Ebenfalls kooperiert man mit Susie Wolff, die sich mit ihrer gemeinnützigen Organisation „Dare to be different“ das Ziel gesetzt hat mehr Frauen den Einstieg in den Motorsport zu ermöglichen. Derzeit sucht man auch nach Kontakten zu Rennfahrerinnen in Japan, Indien oder Australien, um Marke dort bekannt zu machen.

Zum Blog und Shop der Wheel Sisters geht es hier!

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